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In der GFL wird es für Meister New Yorker Lions ernst. Mit den Berlin Rebels wartet im ersten Spiel direkt der Angstgegner - und der hat einen neuen Quarterback.

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Am zweiten Spieltag der GFL gibt auch Titelverteidiger New Yorker Lions aus Braunschweig seinen Einstand. Ebenso wie Gegner Berlin Rebels gehörten die Niedersachsen zu den Mannschaften, die wegen der Corona-Maßnahmen ihrer Bundesländer erst sehr spät ins Training einsteigen durften. Die zusätzliche Woche der Vorbereitung kam beiden also gelegen.

Zumal beim Rekordmeister in Braunschweig die Veränderungen während der langen 20 Monate seit dem letzten German-Bowl-Sieg deutlicher sind als gewohnt. Und nun geht es auch noch gleich gegen den "Angstgegner": Seit 2016 haben die New Yorker Lions in Punktspielen der GFL Nord insgesamt nur drei Spiele verloren - alle gegen die Berlin Rebels. (Alles zur GFL)

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Für die Berliner blieben dies Achtungserfolge, sie verspielten bessere Ausgangspositionen für die Playoffs immer wieder in vermeintlich leichteren Spielen. Dieses Jahr erhofft man sich bei den Rebels nach vier vierten und einem dritten Platz aus den letzten fünf Spielzeiten endlich einmal den Sprung auf einen der ersten beiden Plätze, um im Viertelfinale zu Hause spielen zu dürfen.

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Hohe Erwartungen gelten dabei Neuzugang Darius Wade. Der Quarterback spielte von 2014 bis zu einer Verletzung 2017 für die Boston College Eagles in der FBS, der höchsten Spielklasse im College Football in den USA. 25 Spiele bestritt er in der Stammformation, weitere fünf später auf ähnlichem Niveau noch nach seinem Wechsel zu den Bowling Green Falcons.

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Wade soll Impulse liefern

Typisch für die Rebels haben sie damit einen Spielmacher an Land gezogen, der sowohl per Pass aus auch selbst per Lauf für Yards sorgen kann. Bislang ebenso typisch für die Berliner allerdings: Die Impulse ihrer Quarterbacks für den Angriff in den letzten Jahren blieben doch eher sporadisch. Dies sollte sich mit Wade definitiv ändern, und so könnte er tatsächlich genau zu dem Puzzleteil werden, das bisher fehlte. (GFL: Spielplan/Ergebnisse und Tabellen)

Dass die Berliner Verteidigung genauso stark wie bis 2019 bleiben könnte, liegt dagegen am langjährigen Anker ihrer Defense. Rory Johnson kam nach seiner College-Zeit bei Ole Miss 2010 nach Deutschland ist seither fast durchgehend als Middle Linebacker das Gesicht der Rebels-Defense. Gemeinsam mit Defensive Back Paul Morant (sieben Interceptions 2019) und weiteren Verteidigern mit langer GFL-Erfahrung sollte die Basis der bisherigen Rebels-Erfolge unverändert sein.

Für den Braunschweiger Angriff gibt es also gleich zu Beginn eine harte Nuss zu knacken. Neuer Quarterback der New Yorker Lions ist Jake Kennedy, der bis 2018 College Football in der Division III spielte und 2019 in Österreich für Graz sein Europa-Debüt gab.

Augenmerk auf die Passverteidigung

Vor allem aber haben Cheftrainer Troy Tomlin und sein Trainerstab bei den amerikanischen Neuzugängen ein Augenmerk auf die Passverteidigung gelegt: Exavier Edwards und Da´Shawn Benton sollen den "Luftraum" vor und vor allem in der Braunschweiger Endzone sauber halten. (Interview: Ex-NFL-Profi will GFL aufmischen)

Die Verstärkung dieses Bereichs spricht für weise Voraussicht in Braunschweig. Nicht nur die Rebels, sondern mit Dresden und Köln weitere Hauptkonkurrenten in der Nord-Gruppe haben mit neuen Quarterbacks die Grundlage für noch erfolgreicheres Passspiel gelegt. Wie gut das gelungen ist, zeigte sich in deren Saisondebüt gegeneinander beim 48:41 für die Kölner mit insgesamt acht Touchdown-Pässen.

Das Rückspiel gibt es diese Woche live auf SPORT1 (Samstag, ab 16:30 Uhr Uhr LIVE im TV und Stream): Vor allem die Passverteidiger beider Teams dürften die letzten Tage zwar einige Extrastunden an Vorbereitung absolviert haben.

Dresden unter Zugzwang

Doch so stark wie sowohl Chris Strong für die Cologne Crocodiles als auch Kyle Carter-Samuels für die Dresden Monarchs als Quarterbacks auftrumpften, wird eine Woche Training kaum genug gewesen sein, und beide werden am Samstag nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" ihr Glück versuchen müssen.

Darrell Stewart steht in Diensten der Dresden Monarchs
Darrell Stewart steht in Diensten der Dresden Monarchs © football-aktuell.de/Brock

Vor allem die Dresdner sind in Zugzwang. Bis letzte Woche hatten sie das Ziel, nach sechs zweiten Tabellenplätzen in den letzten sieben Saisons endlich einmal Braunschweig von Platz eins verdrängen zu können. Noch eine Niederlage gegen die Crocodiles ist da nicht drin. Zumal mit den Potsdam Royals, die 55:6 in Kiel gewannen und die Baltic Hurricanes nun ebenfalls gleich zum Rückspiel empfangen, neben Braunschweig, Berlin und Köln noch ein weiterer Playoff-Kandidat aufgetaucht ist.

Dresdens Cheftrainer Ulrich Däuber weiß, was die Stunde geschlagen hat: "Wir haben offensiv einen guten Tag erwischt, defensiv aber zu viel zugelassen. Köln hat uns mit seiner Spielweise ein wenig überrascht. Nun ist es wichtig, die richtigen Schlüsse aus der vergangenen Partie zu ziehen und es vor heimischem Publikum deutlich besser zu machen." Bei bis zu 1.500 zugelassenen Zuschauern setzen die Dresdner dabei auch auf ordentliche Heimspiel-Atmosphäre.

München muss in Ravensburg ran

In der GFL Süd bestätigte Vizemeister Schwäbisch Hall am ersten Spieltag gegen Aufsteiger Ravensburg seine eindeutige Favoritenstellung. Diesen Sonntag spielen die Unicorns beim Schweizer Meister Calanda Broncos um den Einzug ins Finale des Europa-Wettbewerbs CEFL, wo die Tirol Raiders der Gegner wären. 

Eine Chance für die Verfolger in der heimischen Liga, sich in Stellung zu bringen - allerdings geht es für die Marburg Mercenaries so wie für die Stuttgart Scorpions nach den Auftaktniederlagen beim Vergleich in Stuttgart nun erst einmal um Schadensbegrenzung. Deutlich entspannter reisen da die Munich Cowboys zum Aufsteiger nach Ravensburg.

Aber auch hier gilt beim Blick auf die Ergebnisse des ersten Spieltages Vorsicht walten zu lassen. Münchens Passangriff um Quarterback Justin Sottilare und Receiver Michiah Quick war den überforderten Frankfurtern ebenso klar überlegen wie Ravensburg Passverteidigung dem Angriff der Unicorns unterlegen war. Wo die Mannschaften aber tatsächlich stehen, kann sich erst in den Spielen zeigen, in denen die Kräfteverhältnisse nicht so krass unterschiedlich sind.

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