Lesedauer: 5 Minuten

München - Deutschlands neues Basketball-Juwel Satou Sabally erklärt SPORT1, was sie US-Präsident Donald Trump sagen würde - und verrät ihre Rituale und Heimatgefühle.

Anzeige

Natürlich will Satou Sabally in erster Linie als Sportlerin wahrgenommen werden, wer mag es ihr verdenken:

Und nachdem ihr Wechsel in die Dirk-Nowitzki-Stadt perfekt ist, soll sich der Fokus vor allem auch darauf richten: Wie wird die 1,93 Meter große Flügelspielerin, die im Draft der WNBA an zweiter Position von den Dallas Wings gezogen wurde, in der US-amerikanischen Frauen-Basketball-Profiliga durchstarten?

Anzeige

"Wir sind ein junges Team und werden hart arbeiten müssen, um eine Spielkultur zu kreieren. Wir haben keine älteren Spielerinnen im Team, die es uns zeigen können, wir werden von Spiel zu Spiel dazulernen müssen", sagt Sabally dazu nun im Gespräch auch mit SPORT1 über ihren neuen Verein.

Jetzt aktuelle Basketball-Fanartikel kaufen - hier geht's zum Shop | ANZEIGE

Das klingt zunächst recht förmlich und floskelhaft - sie sehe es als Herausforderung an, ähnlich der Situation, "als ich hier in Oregon angekommen bin. Ich freue mich auch, mit Luisa Geiselsöder (an 21. Position ebenfalls von den Wings gedraftet, Anm. d. Red.) in einem Team zu spielen - wir haben bereits miteinander darüber gesprochen, das wird super."

Sabally hätte Trump etwas zu sagen

Und doch wirkt die 21-Jährige aus Berlin, als habe sie weitaus mehr Potenzial, als einfach nur mitzuwirken - nicht nur allein wegen ihrer bisherigen Top-Leistungen im Trikot der Oregon Ducks (durchschnittlich 16,2 Punkte und 6,9 Rebounds) und einer Gala beim Sensationssieg über das zuvor seit 1996 ungeschlagene US-Nationalteam, wo sie mit mit 25 Punkten nachhaltig glänzte.

Vielmehr hat Sabally etwas zu sagen. Sie ist politisch, multikulturell, engagiert sich gegen Rassismus und Polizeigewalt sowie für Gleichberechtigung und soziale Ungerechtigkeit - und Sabally schreckt offenbar auch nicht davor zurück, den Mächtigen die Stirn zu bieten.

Auf SPORT1-Nachfrage, wie sie US-Präsident Donald Trump begegnen würde, liefe der ihr über den Weg, sagt die in New York geborene Tochter einer deutschen Mutter und eines gambischen Vaters: "Ich würde wirklich gerne mal mit ihm eine Konversation halten. Ich würde ihm zuhören, aber auch Fragen stellen, was die Gründe für manche seiner Aussagen sind."

Wenn das Gespräch dann um NFL-Footballer Colin Kaepernick (Sabally: "Eine gewaltige Inspiration, ein Held") ginge, den Trump wegen dessen knieenden Protestes bei der Nationalhymne als "Hurensohn" beleidigte, dürfte es kontrovers bis ungemütlich werden.

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Sabally in Kontakt mit LeBron 

Ihre sozialen Kanäle nutzt Sabally ohnehin, um für Misstände "mehr Aufmerksamkeit zu schaffen." 

Zuletzt präsentierte sie einen Hoodie aus authentischen afrikanischen Stoffen mit der Aufschrift "Mehr als ein Athlet", der deutschen Version einer Kampagne, die LeBron James ins Leben gerufen hat.

"Mittlerweile bin ich auch mit ihm in Kontakt getreten und werde mich mit ihm darüber unterhalten, wie ich mich mehr einbringen kann", erklärt die deutsche Nationalspielerin. "Die WNBA gibt den Athleten den Freiraum, das zu tun und das sagen, was sie möchten - auch zu sozialkritischen Themen."

Die basketballfreie Zeit wegen Corona will sie jedenfalls "dazu nutzen, andere Sachen auszuprobieren", wenngleich auch ihr die Pandemie zusetzt.

"Die Situation ist momentan nicht rosig", sagt Sabally über ihre Saisonvorbereitung. "Ich mache sehr viel Yoga, habe ein paar Gewichte geschickt bekommen, darf auch in einer privaten Halle trainieren, aber nicht jeden Tag."

Sabally: So wichtig sind ihr Mascara und Co.

Der Online-Draft, den sie wegen Corona nicht wie geplant in New York, sondern zu Hause in Oregon auf dem Sofa verfolgte, war dennoch "sehr hektisch", sagt sie. "Ich war in meinem Leben noch nie so beschäftigt, mein Bruder hat mir die Schuhe geschnürt, weil ich keine Zeit dafür hatte, meine Schwester hat mein Make-up gemacht."

Dabei ist doch gerade Letzteres sonst immer Privatsache, verrät Sabally auf SPORT1-Nachfrage ihre Rituale und Spleens vor einem Basketball-Match: "Ich dusche immer kurz vorher, kümmere mich um mein Mascara und mache meine Augenbrauen. Und meinen Labello muss ich auch immer dabei haben. Ich bin auch ein bisschen abergläubisch, ziehe erst meinen linken und dann meinen rechten Schuh an."

Im Winter dann auch wieder in Europa - wo genau, ist noch unklar. Klar ist aber: Der Verdienst in der WNBA von umgerechnet 63.000 Euro ist überschaubar, zumal Sabally mit ihrem Einkommen ihre Familie in Deutschland und Gambia unterstützt.

"Meine Heimat ist Berlin. Auch wenn es dreckig und groß ist: Ich vermisse Berlin, die Kultur, das deutsche Frühstück, den Döner um die Ecke. Von Gambia vermisse ich das Wetter und die Familienatmosphäre. Dort sind die Menschen super nett und gastfreundlich", spricht das neue deutsche Ausnahmetalent offen über Heimatgefühle.

Meistgelesene Artikel
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Favre: "Denke nicht an Aufgeben!"
  • Fußball / Bundesliga
    2
    Fußball / Bundesliga
    Haaland fällt gegen Paderborn aus
  • Motorsport / Formel 1
    3
    Motorsport / Formel 1
    Massa spricht über Schumacher
  • Fussball / Bundesliga
    4
    Fussball / Bundesliga
    Amazon zeigt noch mehr Bundesliga
  • Motorsport / Formel 1
    5
    Motorsport / Formel 1
    So sehen Vettels Optionen aus

Zur neuen Heimat soll nun aber Dallas werden. Dessen Ikone Dirk Nowitzki begrüßte sie bereits euphorisch. "Dallas ist ein großartiger Ort. Let’s go!". Sabally antwortete: "Ich werde bald da sein. Ich kann es kaum erwarten."

Auf Instagram ergänzte Nowitzki: "Alles, alles Gute, ich werde dich und deine Karriere verfolgen, viel Glück! Wir sprechen uns!"

Und zu sagen hat das Next German Wunderkind schließlich einiges...