München - YouTube-Phänomen Zion Williamson glänzt in seinem College-Debüt für Duke und straft Kritiker Lügen. Auch eine Trainingsszene des 18-Jährigen sorgt für Aufsehen.

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Vor rund eineinhalb Jahren begann ein 16-Jähriger aus South Carolina, die Basketball-Welt für sich zu erobern.

In erster Linie mit krachenden Dunks und spektakulären Blocks versetzte Zion Williamson die Fans in den sozialen Netzwerken in Ekstase, seine Highlight-Videos wurden millionenfach geklickt.

"Drei oder mehr Meisterschaften" wolle er irgendwann gewinnen, erklärte Williamson damals bei SPORT1 - und damit seinem großen Vorbild LeBron James nacheifern.

Williamson entscheidet sich für Duke Blue Devils

Das alles schien noch weit weg, inzwischen aber ist Williamson seinem Traum von der NBA wieder einen großen Schritt nähergekommen.

Als zweitbester Spieler seines Jahrgangs wurde er in den ESPN 100 der vielversprechendsten Talente gelistet, als es darum ging, an welchem College er seine Karriere fortsetzen sollte.

Anfang des Jahres fiel die Entscheidung: Wie die beiden anderen Top-Talente R.J. Barrett (Nr. 1) und Cam Reddish (Nr. 3) entschied sich Williamson für die Duke University und das Basketball-Team der Blue Devils (College Basketball LIVE im TV auf SPORT1 US und im LIVESTREAM).

Keine ganz überraschende Wahl, schließlich hatte er einst schon bei SPORT1 betont, Trainer-Legende Mike Krzyzewski sei "einer der nettesten und intelligentesten Menschen, denen ich je begegnet bin".

Top-3-Talente am College bei Coach K

Deutlich überraschender war, dass sich in Williamson, Barrett und Reddish gleich die Top 3 des Jahrgangs für ein und dieselbe Uni und "Coach K" entschieden - so eine geballte Ansammlung an Talent hatte es in der College-Geschichte zuvor noch nicht gegeben.

Am Mittwoch nun standen zwei der drei künftigen NBA-Anwärter erstmals gemeinsam in einem Spiel für die Blue Devils auf dem Court - und wie nicht anders zu erwarten war, wurde es spektakulär.

Auf der Kanada-Reise der Blue Devils ließen es Barrett und Williamson - Reddish fehlte noch verletzt - beim 86:67-Sieg über Ryerson mächtig krachen.

Ein Mega-Dunk hier, ein Monster-Block da, dazu Punkte ohne Ende. 34 Zähler standen in seiner kanadischen Heimat am Ende auf Barretts Konto, 12 von 30 Würfen aus dem Feld waren erfolgreich.

Noch effektiver war Williamson, der 13 seiner 23 Wurfversuche für 29 Punkte verwandelte, zusätzlich 13 Rebounds sammelte und mit einem Block für Aufsehen sorgte, bei dem er den Ball derart weit oben abräumte, dass er selbst mit dem Kopf beinahe gegen das Brett hinter dem Korb zu krachen schien.

Zion Williamson: "Ein Traum, der wahr wird"

"Es ist wie ein Traum, der wahr wird. Einfach nur diese vier Buchstaben auf deiner Brust zu tragen, ist eine verrückte Erfahrung, und etwas, das ich nicht einmal beschreiben kann", sagte Williamson über seinen ersten Auftritt im Duke-Trikot.

Skeptiker, die ihm unterstellten, er könne nur gegen die körperlich meist gnadenlos unterlegenen Kontrahenten auf Highschool-Level glänzen, straft Williamson schon zu Beginn seiner College-Karriere Lügen.

Kein Wunder: Das Kraftpaket wird in den offiziellen Spielerlisten mit 130 Kilogramm bei 2,01 Meter Körpergröße aufgeführt - damit würde er selbst in der NBA zu den schwersten Spielern gehören.

Krzyzewski schwärmt: "Zion ist einzigartig"

"Zion ist ein außergewöhnlicher Athlet, in unserer Conference fällt mir niemand Vergleichbares ein", erklärte Duke-Coach Krzyzewski.

Besonders beeindruckend dabei: Williamson dominiert nicht nur in der Zone, in Toronto präsentierte er auch einen geschmeidigen Wurf und traf drei von vier Dreierversuchen.

Das sorgte auch bei Krzyzewski für Begeisterung: "Er ist einzigartig. Er ist offensichtlich unglaublich gut am Ball. Er hat viel an seinem Dreier gearbeitet und heute war er einfach ein besonderer Basketball-Spieler."

Wie besonders Williamson sein kann, hatte er schon einige Tage zuvor im Training unter Beweis gestellt.

Williamson weckt Erinnerungen an Jordan

Im Internet kursiert ein Video, in dem Williamson von der Mittellinie Anlauf nimmt, an der Freiwurflinie (!) zum Sprung ansetzt und den Ball per krachendem Dunk in den Korb stopft.

Kommt ihnen bekannt vor? Nicht wenige, die das Video zu sehen bekamen, fühlten sich an Michael Jordans legendäre Aktion aus dem Slam-Dunk-Contest 1987 erinnert.

Williamson anhand dieser einen Szene schon jetzt mit dem größten Spieler der Basketball-Geschichte zu vergleichen, wäre ohne Frage absurd.

Entwickelt sich der heute 18-Jährige aus South Carolina aber in einem ähnlichen Tempo weiter, dann wird er in eineinhalb Jahren den nächsten Schritt in Richtung Eroberung der Basketball-Welt gemacht haben.

Und dann bereits in der NBA für Furore sorgen.