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München - Nach dem Zugang von Alexander Nübel will Sven Ulreich die Bayern verlassen - oder doch nicht? Wen holt Schalke? Und was macht Karius? Das Torwart-Domino nimmt Fahrt auf.

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Vom heutigen Mittwoch an ist das Transferfenster wieder geöffnet.

Wegen der Corona-Pause haben die Klubs nun bis zum 5. Oktober Zeit für Neuverpflichtungen.

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Neben dem normalen Wahnsinn um mögliche Transfers im dreistelligen Millionenbereich verspricht zumindest in Deutschland auch der Torwart-Markt die Beteiligten in Atem zu halten.

Denn nach dem Wechsel von Alexander Nübel von Schalke 04 zum FC Bayern dürfte es bald zu einer Kettenreaktion kommen, die in den nächsten Wochen immer rasanter werden wird.

Wechselt Schwolow zu Schalke?

In Gelsenkirchen jedenfalls arbeiten die Verantwortlichen fieberhaft an einer Nachfolgeregelung für den jungen Torwart, mit dem man eigentlich noch ein paar Jahre geplant hatte - bis die Bayern kamen und ihn als Nummer zwei verpflichteten.

Für die Nummer zwei kommen bei den Königsblauen mit Markus Schubert und dem zurückgeholten Ralf Fährmann gleich zwei Keeper in Frage. Nur die Nummer eins wird auf Schalke weder dem Einen noch dem Anderen zugetraut.

Weshalb sich in den vergangenen Tagen die Anzeichen immer mehr verdichtet haben, dass mit Alexander Schwolow ein neuer Stammtorwart zu Schalke kommt. Wie die Bild berichtet, ist sich der 28-Jährige vom SC Freiburg bereits mit den Gelsenkirchenern einig.

Einzig die Höhe der Ablösesumme sei demnach noch zu verhandeln. Schalke soll sechs Millionen Euro bieten, während Freiburg wohl acht Millionen fordert.

So oder so: SC-Trainer Christian Streich scheint nicht mehr an einen Verbleib des langjährigen Leistungsträgers zu glauben. "Da bin ich nicht besonders zuversichtlich. Ich habe aber auch keine Angst davor. Wir sind eben ein Verein, der wie viele andere auf Transfererlöse angewiesen ist", sagte er dem kicker.

Wende bei Ulreich und Bayern?

Während Schalke also der Verpflichtung eines neuen Torwarts etwas näher gekommen ist, sind Bayern noch dabei, ihre Situation zwischen den Pfosten zu sortieren. Dabei geht es vor allem, aber nicht nur, um die jahrelange Nummer zwei Sven Ulreich. 

"Ich werde versuchen, einen neuen Verein zu finden", hatte der 31-Jährige bei SPORT1 angekündigt, gleichzeitig aber auch deutlich gemacht, dass er in München alles geben werde, sollte sich keine Lösung finden.

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Wie die Berliner Zeitung erfahren haben will, steht Hertha BSC seit zwei Wochen mit Ulreich in Kontakt. Doch wie die Bild nun schreibt, sucht Hertha angeblich lieber einen jüngeren Herausforderer für Stammkepper Rune Jarstein. Loris Karius (27) gilt als Kandidat.

Zudem soll Hansi Flick Ulreich unbedingt für das anstehenden Turnier in der Champions League dabei haben wollen. Die Nummer 2 des FCB gehe daher aktuell davon aus, dass ein Wechsel wenn überhaupt erst sehr spät zustande kommen würde. 

Aktuell sehe es danach aus, dass Nübel und Ulreich erstmal im Training um den Bankplatz kämpfen, schreibt das Blatt.

Verlässt noch ein Torwart den FC Bayern?

Auf die Münchner könnte also ein echtes Torwart-Luxusproblem zukommen. Schließlich gibt es da nicht nur Manuel Neuer, Nübel und Ulreich, sondern auch noch die beiden hochveranlagten Nachwuchskeeper Christian Früchtl und Ron-Thorben Hoffmann.

Mindestens einer von beiden dürfte den Klub – wohl auf Leihbasis – verlassen. Bei Früchtl stand der einstweilige Abschied schon so gut wie fest – bis sich dann Ulreich Gedanken über einen Abflug machte und Früchtl wieder seine Chance sah, zumindest als dritter Torhüter bei den Bayern zu bleiben. Ähnlich sieht die Lage bei Hoffmann aus. Sollte ihm nur die Nummer 4 oder 5 bleiben, würde er sich wohl lieber verleihen lassen.

Pure Spekulation ist derzeit, dass es einen der beiden zum 1. FC Köln verschlagen könnte. Im Gegensatz zu den Bayern fehlt den Rheinländern aber ein seriöser Herausforderer für ihre Nummer eins Timo Horn.

Nach dem Karriereende von Klub-Ikone Thomas Kessler ist der FC noch auf der Suche nach einer Nummer zwei. Angeblich steht Hoffenheims 32 Jahre alter Ersatzkeeper Michael Esser auf dem Zettel.

Ob der bei den Kraichgauern bleibt, dürfte wiederum nicht unwesentlich davon abhängen, ob sie ihr Torwart-Talent Gregor Kobel weiter an den VfB Stuttgart ausleihen oder wieder zurückholen.

Muss Werder Pavlenka verkaufen?

Eine Entscheidung ist da bislang ebenso wenig gefallen wie in der Frage um die Zukunft von Jiri Pavlenka. Der Keeper von Fast-Absteiger Werder Bremen hat zwar immer wieder betont, wie wohl er sich in Bremen fühlt. Doch aufgrund finanzieller Nöte könnte Werder gezwungen sein, ihn zu verkaufen.

Wohin der 28-Jährige dann gehen könnte? Das kann in diesem verrückten Torwarttransfer-Sommer noch niemand vorhersagen. Dazu müssten zunächst ein paar Dominosteine fallen.