NBA: Absturz von Center-Star Dwight Howard - Ex-Trainer nennt Gründe
Dwight Howard wechselte zu den Washington Wizards © Getty Images

München - Dwight Howard hat die NBA auf der Center-Position dominiert. Doch inzwischen ist der 32-Jährige nicht mehr beliebt. Ein Ex-Trainer nennt die Gründe dafür.

von Markus Bosch

Einst sorgte "Superman" Dwight Howard in der NBA für Angst und Schrecken - inzwischen ist davon aber nur noch wenig zu sehen.

Nach einer Saison bei den Charlotte Hornets wechselt der dreimalige Defensiv-Spieler des Jahres zu den Washington Wizards – erneut ohne eine Chance, in den Titelkampf einzugreifen.

Dabei war Howard einst der Prototyp-Center, doch als das Spiel schneller wurde, begann sein Abstieg.

Ex-Trainer: Howard-Absturz "wirklich verrückt"

Auch für Stan van Gundy, Howards Coach bei den Orlando Magic - seiner erfolgreichsten Station -, ist der Absturz des "Supermans" beispiellos. (Die NBA, ab 16. Oktober LIVE bei DAZN - JETZT Gratismonat sichern)

"Es ist wirklich verrückt, aber es macht keinen Spaß. Denn dieser Typ war einmal der beste Center der Welt. Er ist immer noch sehr gut, aber er wird wohl nicht mehr richtig wertgeschätzt", sagte Van Gundy in der US-Radioshow Open Mike über seinen früheren Schützling.

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Doch für den heutigen Trainer der Detroit Pistons ist diese Entwicklung unverständlich. "Jeder möchte im Moment einen Center, der laufen kann, verteidigt, Pick-and-Rolls verteidigt, den Ring schützt, reboundet und in der Offensive die Pick-and-Rolls läuft sowie Lob-Anspiel verwertet. Das ist Dwight Howard. Es gibt vermutlich keinen besseren als ihn in diesen Sachen."

"Es ist schwer für Center, sich anzupassen"

Doch warum ist der 32-Jährige nicht bei einem Top-Team und kämpft um den NBA-Titel? "Das Problem ist, dass diese Typen alle mehr wollen. Sie wollen, dass man ihnen den Ball im Low Post gibt und sie machen dann ihr Spiel. Man will zeigen, was man kann, aber das Spiel hat sich gewandelt. Es ist schwer für Center, sich daran anzupassen", erklärte Van Gundy das Dilemma von Howard.

Dennoch seien Spieler wie Howard nicht aus der Mode gekommen, "denn sie sind immer noch sehr effektiv. Sie hatten nur Probleme, sich an die Rolle anzupassen, die von ihnen erwartet wurde und diese auch zu genießen", meinte der NBA-Coach.

Findet "Superman" zu alter Stärke?

Van Gundy zieht ein Fazit: Howard habe nach wie vor die Möglichkeit, diese neue Entwicklung mitzugehen, wolle aber lieber spielen wie die dominanten Center der Vergangenheit, die in der Zone ihre Gegenspieler umherschoben. Aber durch die Zonenverteidigung sei es für dominante Post-Up-Spieler schwerer geworden, zum Ring zu kommen. Stattdessen sind nun ihre Pass-Fähigkeiten gefragt.

Howard war in seiner kompletten Karriere  ein toller Pick-and Roll-Spieler, doch er könne sich in seinem Kopf nicht an diese Entwicklung des Spiels gewöhnen und daher verliere er an Einfluss auf dem Spielfeld.

Doch sollte ihm dieser Schritt doch noch gelingen, wird der "Superman" in der NBA wieder für Furore sorgen.