Bank der Golden State Warriors in den NBA-Finals
Bank der Golden State Warriors in den NBA-Finals © Getty Images
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München - Trotz der Cavs-Show in Spiel 4 führen die Warriors in den NBA-Finals mit 3:1. Genau das aber weckt böse Dämonen - die vor allem einer vertreiben soll.

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Die Ausgangslage der Golden State Warriors in den NBA-Finals könnte eigentlich nicht besser sein. 3:1 führt die Mannschaft von Cheftrainer Steve Kerr gegen die Cleveland Cavaliers vor Spiel 5 in der Nacht auf Dienstag (ab 3 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 US und LIVESCORES).

Eine Führung als Nachteil? Das würde keiner der Warriors-Spieler gelten lassen - völlig zu Recht.

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Zu überzeugend waren die ersten drei Auftritte, die einer Machtdemonstration glichen. 3:0 hatten die Warriors vorne gelegen, das verspielte in der Geschichte der NBA noch kein Team im Finale.

Trotzdem muss der Zwischenstand jedem Angst machen, der daran glaubt, dass Geschichte in Kreisen verläuft.

Wiederholt sich die Geschichte?

2016 nahm die Serie für das Team aus Kalifornien einen ähnlichen Lauf. Es stand schnell 2:0, dann 2:1. Am Ende genügte eine 3:1-Führung nicht, um sich die begehrten Ringe zu sichern, die sich die NBA-Champions an den Finger stecken. Die Cavs jubelten. Auch eine 3:1-Führung hatte zuvor nie eine Mannschaft in den Finals verspielt.

Müssen die Spieler um Steph Curry also das Deja-vu fürchten? Die Cavaliers lieferten in Spiel vier - und mit Abstrichen auch schon in Spiel drei - viele Gründe, die diese These stützen.

Bei LeBron James, Kyrie Irving und Kevin Love klickte es endlich im Dreierpack. Die drei Topspieler aus Cleveland lieferten beim ersten Cavs-Sieg der Serie zusammen 94 Punkte ab.

Vor allem jenseits der Dreierlinie zeigten sich die Cavs zielsicher. Rekordbrechende 24 Mal bestraften sie die Warriors, bei einer Wurfquote von starken 53,3 Prozent - die Dreierspezialisten um Curry kamen an diesem Abend gerade einmal auf 28,2 Prozent.

Irving und James führen Cavs an

Dass die Cavs das Comeback für möglich halten, lebte in Spiel vier niemand mehr als James und Irving. James steuerte ein Triple-Double zum Sieg bei (31 Punkte, 10 Rebounds, 11 Assists), Irving erzielte 40 Punkte.

Und wieder schlägt der Kreislauf der Geschichte zu: Im Vorjahr hatten die beiden mit jeweils 41 Punkten in Spiel fünf die Initialzündung für die historische Aufholjagd gegeben.

Die beiden werden alles dafür tun, das Kunststück zu wiederholen. Unterstützt wurden sie in Spiel vier dabei von einer Defensive, die dem Kombinationsspiel der Warriors erfolgreich körperliche Härte entgegensetzte.

Die Cavaliers entnerven Curry

Vor allem auf Curry hatten es Iman Shumpert und seine Mitspieler abgesehen. Der zweimalige MVP bekam nur einen richtig freien Wurf, ansonsten klebte immer ein Mann im weißen Trikot an ihm.

Seinem kongenialen Kollegen Kevin Durant wurde so der Spielpartner genommen. Das könnte auch in Spiel fünf eine Taktik der Cavaliers werden.

Gegen die These des Deja-vu spricht eben genau dieser Durant - und die Erfahrung einer verlorenen Finalserie.

Durant als X-Faktor für die Warriors

Der Star-Spieler lieferte in den ersten vier Partien der Serie zuverlässig über 30 Punkte ab. Ausreißer nach unten oder oben gab es keine. Und der Forward ist nach Kalifornien gewechselt, um Titel zu gewinnen, eine ähnlich engagierte Leistung wird also auch in Spiel 5 vor heimischer Kulisse zu erwarten sein.

Seine Mitspieler um Curry, Draymond Green und Klay Thompson, die bei der einschneidenden Erfahrung 2016 dabei waren, werden ebenfalls alles dafür tun, eine Wiederholung der Geschichte zu verhindern.

Und am Ende könnten sie in eigener Halle beweisen, dass all das Gerede von der verspielten 3:1-Führung keine Spuren hinterlassen hat.