Running Back Abdul-Jaleel Awini punktete für Hildesheim
Running Back Abdul-Jaleel Awini punktete für Hildesheim © football-aktuell.de/Zelter

Überraschung in der GFL. Potsdam muss gegen die Hildesheim Invaders eine deutliche Pleite hinnehmen. Die Offense der Royals ist nur ein Schatten ihrer selbst.

Die größte Überraschung der laufenden GFL-Saison gab es am vergangenen Samstag in Potsdam: Aufsteiger Potsdam Royals kassierte nicht nur gegen die Hildesheim Invaders eine unerwartete Niederlage, beim 0:14 war dazu auch noch der bisher so überzeugende Angriff der Royals nur ein Schatten seiner selbst.

Keine eigenen Punkte in einem Spiel erzielt hatten die Potsdamer zuletzt 2010, damals in der dritten Liga und lange vor der Zeit, in der sie ihren Sturmlauf aus den unteren Ligen bis hinein in die GFL und dort nun bis in die Nähe der Playoff-Ränge starteten.

Offense der Potsdamer miserabel 

Gegen die Hildesheimer, die vor zwei Wochen erst ihren ersten Saisonsieg gegen Schlusslicht Hamburg eingefahren hatten, gelang den Potsdamern offensiv so gut wie nichts. Ganze 129 Yards Raumgewinn, nur ein Drittel dessen, was die Royals bisher pro Spiel in der GFL lieferten, schafften sie. Running Back Tyvis Smith blieb mit 3,1 Yards pro Lauf deutlich unter seinen Möglichkeiten.

So war es vor allem ein Triumph der Invaders-Defense, die ihren Angriff immer wieder ins Spiel brachte. Lange Zeit nutzte dies den Hildesheimern nichts, zur Pause stand es 0:0, obwohl die Gäste gleich vier Mal die Potsdamer Red Zone erreicht hatten, aber jedes Mal ohne Punkte blieben. (SERVICE: Alle News zur GFL)

Hildesheim-Neuzugänge schlagen ein

Doch auch in der zweiten Hälfte fanden die Potsdamer im Angriff nicht zu ihrer gewohnten Form. Hildesheims neuer Quarterback Tyler Johnson und Running Back Abdul-Jaleel Awini fanden schließlich den Weg zu zwei Touchdowns in die Endzone.

Deren Verpflichtung hat sich für die Hildesheimer damit bereits ausgezahlt. Mit jetzt vier Punkten Vorsprung auf Hamburg und dem gewonnenen Hinspiel gegen die Huskies in der Hinterhand hat man im Kampf gegen die Relegation alle Trümpfe auf seiner Seite.

Was das reine Tabellenbild betrifft, hielt sich für Potsdam der Schaden in Grenzen, denn wie die Royals in der Vorwoche hatten auch die Cologne Crocodiles bei Rekordmeister New Yorker Lions in Braunschweig keine Chance und verloren 21:42. So bekommen die Brandenburger Anfang September beim Spiel in Köln womöglich die Gelegenheit, ein kleines „Endspiel“ um Rang vier im Norden zu bestreiten. Eine Angriffsleistung wie nun gegen Hildesheim würde dort aber sicher nicht reichen.

Auch in der GFL Süd mag man sich bei den Allgäu Comets über die nächsten spielfreien Wochen mit einem Blick auf die Tabelle trösten. Dort hatte das 7:66-Debakel der Kemptener gegen Samsung Frankfurt Universe erst einmal wenig Auswirkungen, weil die Verfolger Kirchdorf (14:35 in Stuttgart) und Ingolstadt (23:28 in München) ihrerseits Federn ließen.

Die Samsung Frankfurt Universe haben gegen die Allgäu Comets einen Kantersieg gefeiert
Die Samsung Frankfurt Universe haben gegen die Allgäu Comets einen Kantersieg gefeiert © football-aktuell.de/Baumert

Frankfurt mit brillanter Vorstellung

Allerdings zeigte sich bei der zweiten Heimniederlage in Folge überdeutlich, dass das ausschließlich auf Passspiel setzende Angriffskonzept von Coach Stan Bedwell nun von den Verteidigungstrainern der Liga „entschlüsselt“ ist. So sehr Fans oder auch der eine oder andere kreative Coach es sich wünschen: Football funktioniert auf Dauer nicht ganz ohne Laufspiel.

Jedenfalls nicht gegen eine aufmerksame Verteidigung, und dies wiederum war auf der anderen Seite Allgäus nächstes Problem. Ex-Comets-Coach Brian Caler deckte mit dem Frankfurter Angriff gnadenlos eine Schwachstelle nach der nächsten auf. Schon zum ersten Seitenwechsel lagen die Gäste so 26:0 in Front, zur Halbzeit bereits mit 46:7.

Die fünf Saisonsiege bisher sind so für die Comets vielleicht nicht so sehr die Basis für die Playoffs als vielmehr ein Polster gegen den Abstieg. In den Kampf um den Relegationsplatz kam am Sonntag in der GFL Süd neues Leben: Der Tabellenletzte Stuttgart Scorpions bestätigte beim 35:14 gegen Kirchdorf seine ansteigende Form. Die Hoffnungen vor dem möglichen „Schicksalsspiel“ gegen die Munich Cowboys am 4. August sind da noch einmal gewachsen.

Munich Cowboys im Abstiegskampf

Andrea Spadoni und die Munich Cowboys stecken derzeit im Abstiegskampf fest
Andrea Spadoni und die Munich Cowboys stecken derzeit im Abstiegskampf fest © football-aktuell.de/Miladinovic

Bis dahin allerdings spielen die Munich Cowboys selbst noch zweimal, als einziges Team der GFL legen die Münchner für den Rest des Monats Juli keine längere Sommerpause ein.Dies kommt der Mannschaft wahrscheinlich gelegen, denn dem Sieg in Kempten ließ man nun auch noch ein 28:23 gegen die Ingolstadt Dukes folgen.

Nimmt man diesen Schwung mit in das nächste Heimspiel gegen die Kirchdorf Wildcats am 21. Juli, könnten die Münchner sich vielleicht schon vor der Reise nach Stuttgart selbst aus dem Abstiegskampf lösen. Und angesichts eines vergleichbar leichten Restprogramms ab August womöglich doch noch zu höheren Zielen für dieses Jahr aufbrechen.

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