Die GFL geht in die heiße Phase. In den ersten Viertelfinals setzen sich die Favoriten durch. Die New Yorker Lions Braunschweig feiern dabei einen Kantersieg.

von SPORT1

Die drei ersten Spiele der GFL-Play-Offs 2018 brachten im Viertelfinale die erwarteten Heimsiege der Favoriten. Titelverteidiger Schwäbisch Hall Unicorns bezwang die Cologne Crocodiles mit 37:14, bei den New Yorker Lions in Braunschweig (59:14 gegen die Munich Cowboys) und den Dresden Monarchs (51:19 gegen Allgäu Comets) hatten auch die beiden bayerischen Teams wenig zu bestellen.

Das erste Halbfinale am kommenden Samstag steht so bereits fest: Schwäbisch Hall erwartet dabei Dresden. Der Gegner der New Yorker Lions in Braunschweig wird im letzten Viertelfinale zwischen Samsung Frankfurt Universe und Berlin Rebels (23. September, 15 Uhr) ermittelt.

Die Favoritenrolle wird er dort nicht inne haben. Auch wenn es in den Halbfinalspielen wahrscheinlich enger zugehen dürfte, demonstrierten die Gastgeber am Samstag souverän, dass sie zu den Play-Offs in Hochform sind. Die New Yorker Lions hatten nur ganz zu Anfang gegen die beherzt beginnenden Munich Cowboys etwas Sand im Angriffsgetriebe. Die nutzte der Ex-Braunschweiger in Reihen der Münchner, Kai Silbermann, zur 7:0-Führung der Gäste.

Braunschweig dreht in zweiter Hälfte auf

Danach aber brachen bald alle Dämme. Bei den Gastgebern waren unter anderem mit Nathaniel Morris oder Patrick Finke wichtige Akteure nach zum Teil langer Verletzungspause wieder dabei. Touchdown-Pässe von Jadrian Clark auf Nicolai Schumann und Jan Hilgenfeldt, Christopher McClendons Touchdown-Lauf und ein Field Goal von Tobias Goebel sorgten bis zur Halbzeit für die 24:7-Vorentscheidung.

Das dritte Spielviertel gehörte schließlich vollständig den New Yorker Lions, egal ob sie im Angriff oder in der Verteidigung waren. Morris krönte seine Rückkehr ins Team mit einem 45-Yard-Touchdown-Fang, wenig später brachte Darius Robinson den Ball nach seiner zweiten Interception des Tages direkt in die Endzone der Cowboys, und McClendon erhöhte einmal per Lauf und einmal per Passfang bis zum letzten Seitenwechsel bereits auf 52:7.

Danach schonten sich die Gastgeber, ihr Nachwuchsmann Tobias Nick durfte noch einen Touchdown erzielen, während für die Münchner der Touchdown von James Okike zum 14:59 den Schlussstrich für ihre Saison bedeutete.

Titelverteidiger tut sich lange schwer

Länger auf die Entscheidung warten mussten die rund 2.500 Anhänger des Titelverteidigers in Schwäbisch Hall. Die Haller taten sich mit ihrer Offense drei Viertel lang sehr schwer gegen die Crocodiles aus Köln. In fast jedem Spielzug machten die Kölner Linebacker enormen Druck und stoppten die Unicorns-Ballträger oftmals früh.

Doch mit dieser aggressiven Vorwärtsverteidigung öffneten die Kölner eben auch viele Raum im hinteren Bereich für Big Plays der Unicorns. Diese Chancen nutzten die Schwäbisch Haller oft genug, um die Partie mit 37:14 zu gewinnen, auch wenn bei den Gastgebern lange kein echter Spielfluss zustande kommen wollte.

Der angeschlagene Receiver Tyler Rutenbeck, mit dessen Einsatz man Mitte der Woche noch nicht rechnen konnte, fing im ersten Viertel einen 82-Yard-Pass zum Touchdown zum 7:0, ein weiterer langer Pass von Marco Ehrenfried auf Nate Robitaille im zweiten Viertel brachte zwar keine Punkte, verschaffte der Verteidigung der Haller aber weitere Unterstützung. Den Kölner Angriff hielt sie auch deswegen in der gesamten ersten Hälfte komplett in Schach.

Tyler Rutenbeck glänzte beim Sieg der Schwäbisch Hall Unicorns gegen die Cologne Crocodiles
Tyler Rutenbeck glänzte beim Sieg der Schwäbisch Hall Unicorns gegen die Cologne Crocodiles © football-aktuell.de/CS-Sportfoto

Mit dem Pausenpfiff erhöhte Tim Stadelmayr per Field Goal auf 10:0, im dritten Viertel kam Rutenbeck nach einem Trickspielzug auf Pass von Ian Gehrke zum 17:0. Die endgültige Entscheidung leitete dann Mitte des letzten Viertels Christan Köppe mit seiner Interception ein, die wenig später Christan Hafels nach Zuspiel von Ehrenfried zum 24:0 nutzen konnte.

Köln lief nun die Zeit davon. Chuka Okpalobi und drei Minuten vor Spielende David Döpfner legten weitere Touchdowns nach, so dass weder Michael Muntus Touchdown nach einem geblockten Punt noch der einzige Touchdown ihrer Offense durch Dean Tanwani den Kölnern etwas nutzten.

"Unsere Defense hat ein sehr gutes Spiel gemacht", lobte Halls Head Coach Jordan Neuman die Schützlinge von Defensive Coordinator Johannes Brenner nach dem Spiel. "Die Kölner Defense hat uns das Leben sehr schwer gemacht und unser Laufspiel in der ersten Hälfte komplett gestoppt." Mit Blick auf das anstehende Halbfinale sagte Neuman: "Dresden hat einige der besten Spieler in Deutschland und in Summe hat das Team keine echten Schwächen. Das wird sicher ein enges Spiel."

Dresden trifft nach Sieg auf Schwäbisch Hall

Die Dresden Monarchs haben am Samstag ihr Viertelfinale zu Hause mit 51:19 gegen die Allgäu Comets gewonnen. Fünf Touchdown-Pässe von Trenton Norvell (davon drei auf Mitchell Paige) und ein Touchdown-Lauf von Glen Toonga hatten die Sachsen dabei in den ersten drei Vierteln vorgelegt und den Comets keine Chance gelassen.

Die Dresden Monarchs (gold) stehen nach dem Erfolg gegen die Allgäu Comets im Viertelfinale
Die Dresden Monarchs (gold) stehen nach dem Erfolg gegen die Allgäu Comets im Halbfinale © football-aktuell.de/Dirk Pohl

Play-Off-Spiele in Schwäbisch Hall sind für die Monarchs nichts Neues: Drei Viertelfinal- und drei Halbfinalspiele haben sie schon bei den Unicorns bestritten. Zwei Viertelfinals konnten sie gewinnen, bei den anderen vier Partien gingen die Unicorns als Sieger vom Platz.

Neben den Viertelfinals gab es auch die Hinspiele der Relegation zur GFL und dabei wohl bereits die Entscheidungen: Im Norden siegte GFL-2-Nord-Meister Düsseldorf Panther auswärts bei den Hamburg Huskies mit 36:10, im Süden behauptete der GFL-Achte Stuttgart Scorpions sich dagegen mit 72:34 gegen den Herausforderer Ravensburg Razorbacks.

Dass diese Resultate bei den Rückspielen in zwei Wochen noch umgekehrt werden könnten, dürfte nicht zu erwarten sein.

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