Die NBA will das Mindestalter von 19 Jahren offenbar abschaffen - damit ist ein Wechsel direkt aus der High School wie bei LeBron James (M.) wieder möglich © Getty Images

München - Ligaboss Adam Silver will das 2005 eingeführte Mindestalter für NBA-Spieler wieder abschaffen. Die G-League soll College-Alternative werden. Verlierer sind die Unis.

von Eric Böhm

Die NBA plant eine Revolution.

Liga-Boss Adam Silver will nach Informationen von ESPN im Zuge des College-Skandals um Zahlungen an Spieler wieder High-School-Schüler zulassen. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM)

Der damalige NBA-Commissioner hatte sich 2005 für die Einführung eines Mindestalters feiern lassen, damit wurde tatsächlich die Wechselflut von Schülern in die NBA gestoppt. Denn auf jeden Kobe Bryant, LeBron James oder Dwight Howard kamen zig Spieler, für die der Schritt zum Profi viel zu früh kam und die verbrannt wurden - siehe Kwame Brown.

Mit dieser Regel ging das sogenannte "One-and-Done"-Prinzip einher, die besten High-School-Jungs gingen für ein Jahr an ein College - meist ohne jegliches Interesse an Uni-Kursen – und dann sofort weiter in die NBA.

Rose und Co. - der College-Wahnsinn

Coach John Calipari war einer der College-Trainer, die sich in Memphis und später Kentucky darauf spezialisierten. So gingen Derrick Rose, Tyreke Evans, DeMarcus Cousins, John Wall, Anthony Davis und so weiter durch seine Schule und wurden zu Stars.

Für Calipari spielte die akademische Seite dabei regelmäßig keine Rolle. Rose wurde beispielsweise später für nicht Uni-reif erklärt. Memphis wurde deshalb die Teilnahme am Final Four gestrichen.

Daher stand das One-and-Done schon länger in der Kritik, schließlich sollte für einen 18-Jährigen die freie Berufswahl gelten, nicht jeder Mensch ist für ein College geschaffen oder will diesen Weg gehen - vor allem wenn es ohnehin nur eine Alibi-Einschreibung ist.

NBA will G-League als College-Alternative

Deshalb sollen in Zukunft High-School-Abhänger wieder direkt in die NBA wechseln dürfen, allerdings will Silver einen Schritt weitergehen.

Er will den talentierten Schülern schon vorher  Hilfen an die Hand geben, um eine sportliche und menschliche Entwicklung zu unterstützen.

Beispielsweise soll die Rolle der G-League als eine Art College-Alternative erweitert werden, mit entsprechender Bezahlung der Spieler.

Akademien im Fußball-Stil?

Demnach will Silver bereits innerhalb der nächsten Monate einen entsprechenden Plan vorlegen. "Wir wollen unser Verhältnis zu den Spielern verändern, bevor sie in die NBA eintreten", wurde ein hochrangiger Liga-Mitarbeiter zitiert.

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Auch die Spielergewerkschaft (NBAPA) ist involviert. LeBron James hatte eine solche Regelung schon länger gefordert. Auch Akademien im Stile von europäischen Fußballklubs seien eine Möglichkeit.

Der große Verlierer könnten dabei die großen Basketball-Colleges wie Kentucky, Duke oder North Carolina werden, ohne den jährlichen Strom von schon als Teenagern bekannten Stars könnten sie sportlich Probleme bekommen, viel schlimmer: sie könnten Merchandise-, Sponsoren- und TV-Gelder verlieren falls die Attraktivität im College Basketball leidet.