München - Die AS Monaco nimmt durch Spielerverkäufe in einem Jahr so viel Geld ein wie noch nie ein Team zuvor. Noch vor ein paar Jahren sah die Bilanz ganz anders aus.

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Dmitri Jewgenjewitsch Rybolowlew gehört laut dem Forbes Magazin zu den 100 reichsten Menschen der Welt. Rund 9,5 Milliarden US-Dollar besitzt der Russe. Einen Teil davon investiert er in die AS Monaco.

Seit 2011 ist Rybolowlew Teilhaber und Präsident des monegassischen Fußballklubs und bewahrte diesen nach dem Abstieg im selben Jahr vor dem finanziellen Kollaps - und ist nun mit dem Klub am anderen Ende der Finanzskala angekommen.

Denn in den darauffolgenden Jahren investierte Monaco dank der Unterstützung des russischen Unternehmers Summen im dreistelligen Millionenbereich auf dem Transfermarkt. Allein vor der Saison 2013/14 gab der Klub aus dem Fürstentum über 160 Millionen Euro für neue Spieler wie James Rodriguez, Radamel Falcao oder Joao Moutinho aus und gehörte damit zu den spendabelsten Klubs Europas.

Monaco feiert 2017 große Erfolge

Der sportliche Wiederaufstieg gelang raketenartig, nach der Rückkehr in die höchste französische Spielklasse 2013 wurde die Association Sportive gleich Vizemeister. Die Entwicklung gipfelte im Gewinn der Meisterschaft und dem Erreichen des Champions-League-Halbfinals 2017.

Durch die großen Erfolge hat sich die Transferstrategie der Monegassen – zwangsweise – sehr stark verändert. Denn ihre starken Leistungen auf kontinentaler Ebene ließen Europas Topklubs aufhorchen. Die Leistungsträger wurden mit lukrativen Angeboten abgeworben.

Im krassen Gegensatz zu den Investitionen von Rybolowlew sorgen die Sportdirektoren Antonio Cordon (2016-2017) und Michael Emenalo (seit November 2017), der davor bei Chelsea arbeitete, seither für Einnahmen in Rekordhöhe.

Noch vor Beginn der neuen Saison knackte Monaco den Höchstwert an Transfereinnahmen in einem Jahr, den bis 2017 noch Borussia Dortmund inne hatte. Die AS verdiente laut transfermarkt.de bereits 309,6 Millionen Euro durch Spielerverkäufe, der BVB kam im Vorjahr auf 251 Millionen.

Zum Vergleich: 2013/14 generierte Monaco ganze 4,75 Millionen Euro aus Abgängen.

Mbappe, Lemar, Silva etc. wurden verkauft

In den letzten beiden Jahren wurden sogar über 500 Millionen in die Kassen gespült. Dem stehen Ausgaben in Höhe von etwa 220 Millionen Euro gegenüber.

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Dass diese hohen Umsätze nicht nachhaltig auf Kosten der sportlichen Leistungsfähigkeit gingen, ist die große Leistung der Monegassen. Letztes Jahr verließen unter anderem Benjamin Mendy (für 57,5 Millionen zu ManCity), Bernardo Silva (50/ManCity) und Tiemoue Bakayoko (40/Chelsea) den Verein. Hinzu kam die Leihe von Supertalent Kylian Mbappe zu PSG.

Der französische Meister zog in diesem Jahr wie erwartet die Kaufoption und überwies 135 Millionen Euro reine Ablöse auf Monacos Konto. Zudem wurden Thomas Lemar (70/Atletico), Fabinho (45/Liverpool) und Kongolo (20, Huddersfield) zu viel Geld gemacht.

Die genannten Spieler hat Trainer Leonardo Jardim in den vergangenen Jahren von Talenten zu Topspielern geformt. Jede Saison hat der Portugiese, der seit 2014 im Amt ist, einen komplett umgekrempelten Kader zur Verfügung. Bislang blieb ein eklatanter Leistungseinbruch aus.

Jardim sieht es als Herausforderung

"Das Projekt sieht vor, dass wir junge Spieler holen und sie an ihre eigene Stärke glauben lassen. Diesen Weg nahmen auch Bernardo Silva, Martial (wechselte 2015 für 60 Millionen von Monaco zu ManUnited, Anm. d. Red.), Mbappe… Jede Saison ist eine neue Herausforderung", charakterisierte Jardim die Strategie der Monegassen vor dem Supercup am letzten Wochenende, den Monaco gegen PSG mit 0:4 verlor.

Ob der Saisonauftakt ein Zeichen dafür ist, dass die zahlreichen Verkäufe Monaco diesmal auch sportlich in Bedrängnis bringen? Bei der Pleite gegen Paris standen Youngster wie Julien Serrano (20 Jahre), Youri Tielemans (21), Samuel Grandsir (21) und Rony Lopes (22) in der Startelf.

Jardim wird wieder einmal gefragt sein, das Beste aus den Talenten herauszuholen, dass die AS auch 2019 wieder viel Kohle einnimmt.