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München - Leroy Sané will angeblich bereits im Winter von Manchester City zum FC Bayern München wechseln. Der Transfer-Poker hat trotzdem noch einige Unwägbarkeiten.

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Es wäre der Transfer-Hammer des Bundesliga-Winters - wenn es denn wirklich so kommt, wie sein potenzieller Hauptdarsteller es sich vorstellt.

Wie die Sport Bild berichtet, soll Leroy Sané sich "wünschen", bereits in der kommenden Wechselperiode beim FC Bayern München zu unterschreiben. Sein Entschluss, Manchester City zu verlassen und sich dem Rekordmeister anzuschließen, stehe fest.

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Leroy Sané als ungeahnter Trumpf für Hansi Flick in der Bundesliga-Rückrunde und der K.o.-Phase der Champions League - ein realistisches Szenario? SPORT1 ordnet ein.

Leroy Sané macht nach Kreuzbandriss nächsten Schritt

Bekanntermaßen endete der Poker um Sané im Sommer dramatisch, statt mit einem Transfer mit einem Kreuzbandriss für den 23-Jährigen, von dem er sich gerade noch erholt.

An diesem Montag absolvierte der Außenstürmer seine erste Trainingseinheit auf dem Rasen, was Trainer Pep Guardiola als "unglaublich gute Neuigkeit für ihn und uns" begrüßte.

Bis zu seinem Comeback unter Wettbewerbsbedingungen wird es aber immer noch eine Weile dauern, Stand jetzt soll der Zeitplan auf Ende Februar ausgerichtet sein.

Ein Wechsel noch vor diesem Stichtag wäre ein bemerkenswerter Schritt - vor dem es aber noch einiges zu klären gäbe.

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Pep Guardiola: "Alles kann passieren"

ManCity müsste Sané die Freigabe erteilen, das ist das erste große Fragezeichen: Gut möglich, dass Guardiola zum Schluss kommt, dass er im Kampf um die Champions-League-Trophäe nicht auf die Qualitäten des deutschen Nationalspielers verzichten möchte - und sie schon gar nicht einem direkten Konkurrenten zur Verfügung stellen.

Zwar war Sané in diesem Jahr nicht Guardiolas erste Wahl, als es in der Königsklasse drauf ankam - seine Startelf-Ausbootungen beim verlorenen Viertelfinale gegen Tottenham sollen ein Grund sein, warum der frühere Schalker weg will.

Auf die Frage, ob er zuversichtlich sei, dass Sané bis zum Ender der Saison bleiben werde, tat Guardiola am Mittwoch wenig dafür, die Zweifel zu zerstreuen.

"Ich weiß es nicht. Alles kann passieren", sagte der Spanier trocken.

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FC Bayern will Ablösesumme unter 100 Millionen

Sollte ManCity sich tatsächlich auf einen Transfer einlassen, bliebe die Frage: Zu welchen Bedingungen?

Im Sommer sollen die "Citizens" 150 Millionen Euro für Sané verlangt haben, der noch bis 2021 in Manchester unter Vertrag steht und eine Verlängerung ablehnt.

So viel kann City realistischerweise kein weiteres Mal verlangen für einen verletzten Spieler, der in nicht allzu ferner Zukunft ablösefrei sein wird.

Zwar wird Sané noch immer ein Marktwert von um die 100 Millionen Euro attestiert, Ende Oktober zeigte sich der damals noch amtierende Präsident Uli Hoeneß aber zuversichtlich, mit einer niedrigeren Summe davonzukommen, "wenn man geschickt genug vorgeht". Eine knifflige Vorgabe für Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge und Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Sané, Coutinho und Havertz? Unwahrscheinlich

Aus finanzieller Sicht könnte es für ManCity besser sein, Sané gleich im Winter zu veräußern: Sie wären dann das Risiko eines weiteren Verletzungsrückschlags los, der den Preis weiter drücken würde. Bayern wiederum würde sich ein Risiko einhandeln: Der 80-Millionen-Deal mit Lucas Hernández im vergangenen Winter verlief unter ähnlichen Vorzeichen, nun ist der französische Weltmeister-Verteidiger wieder verletzt.

Für Bayern könnte es andererseits aber doch attraktiver sein, beim Thema Sané frühzeitig Klarheit zu haben und damit die weiteren großen Personalentscheidungen 2020 mit mehr Ruhe angehen zu können.

Kommt Sané - egal ob Sommer oder Winter - ist unwahrscheinlich, dass Bayern die 120 Millionen Euro teure Kaufoption für den vom FC Barcelona verliehenen Philippe Coutinho zieht, der vier Jahre älter ist als Sané.

Das Verhandlungsergebnis wird auch eine Rolle bei der Frage spielen, ob der FC Bayern auch im Kampf um Super-Talent Kai Havertz in die Vollen geht, für den Bayer Leverkusen ebenfalls um die 100 Millionen Euro haben will - wobei nicht abzusehen ist, ob es Havertz nicht stattdessen ins Ausland zieht.

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Joachim Löw hofft auf Deal - im Sinne der Bundesliga

Sané will offenbar in jedem Fall den umgekehrten Weg gehen, was auch Bundestrainer Joachim Löw freut.

"Wenn ein Spieler wie Sané in die Bundesliga zurückkehrt, ist das für alle doch sehr erfreulich", sagt er in einem an diesem Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Sport Bild. Sané wäre eine "Attraktion", würde in für den deutschen Klubfußball schwieriger gewordenen Zeiten "die Attraktivität der Bundesliga hochhalten".

Tut er das womöglich noch in diesem Winter und geht bereits als Bayern-Spieler in die Vorbereitung auf die EM 2020?

Ein spannender Winter steht bevor ...