LeBron James gewann mit den Cleveland Cavaliers 2016 die Meisterschaft
LeBron James gewann mit den Cleveland Cavaliers 2016 die Meisterschaft © Getty Images

LeBron James lobt Lonzo Ball und sieht Parallelen zu sich. Eine Garantie für eine Zukunft als Superstar gibt er ihm jedoch nicht. Vater LaVar hat unterdessen Ärger.

von Tassilo Hackert

LeBron James hat am Rande des 123:114-Sieges seiner Cleveland Cavaliers gegen die Atlanta Hawks Lakers-Rookie Lonzo Ball gelobt.

"Ich liebe seine Bescheidenheit", so der Superstar im Interview mit ESPN. Er stelle das Team immer an erste Stelle und gleichzeitig seine eigene Leistung in den Hintergrund.

"Ich habe gesehen, dass er in einem Spiel ein Triple-Double verbuchte. Dann meinte er, dass ihn das nicht interessiere, weil sie verloren haben."

Ball auf James' Spuren

Auf jeden Fall erkenne er auch Parallelen zu sich. "Absolut. Das Kind kann Basketball spielen. Leute wollen mit ihm spielen, weil es ihm um den Erfolg des Teams geht. Er passt den Ball und es ist Energie dahinter."

Momentan weisen die Lakers zehn Siege in 26 Spielen auf. Zum Vergleich: James hatte zu diesem Zeitpunkt seiner Rookie-Saison erst sieben Siege mit den Cavaliers eingefahren. Zudem erzielte Ball bislang sogar mehr Assists und Rebounds als James zu seiner Anfangszeit.

Für den dreifachen NBA-Champion sei das aber keine Garantie für eine schillernde Zukunft. "Niemand weiß, was aus ihm wird", so James und ergänzte: "Mich interessiert es nicht, ob du als 60. gedraftet wirst oder ob du an erster Stelle gedraftet wirst."

Erstes Duell: LeBron - Lonzo

Wie man es zu einem Superstar schafft, weiß der 32-Jährige genau: "Ich ließ mich durch nichts aufhalten, so gut zu werden, wie ich es kann."

Seine Zukunft habe Ball also selbst in der Hand. Es liege an ihm, wie viel Arbeit und Engagement er aufbringt. "Du darfst keine Ablenkung haben, wenn du gut sein willst."

Bei den lobenden aber auch warnenden Worten wird Ball sicherlich genau zugehört haben. Schließlich ist James das Vorbild des Hoffnungsträgers. "Meiner Meinung nach, ist er der beste Spieler der Welt", so Ball, der am 14. Dezember erstmals gegen sein Idol spielen wird. "Ich freue mich darauf. Wird sicherlich viel Spaß machen."

Ärger für LaVar Ball

Für seinen Vater LaVar stand zuletzt eher wenig Spaß auf dem Programm. Denn die Los Angeles Lakers haben den 50-Jährigen in ihr Büro bestellt.

Wie ESPN berichtet, haben die Verantwortlichen Magic Johnson und Rob Pelinka Vater Ball in dem Gespräch darum gebeten, seine Kritik an Trainer Luke Walton zu relativieren und somit eine positivere Atmosphäre zu gewährleisten.

"Es war das Beste. Jeder versucht, es zu seinem eigenen Ding zu machen. Ich versuche, ihnen zu sagen, was zu tun ist und sie versuchen, mir zu sagen, ich soll mich etwas zurückhalten", so Ball und schob nach: "Es geht darum, zusammenzukommen und eine Lösung für das Problem zu finden."

Seit sein Sohn vor dieser Saison als zweiter Pick in die NBA gedraftet wurde, fällt er regelmäßig mit kuriosen Aussagen und Aktionen auf.

"Will nur das Beste für Lonzo"

Vor Kritik an Trainer Walton schreckt er dabei bekanntlich nicht zurück. Der wusste aber gekonnt auf die Seitenhiebe zu antworten: "Jemand, der etwas über uns sagt, nicht nur er, und nicht zu unserem Kreis zählt, kann eine beliebige Meinung haben – Sie interessiert uns nicht."

"Es hört sich vielleicht verrückt für andere Leute an, aber ich möchte wirklich nur das Beste für Lonzo", begründete unterdessen der extrovertierte Vater und ergänzte: "Wenn jeder gewinnt, ist alles gut."

In dem Gespräch wollten Johnson und Pelinka Ball klarmachen, dass sie nicht auf Konfrontationskurs seien und die Beziehung zu ihm weiterhin positiv halten wollen. Jedoch müsse er bei seinen Aussagen auch an das Image des Vereins denken.

Ball verstehe die Argumentation und versucht, dieser Bitte nachzukommen. Den Mund lässt er sich jedoch nicht verbieten: "Ich werde sagen, was ich möchte und wann ich es möchte. Sie sagten, 'LaVar, komm zuerst zu uns und rede mit uns.' Das ist für mich in Ordnung."

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