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München - Patrick Lange blickt wieder positiv nach vorne. Mit SPORT1 spricht der Triathlet über seine Ziele für 2020 und reflektiert den Tiefpunkt seiner Karriere.

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Als zweimaliger Sieger des Ironmans auf Hawaii in den Jahren 2017 und 2018 startete Patrick Lange als Gejagter in die Triathlon-Saison 2019 - doch es sollte das sportlich gesehen schlechteste Jahr seiner Karriere werden.

Nach den enttäuschenden Rennen beim Ironman in Frankfurt und bei der Mitteldistanz-WM sollte auf Hawaii alles besser werden. Dort kam es dann aber noch schlimmer - angeschlagen ins Rennen gegangen, musste der 33-Jährige vorzeitig vom Rad steigen und aufgeben.

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In diesem Jahr will er nun wieder an seine starken Leistungen aus den Jahren zuvor anknüpfen. Im Interview mit SPORT1 spricht Lange über seine Ziele für die neue Saison und reflektiert nochmal den Tiefpunkt seiner Karriere.

SPORT1: Patrick Lange, die deutschen Fans fragen sich, wo Sie in diesem Jahr starten - außer auf Hawaii, hoffentlich?

Patrick Lange: Ja, hoffentlich auf Hawaii. Das erste Rennen ist ja schon bekanntgegeben, Challenge Salou, die Mitteldistanz, wird es werden als erster Test-Wettkampf. Und darüber hinaus werden wird dann den Weltcup-Kalender vorstellen und scheibchenweise bekanntgeben, aber es wird definitiv ein Langstreckenrennen im deutschen Raum geben.

SPORT1: Ihre großen Konkurrenten starten fast alle in Roth (Challenge Roth, Anm. d. Red.). Hat Sie das überrascht?

Lange: Ja, das sieht man natürlich ein wenig geteilt. Man will auf der einen Seite gerne dabei sein und denkt sich, dass man da ein geiles Rennen verpasst. Aber ich glaube, ich werde noch ein paar gute Jahre vor mir haben und in Roth sicherlich nochmal an den Start gehen. Die Jungs und Mädels von der Challenge Roth kriegen es Jahr für Jahr hin, ein gutes Starterfeld an den Start zu bringen, wieso dann nicht auch, wenn ich mich mal dazu entscheide. Also ich denke, die Zukunft wird mich auch in Roth nochmal an den Start bringen.

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"2019 war der Tiefpunkt meiner Karriere"

SPORT1: 2019 sicher kein gutes Jahr für Sie. Mit wie viel Ambitionen und Vorfreude gehen Sie in das Jahr 2020?

Lange: Ich muss sagen, dass die Zeit des Haderns nach dem Ironman Hawaii sehr kurz war - es hat wirklich nur wenige Tage gedauert, bis es Klick gemacht hat. Das liegt natürlich vor allen Dingen an den neuen Reizen im Umfeld wie Björn, meinem neuen Trainer, der mir einfach ein paar Dinge aufgezeigt hat, wo man ansetzen kann - auch das Thema Mentalcoach, Fitnesscoach, einfach ein engmaschigeres System zu haben, indem man gezielt an den Schwächen arbeitet. Das hat so viel Motivation freigesetzt, da rückte der doch sehr einprägsam schlechte Tag schnell in den Hintergrund. Auch die Interviews, die mich immer wieder in das schlechte Gefühl von damals zurückgezogen haben, waren dann schnell fern und der Fokus nach vorne gerichtet. Deshalb kann ich kaum erwarten, dass es losgeht.

SPORT1: 2019 war wahrscheinlich sogar der Tiefpunkt Ihrer Karriere, oder?

Lange: Ja, das war der Tiefpunkt meiner Karriere.

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"Die Rolle des Jägers liegt mir besser"

SPORT1: Sie haben einmal selbst gesagt, dass Ihnen die Jägerrolle eigentlich besser liegt. Als Hawaii-Sieger ist man automatisch der Gejagte. Ist vielleicht genau das  jetzt die Chance?

Lange: Ja, für mich ist das eh immer ein Privileg, dass ich diesen Sport ausüben und mich mit diesen Jungs messen darf. Man darf nicht vergessen, wo ich herkomme. Für mich ist es immer noch eine Ehre, mich zweimaliger Weltmeister nennen zu dürfen. Klar, ich bin jetzt wieder in der Rolle des Jägers, was ich gar nicht mehr gewohnt war. Das liegt mir aber besser und ich werde versuchen, es dem Jan (Frodeno, Anm. der Red.) und dem Sebastian (Kienle, Anm. er Red.) so schwer wie möglich zu machen.

SPORT1: Sie wollen also Ihren Titel zurück?

Lange: Es wäre gelogen, wenn ich das nicht behaupten würde.