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München - Dem internationalen Trend zu immer mehr Leihgeschäften verschließt sich auch der FC Bayern nicht. SPORT1 gibt einen Überblick über die Leiharmee des FCB.

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Im internationalen Fußball werden immer mehr Spieler verliehen.

Diesen Trend, den es schon seit einigen Jahren gibt, hat die Corona-Krise mitsamt den finanziellen Unwägbarkeiten für die Klubs noch verschärft.

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Laut einer Analyse des Internationalen Zentrums für Sportstudien (CIES) im schweizerischen Lausanne wurden in diesem Sommer zwischen den einzelnen Ligen Europas 30 Prozent aller Verpflichtungen als Leihgeschäfte abgewickelt. Anfang der 1990er Jahre lag dieser Anteil noch im einstelligen Bereich.

Spitzenreiter in Europa ist Atalanta Bergamo aus der Serie A. Der italienische Champions-League-Teilnehmer hat, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, sage und schreibe 45 Profis verliehen. Zählt man die die Spieler aus der U19 dazu, zählt die Leiharmee des lombardischen Klubs sogar 64 (!) Mitglieder.

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FC Bayern verleiht immer mehr Spieler

Ganz so krass sind die Zahlen beim FC Bayern nicht. Aber auch der deutsche Rekordmeister kann sich dem Trend nicht entziehen. Immer mehr Spieler - vor allem Talente - werden nicht verkauft, sondern verliehen.

Jüngstes Beispiel: Michael Cuisance. Der französische Mittelfeldspieler sollte eigentlich an Leeds United verkauft werden. Dieser Deal scheiterte aber aus bislang unbekannten Gründen. Dafür fand sich aber in Olympique Marseille ein Klub, der den 21-Jährigen bis zum Ende der laufenden Saison ausgeliehen hat.

Der Linksfuß ist damit auf der Liste der ausgeliehenen Bayern-Spieler bei weitem nicht der einzige. SPORT1 gibt einen Überblick.

Michael Cuisance, 21 Jahre (Olympique Marseille)

Diese Saison spielt Cuisance auf jeden Fall für OM. Wie es danach weitergeht, ist noch unklar. Er selbst bestätigte bei seiner Vorstellung, dass Marseille anschließend eine Kaufoption habe. Die L’Équipe schreibt von einer Ablöse im Bereich von 18 Millionen Euro.

Adrian Fein, 21 (PSV Eindhoven)

Auch der defensive Mittelfeldspieler wurde in einer Last-Minute-Aktion von den Bayern noch ins Ausland verliehen.

Er soll die PSV Eindhoven zusammen mit Mario Götze und vier weiteren deutschen Spielern in dieser Saison zum Titel in den Niederlanden führen. Im Juni nächsten Jahres, wenn sein Leihvertrag ausläuft, wird über seine weitere Zukunft entschieden. Bei seiner Vorstellung dementierte er nicht, dass PSV eine Kaufoption besitzt.

Oliver Batista Meier, 19 (SC Heerenveen)

Schon im September verließ der Deutsch-Brasilianer den FC Bayern in Richtung Niederlande.

Beim SC Heerenveen schaffte er sofort den Sprung in die erste Mannschaft und ist mit einem Tor und zwei Vorlagen aus vier Spielen maßgeblich am erfolgreichen Saisonauftakt seines Teams beteiligt.

Lars Lukas Mai, 20 (Darmstadt 98)

Der Innenverteidiger soll ebenfalls bei einem anderen Klub Spielpraxis sammeln. Mai wurde deswegen an den Zweitligisten Darmstadt 98 verliehen.

Dort gehört er bereits zum erweiterten Kreis der Stammspieler und feierte schon ein persönliches Highlight. In der ersten Pokalrunde beim 1. FC Magdeburg bereitete er das Siegtor in der Verlängerung vor.

Sarpreet Singh, 21 (1. FC Nürnberg)

Etwas schwerer tut sich zurzeit noch der neuseeländische Nationalspieler in der 2. Bundesliga.

Beim 1. FC Nürnberg stand er zwar im ersten Spiel in Regensburg in der Startelf, in den darauf folgenden beiden Spielen kam er jedoch erst in der Schlussphase zum Einsatz.

Christian Früchtl, 20 (1. FC Nürnberg)

Der Torwart wartet bei den Franken immer noch auf seinen ersten Pflichtspieleinsatz. Das Duell um die Nummer 1 hat er einstweilen gegen Christian Mathenia verloren.

Von seinen großen Zielen lässt er sich dennoch nicht abbringen. "Es ist natürlich mein Wunsch und Traum, beim FC Bayern irgendwann die Nummer eins zu sein", sagte er transfermarkt.de.

Alex Timossi Andersson, 19 (Helsingborgs IF)

Beim Schweden wird sich schon Ende diesen Jahres entscheiden, wie es weitergeht. Weil sich in seiner Heimat die Saison während eines Kalenderjahres erstreckt, wurde er schon im Februar zu Helsingborg ausgeliehen.

Dort spielt der Rechtsaußen eine ansprechende Saison und kam in 21 Spielen auf vier Tore und eine Vorlage. Ob er nach dem Ende der Leihe im neuen Jahr aber schon für die Bayern-Profis in Betracht kommt, muss bezweifelt werden.

Marvin Cuni, 19 (Sonnenhof-Großaspach)

Der Deutsch-Albaner wurde vor Saisonbeginn zum Drittliga-Absteiger nach Großaspach geschickt, wo er bislang überzeugt.

In den ersten sieben Regionalliga-Spielen steuerte der Außenstürmer vier Tore bei, darunter einen  Dreierpack gegen die TSG Hoffenheim II.

Jonas Kehl, 19 (SSV Ulm)

In die Regionalliga Südwest verschlug es auch Linksverteidiger Kehl. Beim früheren Bundesligisten aus Ulm absolvierte er bislang vier Spiele, blieb dabei aber recht unauffällig.

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Jakob Mayer, 18 (1860 Rosenheim)

Eher unglücklich lief es bislang für das 18 Jahre alte Torwart-Talent. Für Rosenheim kam Mayer, der schon im Januar ausgeliehen wurde, nur zu einem Einsatz - und kassierte gegen den 1. FC Nürnberg II gleich vier Gegentore.

Dazu kommt, dass in der Regionalliga Bayern die Saison nach wie vor wegen Corona seit März unterbrochen ist. Erst am 24. Oktober soll es hier weitergehen. Deshalb ist der Leihvertrag bereits bis Juni nächsten Jahres verlängert worden.

Jahn Herrmann, 19 (Hannover II)

Solche Probleme hat der offensive Mittelfeldspieler nicht. Er spielt für Hannover II in der Regionalliga Nord, in der die Saison seit Anfang September wieder läuft.

Mit zwei Vorlagen aus den ersten sieben Spielen, aber keinem Einsatz über 90 Minuten fällt die erste persönliche Bilanz recht durchwachsen aus.