Nach der WM nimmt der Transfermarkt Fahrt auf. Vor allem in England und Italien geht es rund, in der Bundesliga eher nicht. Die Transfer-Bilanz.

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Der Transfermarkt, er boomt nach der WM.

Cristiano Ronaldo ist in einem sensationellen Deal von Real Madrid zu Juventus Turin gewechselt. Am Donnerstag hat der FC Liverpool den teuersten Torhüter aller Zeiten unter Vertrag genommen: Alisson Becker von AS Rom.

So viel Spektakel ist in der Bundesliga bei weitem nicht geboten - ein Zeichen, dass sie international den Anschluss verliert?

SPORT1 zeigt die wichtigsten Transfers und größten Ablösesummen des Sommers.

1. Serie A

Ausgaben: 843.950.000 Euro

Einnahmen: 653.350.000 Euro

Bilanz: -190.600.000 Euro (Quelle: transfermarkt.de)

Teuerster Transfer: Cristiano Ronaldo für 117 Millionen Euro von Real Madrid zu Juventus Turin

Vergangene Saison rückte Neymar die französische Ligue 1 mit seinem Rekordwechsel für 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain in den internationalen Fokus. Nun lässt die Serie A mit dem Ronaldo-Deal aufhorchen.

Anders als in Frankreich rüstet in Italien aber nicht nur ein Klub über die Maßen auf: Champions-League-Halbfinalist AS Rom hat die Schallmauer von 100 Millionen Euro bereits durchbrochen: Für 24,7 Millionen Euro kommt PSG-Bankdrücker Javier Pastore, für 17,25 Millionen Euro Ajax-Juwel Justin Kluivert. 

Die letzten sieben Meisterschaftstitel gingen an Juve - davon hat die Konkurrenz genug.

Weitere namhafte Transfers:

- Joao Cancelo für 40,4 Millionen Euro vom FC Valencia zu Juventus Turin

- Douglas Costa für 40 Millionen Euro vom FC Bayern zu Juventus Turin

- Radja Nainggolan für 38 Millionen Euro von der AS Rom zu Inter Mailand

- Emre Can ablösefrei vom FC Liverpool zu Juventus Turin

- Kevin-Prince Boateng ablösefrei von Eintracht Frankfurt zu US Sassuolo

- Fabian Ruiz für 30 Millionen Euro von Betis Sevilla zum SSC Neapel

2. Premier League

Ausgaben: 935.950.000 Euro

Einnahmen: 226.850.000 Euro

Bilanz: -709.100.000 Euro

Teuerster Transfer: Riyad Mahrez für 68,7 Millionen Euro von Leicester City zu Manchester City

Die Premier League war in den vergangenen Jahren die Nummer eins in Sachen Transfers.

Vor allem die kleineren Vereine haben im Gegensatz zu ihren internationalen Pendants größere finanzielle Möglichkeiten, wegen der Investoren und der exorbitanten TV-Gelder. Für Topstars aus aller Welt ist die englische Liga das große Ziel, denn dort gibt es das meiste Geld.

Diese Saison stehen die Manager allerdings unter deutlich größerem Stress. Bereits am 9. August, einen Tag vorm Liga-Auftakt, schließt das Transferfenster.

Weitere namhafte Transfers:

- Alisson für 62,5 Millionen Euro von AS Rom zum FC Liverpool

- Naby Keita für 60 Millionen Euro von RB Leipzig zum FC Liverpool

- Fred für 59 Millionen Euro von Schachtar Donetsk zu Manchester United

- Jorginho für 57 Millionen Euro vom SSC Neapel zum FC Chelsea

- Fabinho für 45 Millionen Euro vom AS Monaco zum FC Liverpool

- Felipe Anderson für 38 Millionen Euro von Lazio Rom zu West Ham United

- Bernd Leno für 25 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zum FC Arsenal

- Xherdan Shaqiri für 14,7 Millionen Euro von Stoke City zum FC Liverpool

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3. La Liga

Ausgaben: 527.820.000 Euro

Einnahmen: 424.300.000 Euro

Bilanz: -103.520.000 Euro

Teuerster Transfer: Thomas Lemar für 70 Millionen Euro vom AS Monaco zu Atletico Madrid

Eine neue Zeitrechnung steht in Fußball-Spanien an: Wie wird die Liga den Abgang von Cristiano Ronaldo verkraften? In den vergangenen neun Jahren hatte sein Duell mit Lionel Messi die Zuschauer elektrisiert.

Die Madrilenen holten bisher Brasilien-Youngster Vinicius Junior von Flamengo für 45 Millionen Euro und Alvaro Odriozola für 30 Millionen Euro von Real Sociedad.

Dabei wird es nicht bleiben, Real wird sich allein aus Prestige-Gründen noch um einen Superstar bemühen: Eden Hazard, Harry Kane und viele andere sind im Gespräch.

Namhafte Transfers:

- Clement Lenglet für 35,9 Millionen Euro vom FC Sevilla zum FC Barcelona

- Arthur für 31 Millionen Euro von Gremio Porto Alegre zum FC Barcelona

- Geoffrey Kondogbia für 25 Millionen Euro von Inter Mailand zum FC Valencia

- William Carvalho für 20 Millionen Euro von Sporting Lissabon zu Betis Sevilla

4. Bundesliga

Ausgaben: 375.500.000 Euro 

Einnahmen: 342.350.000 Euro

Bilanz: -33.150.000 Euro

Teuerster Transfer: Abdou Diallo für 28 Millionen Euro von Mainz 05 zu Borussia Dortmund

Im Vergleich zur Premier League und Serie A investieren die deutschen Klubs nicht einmal halb so viel Geld, auch in Sachen Einnahmen ist die deutsche Liga Vorletzter der Topligen.

Die meisten deutschen Vereine können sich große Stars nicht leisten. Der FC Bayern hingegen hätte die Möglichkeit, den ein oder anderen Star verpflichten, will es jedoch nicht.

Die Münchner haben diesen Sommer noch keinen einzigen Cent für neue Spieler ausgegeben, Leon Goretzka kommt ablösefrei vom FC Schalke und Serge Gnabry war an die TSG Hoffenheim ausgeliehen.

Namhafte Transfers:

- Alassane Plea für 23 Millionen Euro von OGC Nizza zu Borussia Mönchengladbach

- Paulinho für 18,5 Millionen Euro von Vasco da Gama zu Bayer 04 Leverkusen

- Nordi Mukiele für 16 Millionen Euro von HSC Montpellier zu RB Leipzig

- Matheus Cunha für 15 Millionen Euro vom FC Sion zu RB Leipzig

- Suat Serdar für 11 Millionen Euro von Mainz 05 zum FC Schalke 04

5. Ligue 1

Ausgaben: 314.636.387 Euro

Einnahmen: 624.800.000 Euro

Bilanz: +310.163.613 Euro

Teuerster Transfer: Kylian Mbappe für 135 Millionen Euro vom AS Monaco zu Paris Saint-Germain (war letzte Saison offiziell nur ausgeliehen)

Zwar ist die Ligue 1 trotz Mbappe in Sachen Ausgaben einsames Schlusslicht im internationalen Vergleich. Dafür wirtschaften Klubs wie der AS Monaco sehr gut und verkaufen ihre hausgemachten Talente gewinnbringend.

Die vereinsübergreifende Bilanz von 310.163.613 Euro im Plus spricht diesbezüglich eine klare Sprache - der Weltmeistertitel ebenfalls.

Der Haken an der Sache: Geld allein macht die Ligue 1 weder attraktiv noch konkurrenzfähig. Abgesehen von Paris Saint-Germain hat keines der französischen Ligateams das Potenzial, in der Königsklasse für langfristige Furore zu sorgen.

Auch die Zugänge der Vereine in diesem Sommer machen dahingehend keine großen Hoffnungen.

Weitere namhafte Transfers:

- Willem Geubbels für 20 Millionen Euro vom AS Monaco zu Olympique Lyon

- Duje Caleta-Car für 19 Millionen Euro von Red Bull Salzburg zu Olympique Marseille

- Danilo für 10 Millionen Euro vom SC Braga zu OGC Nizza