Lesedauer: 2 Minuten

Der FC Bayern hat im Transfer-Endspurt nicht die ganz großen Namen geholt, aber seine Hausaufgaben gemacht. Ein Neuzugang wirft in den Augen von SPORT1 Chefreporter Florian Plettenberg aber Fragen auf.

Anzeige

Das Triple haben dem FC Bayern in der vergangenen Saison nur die Wenigsten zugetraut. Vier Last-Minute-Transfers dieser Art wohl auch nicht. Überraschen können die Münchner.

Talent Marc Roca, Rückkehrer Douglas Costa, Routinier Eric Maxim Choupo-Moting und Nobody Bouna Sarr: Allesamt Namen, nach denen man nicht unbedingt in der Luxus-Abteilung des europäischen Fußballmarkts suchen würde.

Anzeige

Das war aber auch nicht das Ziel in den vergangenen Tagen. Zumindest nicht für die Bayern. Der teure Königstransfer wurde mit Leroy Sané ohnehin getätigt.

Sportvorstand und Kaderplaner Hasan Salihamidzic musste verlorengegangene Qualität auffangen (Thiago, Philippe Coutinho, Ivan Perisic) und den Kader für harte und stürmische Zeiten wetterfest machen. Jede Position sollte doppelt besetzt sein. Mit Spielern, die bereits höchsten Ansprüchen genügen und nicht überwiegend mit Talenten, die diesen Nachweis noch nicht erbracht haben.

Denn wie nie zuvor bedarf es einer solchen Tiefe im Kader angesichts der bevorstehenden XXL-Saison. Und die Ziele werden in München nicht bescheidener.

Meistgelesene Artikel

Hansi Flick hat daher Verstärkungen gefordert, Salihamidzic hat sie ihm geliefert. 

Wer jetzt einschlägt oder nicht, bleibt abzuwarten. Ob umstrittene Charaktere wie der schon als "Söldner" abgestempelte Costa in das gefestigte Bayern-Gefüge passen, ebenso. 

Der Kader macht in der Breite einen starken Eindruck. Wirtschaftlich wurde vernünftig gehandelt. Das finanzielle und sportliche Risiko hält sich bis auf eine Ausnahme bei allen Kurz-vor-Torschluss-Transfers in Grenzen.

Werde Deutschlands Tippkönig! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Warum holt Bayern Sarr?

Die Verpflichtung von Sarr wirft allerdings Fragen auf.

International hat der 28-Jährige bisher wenig von sich reden gemacht. Eigentlich wollte man Sergiño Dest holen, Sarr ist neun Jahre älter. Ausgestattet wurde er dennoch mit einem Vierjahresvertrag, zehn Millionen Euro legen die Bayern hin.

Zudem hat Nachwuchs-Hoffnung Chris Richards als Rechtsverteidiger gegen Hertha BSC angedeutet, was er kann. Für ihn und Supertalent Jamal Musiala wird es im nun verbreiterten Kader nicht einfacher werden, regelmäßig auf Spielzeit zu kommen.

Dass sich die Bayern bewusst für diesen personellen Weg entschieden haben, zeigt die Ambitionen dieses Vereins. 

Dennoch wäre eine Verteidigung des Triples mit diesem Kader eine echte Überraschung. Aber überraschen können sie ja in München.