Im Playoff-Endspurt trennen sich die New Yorker Lions und die Dresden Monarchs Remis. Die Berlin Rebels sind doppelt im Pech. Die Cowboys machen die Playoffs klar

Kaum fassbares Ende der Punktspielsaison in der GFL Nord: Die New Yorker Lions und die Dresden Monarchs trennten sich im Spitzenspiel in Braunschweig mit 28:28 - also tatsächlich mit dem Unentschieden, das beiden ein Heimspiel im Viertelfinale beschert. Dagegen schauen die Berlin Rebels trotz eines 38:0-Heimsieges gegen Hildesheim in die Röhre und müssen in zwei Wochen nun nach Frankfurt müssen.

Doppelt fatal für die Berliner: Beim am Ende wertlosen Sieg schied auch noch Quarterback Terrell Robinson mit einer Schulterverletzung aus.

Der Tabellendritte aus der Hauptstadt hatte die direkten Gesamtvergleiche gegen beide Konkurrenten gewonnen und darauf gesetzt, in der Abschlusstabelle vor dem Verlierer des Spieles in Braunschweig zu landen. Doch Unentschieden sind im Football, jedenfalls nach vier Vierteln, eben doch häufiger, als man denkt. Auch am ersten NFL-Sonntag wenig später gab es in Cleveland eines, das sogar in einer Verlängerung nicht aufgelöst werden konnte.

Das Remis von Braunschweig entstand auch aus einer ganz "normalen" Football-Dramaturgie: Die Gastgeber legten jeweils Touchdowns durch Christopher McClendon, Nicolai Schumann, David McCants und Jan Hilgenfeldt vor, die Gäste aus Sachsen glichen viermal durch Mike Schallo, Mitchell Paige (2) und Trenton Norvell aus. Zum letzten Mal allerdings bereits im dritten Viertel, danach gerieten alle Angriffsbemühungen ins Stocken.

Monarchs blocken Field-Goal-Versuch

Die New Yorker Lions setzten nun hauptsächlich darauf, einen weiteren Ballverlust, wie er für das 28:28 die Basis gewesen war, zu vermeiden. Das ruhige Kurzpassspiel sollte den Gegner auch ein wenig einlullen, um einen Trickspielzug mit einem Pass von Receiver Hilgenfeldt auf Niklas Römer vorzubereiten. Doch die Dresdner Verteidigung blieb hellwach und verhinderte einen abermaligen Rückstand.

19 Sekunden vor Schluss hätte es aber doch soweit sein sollen. Braunschweigs Kicker Tobias Goebel trat aus kurzer Distanz zum Field Goal an, um seinem Team Platz eins endgültig zu sichern und nebenbei auch die Berliner auf Rang zwei zu schießen. Doch sein Schuss wurde von den Dresdnern geblockt - und danach ließen die Monarchs es gut sein und die letzten Sekunden ereignislos verstreichen.

Rebels-Quarterback verletzt sich

Lange Gesichter also in Berlin, wo zu diesem Zeitpunkt noch das vierte Viertel lief. Unter anderem drei Touchdowns des Holländers Sean Richard hatten für den klaren 38:0-Vorsprung gesorgt, der nun unerheblich geworden war. Die Invaders probten von Beginn an gar nicht den Aufstand, sondern schon für die Saison 2019, indem sie etwa auf der Quarterback-Position verschiedene Optionen testeten.

Notgedrungen mussten auch die Berliner Hayden Daniels auf die Spielmacher-Position verschieben. Gegen die Invaders ließ sich dies verkraften, der Rebels-Angriff lebt ohnehin hauptsächlich von den Läufen von Richard, Samuel Shannon oder eben Quarterback Terrell Robinson selbst. Ausgerechnet im letzten Spiel vor den Playoffs verletzte der sich allerdings bei einem dieser Läufe, die er im Stile eines Running Backs manchmal mit zuwenig Rücksicht auf den eigenen Körper auch bis zum vollen Tackle entschieden durchzieht. Nun bangen die Rebels für den schweren Play-Off-Auftakt in Frankfurt in zwei Wochen um die Schulter ihres Quarterbacks.

Cowboys machen Viertelfinale klar

Im Süden eroberten die Munich Cowboys den letzten verfügbaren Viertelfinalplatz mit einem erwarteten Heimsieg gegen die Stuttgart Scorpions. Die Stuttgarter standen als Tabellenletzter und Relegationsteilnehmer bereits fest, die Cowboys machten mit zwei Touchdown-Pässen von Trenton Miller auf Benjamin Linska und James Okike sowie zwei Miller-Läufen in die Endzone zielstrebig von Beginn an klar, wer Herr im Hause war.

Nach der Pause legte Miller einen weiteren Pass zum 37:7-Endstand auf Kai Silbermann nach, die Stuttgarter nutzten die Gelegenheit, um dem ältesten GFL-Spieler Günther Michel zu seinem längeren Einsatz für 2018 zu verhelfen. Der inzwischen 59-Jährige ist seit rund vier Jahrzehnten für die Schwaben als (Aushilfs-)Quarterback aktiv. Während sein Team in der Relegation den Bundesligaplatz nun gegen die Ravensburg Razorbacks verteidigen muss, geht es für den Münchner Traditionsklub der GFL im Viertelfinale nach Braunschweig zum Rekordmeister.

Was München gegen Stuttgart im Süden ist, war im Norden lange Zeit Düsseldorf gegen Berlin - das absolute Traditionsduell des deutschen Footballs. Dessen 43. Auflage fand diesmal in der GFL 2 Nord statt - zum vorerst letzten Mal. Die Berlin Adler standen bereits als Absteiger in die Drittklassigkeit fest, den Düsseldorf Panthern fehlte dieser Pflichtsieg noch, um sich für die Aufstiegsrelegation zur GFL gegen die Hamburg Huskies endgültig zu qualifizieren.

Dass es nur ein 19:14-Sieg des haushohen Favoriten wurde, wird die Hamburger allerdings kaum beruhigen: In der gesamten GFL-2-Saison lebten die Panther vor allem von ihrer Verteidigung, und hinter den scheinbar nur knappen Resultaten auch gegen schwächere Gegner steckte eben oft doch eine ziemliche Kontrolle über Spiel und Gegner.

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