DeAndre Jordan unterschreibt bei den Dallas Mavericks
DeAndre Jordan unterschreibt bei den Dallas Mavericks © SPORT1-Grafik: Getty Images

München - Die Dallas Mavericks schließen mit der Verpflichtung von Center DeAndre Jordan gleich mehrere Baustellen. SPORT1 zeigt, wie der 29-Jährige Nowitzki und Co. hilft.

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Drei Jahre ist es her, als DeAndre Jordan zum Buhmann der NBA wurde.

Der Center hatte im Jahr 2015 als Free Agent den Dallas Mavericks bereits zugesagt. Eine Delegation der Los Angeles Clippers, für die Jordan bis dato auflief, ließ jedoch nichts unversucht und reiste nach Houston, wo Jordan seinen Sommer verbrachte, und überzeugte ihn doch noch vom Verbleib in Kalifornien.

Neben acht Millionen Dollar mehr Gehalt sicherten sie Jordan auch mehr Verantwortung bei Spielerentscheidungen zu. Der Center leistete sich daraufhin einen bis heute einmaligen Wortbruch, der einen Shitstorm zur Folge hatte und die Mavericks um ihrem Star Dirk Nowitzki sportlich weit zurückwarf.

Jordan kassiert 24 Millionen Dollar bei Dallas

Drei Jahre später hat die Saga zwischen Jordan und Dallas doch noch ein Happy End gefunden. Am Freitag setzte der Olympiasieger von 2016 seine Unterschrift unter einen Einjahresvertrag, der mit 24 Millionen Dollar Jahresgehalt dotiert ist.

Eine ideale Lösung für beide Seiten, denn die Mavericks haben eine Saison Zeit, um sich Jordans Spiel genau anzuschauen, während der Center sich mit guten Leistungen für eine Gehaltserhöhung empfehlen kann.

Im nächsten Sommer wird der Mann mit der besten Wurfquote unter allen aktiven NBA-Profis Unrestricted Free Agent. Dies bedeutet, dass andere Teams, um ihn buhlen können. Doch Dallas kann ihm eine längere Laufzeit zu den gleichen Konditionen anbieten. Die Trümpfe liegen also in der Hand der Texaner.

Bei allem Wirbel um Jordan und Dallas in der Vergangenheit – der 29-Jährige hilft den Mavericks auch sportlich gleich auf mehreren Ebenen weiter.

Mavs-Defensive wird durch Jordan gestärkt

Auf jeden Fall stopft der 2,11 Meter große Hüne die riesigen Löcher in der Defensive bei den Texanern. In der Kombination mit Nowitzki, der aller Voraussicht nach seine letzte NBA-Saison spielen wird, könnte ein zumindest ähnliches Duo entstehen wie beim Titelgewinn 2011 mit Nowitzki und Tyson Chandler.

Gerade unter den Brettern wird Jordan mit seiner Reboundstärke (zwei Mal bester Rebounder der Liga) das Team weiterbringen und die Schwächen des 40-jährigen Nowitzki kaschieren.

Aber nicht nur in der Defensive ist Jordan ein wichtiger Baustein. Offensiv wird er mit seinen Fähigkeiten im Pick-and-Roll vor allem den Spielmachern Luka Doncic und Dennis Smith J. beim Kreieren von Chancen helfen. Seine Athletik gibt dem Spiel der Mavs eine zuletzt kaum noch vorhandene Option und wird den Nebenleuten Räume verschaffen.

Als Finisher für Alley-Oop-Anspiele oder bei direkten Anspielen unter dem Korb ist der gläubige Christ immer eine Option. Nicht umsonst hat er mit knapp 70 Prozent derzeit die beste Karriere-Wurfquote aller aktiven Spieler.

Freiwürfe als Achillesferse

Jordans größte Achillesferse ist allerdings die Freiwurf-Linie, denn über seine gesamte Laufbahn hinweg traf er durchschnittlich nur 44 Prozent seiner Freiwürfe. Das macht ihn in der Crunchtime - bei den Gegnern - zu einem gern gesehenen Gast an der Freiwurf-Linie.

Jordan alleine wird die Mavs auch nicht binnen eines Sommers zum Meisterkandidaten machen, doch gemeinsam mit dem jungen Duo Donic und Smith jr. kann er die Texaner wieder zu einem spektakulären Team machen und Superstar Nowitzki einen würdigen Abschied bescheren.

Mit Jordans Verpflichtung hat Dallas den Grundstein für die Post-Nowitzki-Ära gelegt, auch wenn dieser Schritt aus Sicht der Mavericks drei Jahre zu spät kommt.