Patrick Lange wurde nach seinem Sieg beim Ironman 2017 von der Familie in Empfang genommen
Patrick Lange wurde nach seinem Sieg beim Ironman 2017 von der Familie in Empfang genommen © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

München - Der Sieg von Patrick Lange beim Ironman auf Hawaii war nicht zu erwarten - nicht einmal von seinem Trainer. Faris Al-Sultan erklärt bei SPORT1, was Lange so stark macht.

Anzeige

Mit seinem dritten Platz beim Ironman auf Hawaii 2016 hatte Patrick Lange schon angedeutet, dass riesiges Potenzial in ihm steckt. Doch dass es ein Jahr später bereits zum ganz großen Coup gereicht hat, kam selbst für seinen Trainer Faris Al-Sultan unerwartet.

Es habe ihn "sehr" überrascht, dass Lange die Weltmeisterschaft der Triathleten gewonnen hat: "Nicht dass er nicht gut in Form gewesen wäre, aber dass es nach dem relativ wenigen Training im Frühjahr gereicht hat, das war schon super", erklärt Al-Sultan bei SPORT1.

Anzeige

Lange hatte sich am Sonntag auf der US-amerikanischen Pazifik Insel zum König der Triathleten gekrönt. Der "Eisenmann" setzte in der Rekordzeit von 8:01:39 Stunden die deutsche Siegesserie auf Hawaii fort.

Zweifel zu Beginn

Zu Beginn der Zusammenarbeit von Al-Sultan und Lange war damit jedoch nicht zu rechnen. "Als wir angefangen haben, hätte ich nicht gedacht, dass er gut genug Rad fährt um zu gewinnen", fügt Al-Sultan hinzu.

Im Frühjahr 2016 musste Lange gar um seine Profikarriere bangen, wie Al-Sultan errzählt: "Der Radsponsor war pleite, ein anderer Sponsor abgesprungen."

Laufstärke entscheidend

Doch Lange bekam die Kurve und steht nun ganz oben. Das liegt Al-Sultan zufolge vor allem an seiner Laufstärke: "Er läuft einfach unglaublich effizient", schwärmt der 39 Jahre alte Münchner.

In dieser Disziplin ist Lange mittlerweile der Weltbeste. Das wurde beim Triumph am Sonntag deutlich, als er einen Kontrahenten nach dem anderen überholte. Bereits 2016 hatte er die Marathon-Rekordzeit auf Hawaii gebrochen.

Für Al-Sultan war es dann ein Leichtes, ihn bis zur Schmerzgrenze anzutreiben: "Ich habe ihn darüber informiert, wo er liegt und ihm klargemacht, dass er stilistisch und von der Geschwindigkeit her besser aussah als alle anderen. Von der Motivation her ist es natürlich viel besser wenn man Leute einholt statt zu hören dass sie näherkommen", beschreibt Al-Sultan sein Einwirken auf der Strecke.

Frodeno motiviert

Doch auch von Konkurrent Jan Frodeno, der zuvor als Topfavorit gehandelt worden war, aber mit Rückenproblemen zu kämpfen hatte, wurde er motiviert. In einem emotionalen Video, das bei Instagram veröffentlicht wurde, ist die bemerkenswerte Szene zu sehen.

Jan Frodeno peitscht Patrick Lange an
Jan Frodeno peitscht Patrick Lange an © instagram.com/laura_philipp_tri

"Den holst du dir! Komm hol ihn dir", brüllte der Sieger von 2015 und 2016 Lange am Streckenrand stehend zu, um ihn zum Einholen des führenden Kanadiers Lionel Sanders zu pushen.

Perfekte Vorbereitung

Al-Sultan nennt zudem die ideale Vorbereitung als Grund für den überraschenden Erfolg. Zwar habe er mit seinem Schützling nichts Außergewöhnliches" gemacht, "es hat seit dem Ironman in Frankfurt allerdings alles hingehauen sowohl das Höhentraining als auch der Wettkampf in Rügen und die direkte Vorbereitung in Texas", sagt der Ironman-Triumphator von 2005.

©

Nach der extremen Anstrengung ist für Lange nun Regeneration angesagt. "Er muss sich erholen und wird den Medienrummel genießen. Sportlich ist Hawaii eigentlich immer das große Ziel. Den Rest überlegen wir uns im Winter", gibt Al-Sultan die Zielsetzung für die nächste Zeit aus.