München - Die Zukunft von LeBron James ist völlig offen. Bleibt er bei den Cavs oder wagt er bei einem aufstrebenden Team einen neuen Anlauf? SPORT1 analysiert die Optionen.

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Es war ein bitteres Saisonende für LeBron James. In der Finalserie gegen die Golden State Warriors mussten die Cleveland Cavaliers einen Sweep hinnehmen.

Nach der 1:4-Pleite im Jahr zuvor war gegen Steph Curry, Kevin Durant und Co. wieder nichts zu holen - auch wegen seiner gebrochenen Hand, mit der er seit Spiel zwei spielte.

Wie geht es mit James weiter? Dank einer Spieleroption hat er die freie Wahl, ob er bei den Cavs bleibt oder bei einem anderen Team einen erneuten Angriff auf den Titel startet.

Offiziell ist es zwar vor dem 1. Juli keinem Team erlaubt, Kontakt mit ihm aufzunehmen - doch die Gerüchteküche brodelt. Klar ist: Seine Entscheidung wird großen Einfluss auf das Machtgefüge der NBA haben. SPORT1 analysiert LeBrons Optionen.

Wilde Gerüchte

Golden State Warriors

Wird aus dem Superteam ein Super-Superteam? Als eine Option geistern immer wieder die Warriors herum. Sollte der Forward zum Meister wechseln, wären die Warriors - die ohnehin schon das Überteam der NBA sind - vermutlich auf Jahre hin unschlagbar.

Nur wenige in der Liga dürften Interesse an einem derartigen Deal haben. Realistisch erscheint ein Wechsel ohnehin nicht. Die Warriors müssten ihr Team(-Gefüge) ziemlich umkrempeln - und das nach drei Meisterschaften in vier Jahren.

Und auch für LeBrons Legacy würde eine Meisterschaft mit den Warriors wenig bewirken. Ein Titel mit einer anderen Franchise hätte einen viel höheren Stellenwert.

Boston Celtics

Als Topteam mit Chance auf den NBA-Titel in den nächsten Jahren kämen die Celtics prinzipiell als Ziel in Frage.

Für die Celtics würde eine Verpflichtung von LeBron aber wenig Sinn ergeben. Trotz des großen Verletzungspechs in diesem Jahr scheiterte das Team von Trainer Brad Stevens erst im Conference Finale an den Cavs.

Zur neuen Saison kehren Kyrie Ivring und Gordon Hayward zurück. Und ob James bei den Fans im TD Garden gerne gesehen ist, darf bezweifelt werden.

Außenseiter

New York Knicks

Nach der verlorenen Finalserie wurde James von diversen NBA-Profis gelockt. Einer davon: Knicks-Center Enes Kanter. Er verbreitete ein Foto des zukünftigen Hall-of-Famers im Jersey der Knicks – mit dem frechen Hashtag "cLeaveLand".

Die in den letzten Jahren stark gebeutelten Knicks könnten einen Spieler von James' Format sehr gut gebrauchen. Mit Kristaps Porzingis haben sie immerhin einen (kommenden) Star in ihren Reihen. Doch sollte James die Cavs verlassen, dann vermutlich nur zu einem Titelkandidaten - das ist New York nicht.

Miami Heat

Gleiches gilt für die Truppe von Trainer Erik Spoelstra. Zwischen 2010 und 2014 lief James im Trikot der Heat auf und feierte mit Dwyane Wade und Chris Bosh zwei Titel. Eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte ist aber nicht zu erwarten, die Perspektive auf einen Meistertitel ist zu gering.

San Antonio Spurs

Für die Spurs spricht einerseits das exzellente Verhältnis zwischen LeBron und Trainer Gregg Popovich und die Reputation der Texaner als Erfolgs-Franchise. Sollte sich die Causa Kawhi Leonard klären und der 26-Jährige wieder im Vollbesitz seiner Kräfte sein, könnte er mit LeBron ein Mega-Duo bilden.

Popovich soll sich zumindest mit der Idee beschäftigen, James zu verpflichten. Dejounte Murray zeigte den Superstar bei Twitter bereits im Spurs-Trikot.

Cleveland Cavaliers

Der Vertrag von LeBron bei den Cavs läuft noch ein Jahr. Für einen Verbleib spräche, dass er in Cleveland zu Hause ist. Doch um einen erneuten NBA-Titel zu feiern, muss James fast zu einem anderen Team wechseln. An den Warriors beißen sich die Cavs die Zähne aus.

Geheimtipps

Portland Trail Blazers

Ex-Teamkollege Richard Jefferson brachte zuletzt die Trail Blazers ins Spiel. Durch Hauptsponsor Nike hat James gute Verbindungen nach Oregon, durch einen lebenslangen Vertrag wird James zum Milliardär.

Würde James nach Portland gehen, hätte er gute Chancen, sich als Marke weiter zu stärken. Sportlich hat das Team aber abseits von Damian Lillard und C.J. McCollum nicht viel zu bieten.

Toronto Raptors

Die Raptors werden aktuell noch wenig gehandelt, doch es gibt durchaus Gründe, die für die Kanadier sprechen. In der regulären Saison landete das derzeit trainerlose Team auf dem ersten Rang im Osten. In den Playoffs scheiterten sie immer wieder an LeBron - das Problem würde sich in Luft auflösen.

Torontos Kollektiv würde ein Star, der in der Postseason abliefert, gut zu Gesicht stehen.

Topfavoriten

Los Angeles Lakers

Immer wieder werden die Lakers mit James in Verbindung gebracht. Das Leben in Los Angeles käme James entgegen, zudem besitzt er dort zwei Häuser, die Familie fühlt sich in L.A. wohl.

Die Lakers haben ein aufstrebendes Team um Lonzo Ball und Brandon Ingram. Von Großmaul-Papa LaVar Ball ließe sich James kaum abschrecken. Doch reicht die Qualität der Lakers aus, um bald um den Titel mitzuspielen?

Houston Rockets

Im Westen sind die Rockets der große Favorit auf eine Verpflichtung des Small Forwards. Houston ist in der Conference das einzige Team, das den Warriors ernsthaft gefährlich werden kann. Mit James Harden und Chris Paul stehen zwei Topstars bereit.

Finanziell müsste GM Daryl Morey zwar etwas tricksen, doch das gilt beinahe für jedes Team, das James haben will. Die Chance auf einen Titel in den nächsten Jahren ist - abseits von Golden State und Boston - nirgendwo größer.

Philadelphia 76ers

Die 76ers haben riesiges Potenzial. In den Playoffs scheiterte das Team von Trainer Brett Brown erst im Conference Halbfinale an Boston.

Mit Joel Embiid und Ben Simmons sind zwei der größten Talente der Liga am Werk, auch bezüglich des Salary Caps dürfte es verhältnismäßig wenig Probleme geben - Simmons spielt noch mit seinem Rookie-Vertrag. In der Eastern Conference könnte es Philly mit James weit bringen.

Eine Einladung nach Philadelphia hat LeBron dank Embiid auch schon.

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