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München - Erstmals gibt's in diesem Sommer gleich zwei Wechselperioden. Der BVB dürfte sich freuen im Fall von Thomas Meunier - doch es gibt auch Verlierer und Probleme.

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Man stelle sich eine Welt ohne Corona auch einmal für den Transfermarkt vor: Bei den Ablösesummen wäre womöglich die magische Marke von einer Milliarde Euro gefallen - die Top-Klubs hätten ihre Wunschpersonalien weiter mit irren Summen realisiert.

Man akzeptiere eine Welt mit Corona nun auch einmal für den Transfermarkt: Wechsel in der Dimension von 100 Millionen Euro gehören vorerst der Vergangenheit an - neue Preise, geringere Gehälter und schmalere Budgets lassen grüßen.

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Inmitten dieser turbulenten Pandemiezeiten öffnet das Transferfenster am 1. Juli zum ersten Mal - und das für gerade mal einen Tag. Ein Novum, ehe die Wechselphase nach kurzer Unterbrechung ab dem 15. Juli erneut beginnen wird. Dann bis zum 5. Oktober und somit so lange wie noch nie zuvor.

Was das soll? Die Regelung, bei der der Deutsche Fußball-Bund (DFB) der Empfehlung der Europäische Fußball-Union (UEFA) folgt, soll vor allem die schon zum 1. Juli ausgehandelte Transfers endgültig perfekt machen. Es ist davon auszugehen, dass andere Nationalverbände dem Beschluss demnächst folgen, wenngleich Sonderwege nicht ausgeschlossen sind.

Meunier - und wer noch?

Wessen Zukunft entscheidet sich also bereits zwei Wochen früher und nicht erst ab 15. Juli? Wer profitiert dabei? Wem macht der spätere Zeitpunkt einen Strich durch die Planungen? SPORT1 beleuchtet die heißesten Personalien und Aspekte.

KNACKPUNKT CHAMPIONS LEAGUE UND GELD:

Mitten in das zweite Transferfenster hinein fällt das ab 12. August in Lissabon steigende Finalturnier der Königsklasse - wo dann keine Neuverpflichtungen eingesetzt werden dürfen.

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Der bereits ausgeschiedenen Mannschaft von Borussia Dortmund mag es egal sein, wenn sie am Mittwoch Thomas Meunier offiziell als Spieler vorstellen wird. Anders dagegen wohl die Situation beim abgebenden Klub Paris Saint-Germain.

Die Franzosen um Ex-BVB-Coach Thomas Tuchel sollen zwar hartnäckig verhandelt haben, um Meunier doch noch in der Champions League auflaufen lassen zu können. Am Ende scheiterte das Vorhaben dem Vernehmen nach aber am Geld, wie die L’Équipe und Le Parisien übereinstimmend berichten.

Gern hätte Paris sich den Belgier demnach für zwei Monate "zurückgeliehen". Im Weg gestanden haben soll indes eine Leihgebühr und der kolportierte Umstand, dass Meunier in Dortmund mehr verdient, PSG also zusätzlich eine Gehaltskompensation hätte aufbringen müssen.

Fragzeichen hinter Cavani

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärte dazu im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1: "Er hatte eine so lange Pause, dass ihm der Urlaub zum Halse raushängt. Er ist ausgeruht und könnte nach den Champions-League-Spielen bei uns einsteigen."

Tröstlich immerhin für PSG: Thiago Silva und Torhüter Sergio Rico haben ihre ursprünglich nur bis zum 30. Juni laufenden Verträge bis zum tatsächlichen Saisonende im August verlängert. Unklar dagegen ist, ob auch Star-Stürmer Edinson Cavani, dessen grundsätzlicher Abgang ebenso beschlossene Sache ist, für die Saison-Verlängerung noch bleibt.

KNACKPUNKT VERSICHERUNG:

Ausfallzahlungen sind das eine - horrende Versicherungsausgaben für den Rest der Saison das andere:

Beispiel Meunier: Würde sich der Rechtsverteidiger in der Champions League oder den noch ausstehenden beiden französischen Landespokalspielen verletzen, träfe das PSG hart in Zeiten, in denen wegen Corona die Zeit des Geld-um-sich-schmeißens vorbei ist.

Ähnliche finanzielle Bedenken gegeben haben mag es auch im Fall von Timo Werner bei dessen Wechsel zum FC Chelsea, so dass RB Leipzig in der Königsklasse ausgerechnet auf seinen besten Angreifer verzichten muss.

"Natürlich tut es mir weh, dass ich jetzt nicht mithelfen kann, das ganz große Ding zu schaffen. Aber ich bin eben auch ab 1. Juli Spieler des FC Chelsea, werde von Chelsea bezahlt", verteidigte Werner die Entscheidung.

KNACKPUNKT LEIHSPIELER:

Selbst wenn Leipzig wenigstens auf die Einsätze der Leihgaben Patrik Schick (AS Rom) und Angelino (Manchester City) hoffen darf - größtenteils ist die Lage mit geliehenen Spielern ungeklärt: Beim FC Bayern betrifft das die Personalien Ivan Perisic, Coutinho und Alvaro Odriozola. 

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Rudi Völler hat bereits klargestellt, vor dem Ende der Europa League (noch Rückspiel gegen die Glasgow Rangers) keinen Spieler gehen zu lassen. Das gilt natürlich auch für den von vielen Top-Klubs umworbenen Kai Havertz.

Eintracht Frankfurt dagegen wird ohne die Spieler gegen den FC Basel (Hinspiel 0:3) antreten, deren Verträge am 30. Juni auslaufen. Gleiches gilt beim VfL Wolfsburg (bei Schachtjor Donezk / Hinspiel 1:2).

Streich hat Bedenken, Bayern Zeit bei Sané

"Jeder Trainer auf diesem Planeten hat irgendwann realisiert, dass wir in Corona-Zeiten leben", sagte Watzke am Dienstag. Schnellschüsse beim Transferfenster-Quickie am 1. Juli sind demnach kaum zu erwarten - dafür womöglich ein noch härterer Poker in der zweiten Phase.

Ungeachtet dessen, dass die Milliardensause der vergangenen Jahre beendet sein dürfte. "Es ist nicht viel Liquidität vorhanden, es fehlt also an Nachfrage. Nicht aber am Angebot an wechselwilligen Spielern. Das wird die Preise neu justieren", sagte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge dem Handelsblatt.

Bei Wunschkandidat Leroy Sané liegt er damit offenbar ziemlich richtig. Statt mit weit über 100 Millionen, wie letzten Sommer kolportiert, wird der Nationalspieler Bayern nun unter 50 Millionen Euro kosten.

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Diese Sommer-Transfers stehen schon fest

TANGUY KOUASSI: Von Paris Saint-Germain zum FC Bayern (Ablösesumme / Vertrag bis )

ALEXANDER NÜBEL: Von FC Schalke 04 zum FC Bayern

THOMAS MEUNIER: Von Paris Saint-Germain zu Borussia Dortmund (ablösefrei / Vertrag bis 2024)

RAGNAR ACHE: Von Sparta Rotterdam zu Eintracht Frankfurt (2 Mio. / Vertrag bis 2025)

FELIX AGU: Von VfL Osnabrück zu Werder Bremen (ablösefrei / Vertrag bis )

DIMITRI LAVALEE: Von Standard Lüttich zu Mainz 05 (ablösefrei / Vertrag bis 2024)

ROMANO SCHMID: Vom Wolfsberger FC zu Werder Bremen (Rückkehr nach Leihe / Vertrag bis ) 

JOSEP MARTINEZ: Von UD Las Palmas zu RB Leipzig ( )

LENNART GRILL: Vom 1. FC Kaiserslautern zu Bayer Leverkusen (Vertrag bis 2024)

TOBIAS STROBL: Von Borussia Mönchengladbach zum FC Augsburg (ablösefrei / Vertrag bis 2023)

DANIEL CALIGIURI: Vom FC Schalke 04 zum FC Augsburg (ablösefrei / Vertrag bis 2023)

RAFAEL GIKIEWICZ: Von Union Berlin zum FC Augsburg (ablösefrei / Vertrag bis 2022)

JOHAN MINA: Von CS Emelec zu Werder Bremen

JACOB BARRETT LAURSEN: Von Odense BK zu Arminia Bielefeld (Vertrag bis 2023)