© SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/iStock
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München und Kaunas - Von Deutschland über Litauen in die NBA? Isaiah Hartenstein hat im Draft gute Chancen. Mit SPORT1 spricht er über Dirk Nowitzki und seinen ungewöhnlichen Weg.

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Am 22. Juni könnte in Brooklyn die nächste vielversprechende NBA-Karriere eines deutschen Basketballers ihren Anfang finden.

Isaiah Hartenstein gilt als größtes deutsches Talent seit Dirk Nowitzki - und hat sich für den NBA-Draft 2017 angemeldet. Neben Moritz Wagner und Kostja Mushidi ist Isaiah Hartenstein der dritte Deutsche, der seinen Namen für die alljährliche Talenteziehung in den Ring geworfen hat (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1 US ).

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Und die Chancen, dass Liga-Boss Adam Silver Hartensteins Namen früh nennen wird, stehen gut. Denn die NBA-Scouts hat der Sohn des früheren Bundesligaspielers Florian Hartenstein im Vorfeld schon beeindruckt.

Scouts beeindruckt

"Wir haben mit vielen General Managern und Scouts gesprochen. Die hatten sehr viel Gefallen an mir", erklärt der 19-Jährige im SPORT1-Interview seine Draft-Entscheidung.

So viel Gefallen, dass sie Hartenstein zwischen Position zehn und zwanzig einordnen. Zum Vergleich: Dirk Nowitzki wurde an neunter Stelle gepickt, Dennis Schröder an Position 17.

Wie Schröder und Nowitzki nahmen auch Hartenstein und Mushidi, die seit Jahren gut befreundet sind, am Nike Hoop Summit teil. Mushidi wurde beim renommierten Nachwuchsspiel Portland mit 14 Punkten Topscorer der Weltauswahl, auch überzeugte Hartenstein mit zehn Zählern - und einer starken Trainingswoche.

"Das Spiel war okay, hätte aber viel besser sein können. Doch ich hatte eine sehr gute Trainingswoche, was für die Scouts und GMs das Wichtigste ist", sagt Hartenstein: "Allgemein waren meine Gespräche mit den ganzen Leuten sehr positiv. Ich habe einen sehr guten Eindruck hinterlassen."

Ungewöhnlicher Werdegang

Hartenstein hat einen ungewöhnlichen Werdegang vorzuweisen.

Geboren in der US-Stadt Eugene, wo sein Vater an der University of Oregon studierte und Basketball spielte, eiferte der kleine Isaiah früh dem Papa nach, entdeckte die Liebe zum orangen Leder und besuchte mit vier seine ersten Basketballcamps. Sein Name geht übrigens nicht auf Pistons-Legende Isiah Thomas zurück, wie man vermuten könnte. "Nein, es ist ein christlicher Name", erklärt Hartenstein. Isaiah ist ein wichtiger Prophet in der Bibel.

Mit elf Jahren folgten Isaiah und seine Mutter Theresa dem Vater zurück nach Deutschland, wo dieser in der BBL spielte und nach der Karriere als Jugendtrainer bei den Artland Dragons seinen Sohn zu einem dominanten Spieler formte.

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Kaunas statt US-College

Im Januar 2016 wagte Hartenstein junior den Sprung von den Dragons zum litauischen Topklub Zalgiris Kaunas, entschied sich gegen den Wechsel zu einem Bundesligisten oder ans College - trotz Anfragen renommierter Unis wie Duke und Arizona.

"Ich habe hier gesehen, dass ich von vielen Leuten etwas lernen kann, dass ich jeden Tag gegen die besten Spieler spiele. Die Trainer haben mir in diesem Jahr auch sehr geholfen, das Spiel besser zu verstehen. Das war eine Umgebung, in der ich mich wie zuhause fühle", erzählt Hartenstein.

Ähnlich wie bei Paul Zipser, der den Schritt vom FC Bayern München in die NBA erstaunlich gut meisterte, könnte auch ihm die Erfahrung, bereits in einer Herrenmannschaft gespielt zu haben, zu Gute kommen.

"Das hilft auf jeden Fall", sagt der Jugend-Nationalspieler: "Man muss sich daran gewöhnen, alleine zu sein und gegen Männer zu spielen und zu trainieren. Man muss auch darauf achten, was man jeden Tag isst und wie man seinen Tag aufteilt."

Körperlich ist Hartenstein bereits in guter Verfassung und sollte auch athletisch in der NBA mithalten können.

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Vergleich mit Nowitzki? "Wird sich zeigen"

Vater Florian hat sich in der vergangenen Saison etwas zurückgenommen, unterstützt seinen Sohn ansonsten aber "bei jeder Lage. Er hat mir sehr geholfen, besonders, weil er selbst Spieler war. Ich konnte von Leuten und Spielern lernen, was wichtig ist - nicht nur auf dem Feld, sondern auch daneben", berichtet Hartenstein junior: "Es ist mir sehr wichtig, wie ich mich off-the-court benehme."

Auf dem Feld besticht der 2,13-Meter-Mann, der in der NBA wohl auf den Positionen drei, vier und fünf eingesetzt werden kann, durch seine Allroundqualitäten. "Ich kann sehr viel machen. Ich kann innen oder außen spielen und sehr gut passen. In der Verteidigung kann ich mehrere Positionen verteidigen", sagt Hartenstein selbstbewusst.

Und der Vergleich mit Nowitzki? "Ich achte darauf nicht wirklich. Was Dirk Nowitzki für den deutschen Basketball gemacht hat, war sehr besonders. Es wird sich später herausstellen, ob das gerecht ist oder nicht. Ich versuche einfach, zu trainieren, jeden Tag besser zu werden und mein Spiel zu spielen. Dann wird das für sich sprechen."