Dwight Howard
Dwight Howard © Getty Images
Lesedauer: 5 Minuten

München - Der Superman ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Jetzt wird der einstige Topspieler der NBA Dwight Howard auch noch mit einem angeblichen Sex-Skandal konfrontiert.

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Er war ein NBA-Megastar wie LeBron James.

Dwight Howard war gefragt, trat in Werbespots für McDonald's und Gatorade auf, hatte seinen eigenen Schuh und einen lukrativen Deal bei Sportartikelgigant Adidas.

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Auch sportlich lief es für den ersten Pick des Drafts von 2004 blendend. Howard wurde im Trikot der Orlando Magic drei Mal zum besten Verteidiger der Liga gekürt, gewann den Slam-Dunk-Contest - unvergessen ist sein Auftritt im Superman-Umhang - und legte jährlich Zahlen jenseits der 20 Punkte und 13 Rebounds auf. 

Seine 3,1 Millionen Stimmen für das All-Star-Game 2009 sind bis heute Rekord. Dazu führte Howard Orlando in fünf aufeinanderfolgenden Jahren in die Playoffs und 2009 sogar bis in die Finals.

Operation am Gesäß

Doch seit seinem Abgang aus Orlando geht es steil bergab. Der einstige Megastar wurde zum Wandervogel, lief seit 2012 für fünf unterschiedliche Teams (Los Angeles Lakers, Houston Rockets, Atlanta Hawks, Charlotte Hornets, Washington Wizards) auf - und enttäuschte überall weitgehend.

Jüngster Tiefpunkt: Nach einem ernüchternden Saisonstart für die Wizards unterzog sich Howard kürzlich einer Operation am Gesäß. Zwei Lendenwirbel im unteren Rücken verursachten dem "Superman" große Schmerzen. Der Eingriff bedeutet mindestens drei Monate Zwangspause. Ob Howard überhaupt noch einmal aufs Parkett zurückkehren wird, wird immer fraglicher.

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Gleichzeitig zur sportlichen Talfahrt nimmt auch der Ruf des 32-Jährigen immer mehr Schaden.

Schon in Orlando zeichnete sich ein bedrohlicher Werdegang des Centers abseits des Basketball-Feldes ab. Howard, der sehr christlich erzogen wurde, kam nach seinem Durchbruch plötzlich mit Versuchungen in Kontakt, die er nicht kannte.

Dubioser Vorwurf von Elije

Der Big Man fand Gefallen an Strip-Clubs und Alkohol. Zudem mehrten sich dem Vernehmen nach Frauen-Geschichten. Der damals 18-Jährige schaffte direkt den Sprung von der High School in die Profiliga NBA. 2007 kam sein erstes uneheliches Kind zur Welt, vier weitere folgten bis 2013 - alle von unterschiedlichen Frauen.

Aktuell ist pikanterweise Howards sexuelle Orientierung Thema in den US-Klatschspalten. Der homosexuelle Social-Media-Star Masin Elije behauptet, eine Beziehung mit Howard geführt zu haben, nach deren Ende Vertraute des NBA-Stars ihn misshandelt und bedroht haben sollen.

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Howards Pastor und langjähriger Mentor Calvin Simmons soll Elije unter Androhung von Gewalt gezwungen haben, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterschreiben. Der Influencer weigerte sich allerdings, obwohl er seinen Angaben zufolge "um sein Leben gefürchtet" habe. Howard selbst gab bislang keine öffentliche Stellungnahme zu dem Thema ab.

Lakers-Trade der Anfang vom Ende

Auch mit den Millionen, die der 2,11-Meter-Riese nach seinem Sprung in die NBA auf einmal auf dem Konto hatte, soll Howard leichtsinnig umgegangen sein.

Er wollte in Filmen mitspielen, seine Marke als Superman weiter ausbauen, wechselte seinen Manager und forcierte 2012 einen Trade zu den glamourösen Los Angeles Lakers. Dort ging es bergab.

In Los Angeles brachen Howards Leistungen zum ersten Mal ein. Der Center startete trotz Rücken- und Schulterverletzungen in 76 Spielen - Streitereien mit Kobe Bryant beendeten nach nur einer Saison das große Vorhaben in L.A.

Stimmen, die Howards Spielstil kritisierten, wurden laut. Big Men sollten werfen können, sein Spiel im Post sei zu altertümlich und passe nicht mehr zur modernen NBA. Zudem bekam er nie seine Freiwurfschwäche in den Griff.

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Ein Wechsel zu den Houston Rockets und nach drei Jahren nochmal einer zu den Atlanta Hawks brachten nicht die gewünschte Besserung. In Houston spiegelte sich der Stress aus L.A.: Howard und Superstar James Harden konnten sich nicht leiden. 

Bei den Hawks erlebte Howards Produktivität dann ihren vorläufigen Tiefpunkt. Nur 13,5 Punkte pro Spiel - so wenig wie seit seiner Rookie-Saison nicht mehr. Auch mit Dennis Schröder gab es Wortgefechte. Ein Umbruch musste her. Howard wechselte wieder den Manager, feuerte Angestellte und sprach zwischenzeitlich zwei Jahre nicht mit seinen tief religiösen Eltern.

Howard kauft sich Gemüse-Farm

Danach zog es den einstigen Superman zu den Charlotte Hornets von Besitzer Michael Jordan. Sein Spiel sollte besser an die moderne NBA angepasst werden. Auf dem Trainingsplan standen Fastbreak-Drills und Würfe anstatt Postmoves.

Abseits des Courts kaufte sich Howard eine Farm außerhalb seiner Heimatstadt Atlanta, auf der er in seiner freien Zeit zur Entspannung Gemüse anbaut. Doch alle neuen Reize brachten keine Besserung. Auch bei den Hornets war nach nur einem Jahr Schluss.

Beinahe verzweifelt scheint Howard wieder Halt in seinem Leben bekommen zu wollen. Inzwischen arbeitet er wieder mit seinem ersten Manager aus den Zeiten in Orlando zusammen. Doch weder sportlich noch in seinem Privatleben will Ruhe einkehren. Eine der schillerndsten Karrieren der NBA könnte endgültig an ihrem Ende angekommen sein.