North Carolina State v Duke
North Carolina State v Duke © Getty Images
Lesedauer: 5 Minuten

Die Dallas Mavericks sichern sich im NBA Draft mit Dennis Smith jr. einen Überathleten a la Russell Westbrook. Eine Schwäche des Youngsters soll auch Dirk Nowitzki ausmerzen.

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Gewöhnlicherweise wählen NBA-Teams ihre Draft-Kandidaten nach deren langfristiger Perspektive aus. Sie sollen langsam in eine Führungsrolle hinein wachsen und sich dann im Idealfall zum Vorzeigespieler der Franchise entwickeln.

Die Dallas Mavericks - traditionell im Draft nicht mit dem glücklichsten Händchen - sind sich dieses Jahr bei Dennis Smith jr. sicher, dass es viel schneller geht.

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"Wir bekommen einen Jungen, der sofort den Ausschlag geben kann. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre er ein Starter. Aber er weiß, dass er sich das verdienen muss. Er will großartig werden", schwärmt Mavericks-Coach Rick Carlisle: "Wir haben unseren Jungen. Das ist eine historische Nacht für uns. Wenn ihr diesen Kerl auf den Platz gehen und spielen seht, werdet ihr unseren Enthusiasmus verstehen."

Unverkennbare Parallelen zu Westbrook

Smith jr., dieser 19-jährige Point Guard von der North Carolina State University, ist genau das, was die Mavericks gerade brauchen.

Schnell, explosiv, athletisch, punkthungrig und trotzdem mit gutem Auge für seine Mitspieler - das erinnert doch sehr an Triple-Double-Monster Russell Westbrook.

Und die Parallelen von Smith jr. und dem heißesten MVP-Anwärter der abgelaufenen Saison sind nicht von der Hand zu weisen.

Der schnelle erste Schritt, der unachahmliche Drive zum Korb, durch den er entweder selbst einfache Punkt folgen lässt, oder seinen Teamkollegen jede Menge Raum verschafft - Smith jr. kommt wie ein neun Jahre jüngerer Klon von Westbrook daher.

"Unsere Herzen haben höher geschlagen"

Und die Szene feiert die Mavericks für ihren Pick. NESN bezeichnet Smith jr. als den schlafenden Riesen im Draft. Die einhellige Meinung: Dallas ist mit dem ACC Rookie of the Year endlich in der neuen NBA-Ära angekommen.

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Nahezu identische Zahlen wie Wall

Smith jr. legte in seinem ersten Jahr für das NC State Wolfpack durchschnittlich 18,1 Punkte und 6,2 Assists pro Spiel auf und war in der abgelaufenen College-Saison einer von nur zwei Spielern seiner Division, dem zwei Triple-Doubles gelangen.

Smiths Zahlen am College ähneln frappierend denen von John Wall, einem weiteren Überathleten aus der NBA, mit dem der Neu-Mav vergleichbar ist. Smiths Dreier ist zwar noch nicht komplett sattelfest (knapp 35 Prozent am College), mit seinem Speed stellt er - ähnlich wie Wall - defensive Abwehrreihen aber vor schon jetzt große Probleme.

Auch was Steals, Assist-Turnover-Rate oder Feldwurfquote angeht - die Parallelen zwischen Smith jr. und Wall ziehen sich durch nahezu sämtliche Stats.

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Mental braucht sich der Jungspund vor den großen der Zunft ebenfalls nicht verstecken.

Seinen größten College-Auftritt legte der Point Guard ausgerechnet gegen das Überteam der Duke University hin, gegen das die NC University zwölf Jahre in Folge nur verloren hatte. 32 Punkte von Smith jr. später war der Bann gebrochen, das "Wolfsrudel" rang den haushohen Favoriten erstmals wieder nieder.

Ein Mentalitätsmonster ist der Rookie der Mavs also auch, einer der in den großen Momenten da ist, nicht nur physisch, sondern auch psychisch unglaublich stark - und das, obwohl den 19-Jährigen erst vor zwei Jahren ein Kreuzbandriss weit zurückgeworfen hatte.

"Jetzt bin ich definitiv motiviert. Ich bin mein ganzes Leben unterschätzt worden, das ist für mich völlig in Ordnung. Ich bin das gewohnt", sagte Smith jr. noch in der Draft-Nacht. "Jetzt werde ich raus gehen und Dennis Smith jr. sein - und nichts wird mich davon abhalten."

Charakterliche Defizite? Nowitzki soll helfen

Das klingt nach jeder Menge Selbstvertrauen. Wieder eine Parallele zum großen Vorbild Westbrook. Das einzige Problem: Wie beim Superstar der Oklahoma City Thunder schießt Smith jr. auch schon einmal übers Ziel hinaus. Wenn er auf dem Parkett den Kopf verliert, leiden seine Entscheidungen, seine Turnover-Quote steigt, seine Dreier-Quote sinkt.

Vor dem Draft wurden dem neuen Hoffnungsträger der Mavericks auch charakterliche Defizite vorgeworfen. Doch noch im Barclays Centers versuchte Smith jr. mit diesen Vorwürfen aufzuräumen und versprach: "Die Fans dürfen einen Point Guard erwarten, der den Wettbewerb liebt, der seine Mitspieler aber auch über die eigene Stat-Line stellt."

Dafür, dass sich das Mega-Talent auch wirklich in den Dienst der Mannschaft stellt, dürften nicht zuletzt Coach Carlisle und Dirk Nowitzki sorgen. Carlisle hat die Vision eines modernen und schnellen Spiels und kann keine Einzelgänger gebrauchen. Nowitzki ist der große weise Mann im Kader der Mavericks, der Häuptling und Prototyp eines Teamplayers.

Ganz so, als wolle er der lebenden Dallas-Legende gleich in seiner ersten Nacht als Maverick die nötige Ehrfurch erweisen, schwang sich Smith jr. noch in der Nacht zu Lobeshymnen auf: "Dirk kann mir vieles beibringen. Ich freue mich darauf, von ihm zu lernen." Nowitzki wird die Rolle als Mentor gerne annehmen.