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Dortmund - Manchester United macht in Sachen Jadon Sancho ernst: Im Hintergrund wird am Deal gebastelt, gleichzeitig fahren die "Red Devils" eine bekannte Strategie.

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Der Poker um Jadon Sancho zwischen dem BVB und Manchester United wird heiß - und jetzt machen die "Red Devils" Druck!

Seit Monaten ist der Flügelflitzer bei den Engländern im Gespräch. Nach SPORT1-Informationen ist klar, dass Borussia Dortmund weiterhin nicht von seiner 120-Millionen-Euro-Wunschforderung abweichen wird.

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Wie SPORT1 aus England erfuhr, hat Manchester United um Klub-Vize Ed Woodward und Chefverhandler Matt Judge seit Sonntag eine Vermittlergruppe eingesetzt, die im Hintergrund akribisch am Mega-Angebot für den wertvollsten Bundesligaspieler (Marktwert 117 Mio. Euro) bastelt.

Die Sport Bild bestätigte entsprechende Informationen, wonach es sich bei dem Zwischenhändler um Marco Lichtsteiner handelt. Der Spielervermittler und Bruder von Ex-Juve-Star Stephan Lichtsteiner ist Teil des Woodward-Teams, welches den Mega-Deal eintüten soll.

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Kein schlechtes Omen für den BVB, schließlich haben die Schwarz-Gelben mit Lichtsteiner in der Vergangenheit bereits erfolgreich zusammengearbeitet. Der Schweizer hat nicht nur gute Kontakte zu BVB-Sportchef Michael Zorc und nach England, er vermittelte für Dortmund bereits bei den Mammut-Transfers von Ousmane Dembélé zum FC Barcelona (148 Mio.) und Pierre-Emerick Aubameyang zum FC Arsenal (64 Mio.).

Aber: Noch immer hat es keine offiziellen Gespräche zwischen Zorc und den United-Verantwortlichen gegeben.

United greift auch beim BVB zum Druckmittel

Trotzdem melden mehrere Medien in England, United hätte sogar "angedroht", aus den Verhandlungen auszusteigen, sollte Dortmund nicht von seiner "unrealistischen" Forderung abrücken.

Das berichtet unter anderem die Daily Mail unter Berufung auf United-Quellen, die das am Dienstag erklärt hätten. Beide Seiten seien demnach "weit auseinander" in ihrer Einschätzung, was Sancho wert ist.

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Dass United in Transferfragen Druck macht, ist nichts Neues: Bei Winter-Zugang Bruno Fernandes (kam für 55 Millionen Euro von Sporting Lissabon) und Rekord-Einkauf Harry Maguire (für 88 Millionen Euro von Leicester City) fuhren die "Red Devils" schon die gleiche Strategie: Über die Medien übte United Druck aus, drohte auszusteigen - und knickte letztlich doch ein.

Ein wichtiges Detail dabei: PR-Berater von ManUnited ist Neil Ashton. Als früherer Fußball-Chef der Boulevardzeitung The Sun ist er Experte für die Dynamik von Transfer-Gerüchten in den Medien.

Aus England ist zu hören, dass Manchester (711 Millionen Euro Umsatz in der Saison 2018/2019) den Fünf-Jahres-Deal mit Sancho trotz Corona in Form von Ratenzahlungen problemlos stemmen könnte. Hilfreich dafür waren die Qualifikation für die Champions League und der bevorstehende Abgang von Mega-Flop Alexis Sánchez zu Inter Mailand, der jährlich mehr als 20 Millionen Euro verdienen soll.

Sancho mit United einig - oder doch nicht?

Englischen Medien zufolge könnte Dortmunds Deadline, der 10. August (dann geht es in Schweiz-Trainingslager nach Bad Ragaz), ein möglicher Deal-Killer sein. Manchester wehre sich laut Daily Mail dagegen, sich durch die "künstliche" Grenze unter Druck setzen zu lassen.

Auch sei - entgegen anderslautender Berichte - zwischen Sancho und United noch nicht alles fix.

Verschiedene Medien hatten zuvor bereits berichtet, dass sich Sanchos Papa Sean und Berater Emeka Obasi (Elite Project Group) mit den "Red Devils" auf einen Vierjahresvertrag mit Option auf ein weiteres Jahr geeinigt hätten.

Laut Sun könnte der englische Nationalspieler ab der Saison 2020/2021 bei United wöchentlich 220.000 Pfund (umgerechnet 245.000 Euro) verdienen.

Im Falle eines Sancho-Wechsels hat der BVB mehrere Optionen in der Tasche. Ein Kandidat soll offenbar Holland-Star Memphis Depay von Olympique Lyon sein.