Die FIFA plant neue Transfermarkt-Regeln
Die FIFA plant neue Transfermarkt-Regeln © Getty Images
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München - Die FIFA will im kommenden Jahr neue Regeln auf dem Transfermarkt einführen. Leidtragende wären die Spielerberater.

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Kampf den Beratern!

Wie die niederländische Website Voetbalzone berichtet, hat die FIFA genug von den Machenschaften der Berater und will neue Regeln auf dem Transfermarkt einführen.

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Der Weltverband reagiert damit auf die stetig steigenden Provisionszahlungen an die Spielervertreter.

FIFA geht gegen Raiola und Co. vor

Laut der FIFA sollen die Berater allein im Jahr 2019 mehr als eine halbe Milliarden Euro verdient haben. 

Prominentestes Beispiel ist Mino Raiola. Dieser hat in seiner Tätigkeit als Spielerberater nach Informationen von Forbes bereits rund 480 Millionen Euro verdient. 

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Wie Football Leaks 2016 bekanntgab, erhielt der Italiener fast 50 Millionen Euro für den Transfer seines Klienten Paul Pogba von Manchester United zu Juventus Turin.

Geht es nach der FIFA, soll mit solch horrenden Summen bald Schluss sein.

Interesse der Spieler soll in Vordergrund rücken

Die neuen Beschlüsse sehen unter anderem vor, dass die Interessensvertreter zukünftig Provisionen von nicht mehr als zehn Prozent der Ablösesumme an den abgebenden Verein sowie drei Prozent der Einnahmen des Spielers bekommen sollen.

James Kitching, Direktor des FIFA-Regelwerks, erklärte gegenüber der BBC: "Es ist eine Frage der Wahrnehmung." Und weiter: "Wenn ich jemandem sage, dass ich zehn Prozent eines Betrags nehmen werde, ist das bei einem kleinen Betrag kein Problem. Bei zehn Prozent von zwanzig Millionen Euro ist das eine andere Geschichte. Wir müssen diese Wahrnehmung auf dem Transfermarkt ändern."

Kitchen erklärte ferner die Notwendigkeit der neuen Regeln: "Wir versuchen jetzt, einen Standard einzuführen. Ich sage nicht, dass die großen Geldsummen Missbrauch darstellen, aber ein Berater hat die Pflicht, im besten Interesse seines Kunden zu handeln. Es kann vorkommen, dass die enormen Geldbeträge dafür sorgen, dass ein Berater nicht im Interesse seines Kunden handelt." 

Berater sollen Einnahmen offenlegen

Neben der Eindämmung der Provisionszahlungen soll auch die Anzahl der Berater pro Interessensgruppe begrenzt werden. 

Geht es nach der FIFA, sollen Berater in Zukunft nicht mehr alle drei Seiten (Spieler, Verkäufer und Käufer) vertreten dürfen, um einen Interessenskonflikt zu vermeiden. 

Ferner sollen die Einnahmen der Berater künftig offengelegt, das heißt für jeden Fan einsehbar, gemacht werden.

Berater kämpfen gegen neue Auflagen

Trotz der neuen Auflagen stellte Garcia Silvero, Direktor der Rechtsabteilung der FIFA, stellvertretend für den Weltverband klar: "Dies ist kein Projekt gegen die Berater, sondern ein Projekt für die Berater. Das ist eine äußerst wichtige Botschaft. Wir möchten mit ihnen zusammenarbeiten, da sie im Fußball eine wichtige Rolle spielen."

Die Europäische Union der Agenten (EFAA) will die Einführung des neuen Regelwerks verhindern. Unter der Führung des Vorsitzenden Rob Jansen will die Union prüfen, ob die Gesetzgebung eines der betroffenen Länder das neue Regelwerk verbietet.

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Garcia Silvero kündigte indes an, dass die FIFA bereit sei zu kämpfen: "Wenn wir keine Einigung erzielen können, werden wir fortfahren. Wir sind entschlossen."

Der Spanier betonte: "Jeder, der dies als Projekt gegen seine Rolle als Berater sieht, hat etwas zu verbergen. Es gibt bereits eine große Gruppe, die mit dem, was wir erreichen wollen, zufrieden sind. Wir versuchen jetzt, alle dazu zu bringen, dies zu tun."

Sollte der FIFA-Rat die neuen Beschlüsse absegnen, dann könnten die Regeln bereits ab der Saison 21/22 in Kraft treten.