München und Dortmund - Pierre-Emerick Aubameyang steht kurz vor einem Wechsel von Borussia Dortmund in die Premier League zum FC Arsenal. Die BVB-Verantwortlichen pokern jedoch noch.

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Löst sich der Wechsel-Wirbel um Pierre-Emerick Aubameyang ganz schnell auf? Der Abgang des Stürmerstars von Borussia Dortmund könnte nur noch eine Frage von wenigen Tagen sein.

Nach Informationen der Bild hat Aubameyang am vergangenen Wochenende die BVB-Vereinsführung um die Freigabe für einen Wechsel gebeten. Auf SPORT1-Nachfrage wollte der Klub diesen Vorgang nicht bestätigen.

SPORT1 weiß aber, dass sich die Dortmunder intensiv mit dem Verkauf des extravaganten Angreifers beschäftigen. So sind die Westfalen ab einer Ablöse von 60 Millionen Euro gesprächs- und verhandlungsbereit. Heißester Kandidat im Rennen: der FC Arsenal.

Noch setzt die Vereinsführung um Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc allerdings darauf, eine höhere Summe einnehmen zu können, weil interessierte Klubs mit Blick auf die Transferfrist am 31. Januar unter Kaufdruck geraten könnten.

Verletzung gegen FC Bayern vorgeschoben?

Pikant: Dem Bild-Bericht zufolge hängt auch Aubameyangs Fehlen bei der Pokal-Niederlage gegen den FC Bayern im Dezember mit seiner Abwanderungslust zusammen.

Er habe schon damals einen Wechselwunsch geäußert, ein Nein kassiert - und dann aus Frust "eine Verletzung vorgeschoben". Offiziell fehlte er in München wegen muskulärer Probleme.

Am Dienstag legte Aubameyang die nächste kleine Provokation nach: In einem Instagram-Video seines englischen Teamkollegen Jadon Sancho befeuerte er die Wechsel-Gerüchte mit der Frage: "Kannst du mir irgendwann London zeigen? Soll ja ein heißes Pflaster sein."

Arsenal größter Interessent

Als größter Interessent gilt aktuell der FC Arsenal, der einen Nachfolger für Alexis Sanchez sucht. Der Chilene steht vor einem Wechsel zu Manchester United. Arsenals Teammanager Arsene Wenger sagte am Wochenende, der Transfer könne innerhalb von 48 Stunden über die Bühne gehen.

Übereinstimmenden Medienberichten zufolge würde Arsenal die 60 Millionen zahlen und sofort zugreifen, nicht zuletzt aufgrund der Fürsprache von Chefscout Sven Mislintat, der Aubameyang einst auch zum BVB lotste. Mislintat habe bei Arsenal auch die Sorgen zerstreut, die sich klubintern durch die Negativ-Schlagzeilen breit gemacht hätten, heißt es.

Sven Mislintat könnte wieder eine Schlüsselrolle beim Aubameyang-Deal spielen
Sven Mislintat könnte wieder eine Schlüsselrolle beim Aubameyang-Deal spielen © Imago

Möglich wäre auch, dass Arsenal den Dortmundern noch Olivier Giroud als Zugabe bietet. Der Marktwert des Franzosen liegt um die 20 Millionen Euro. Giroud ist bei Arsenal jedoch nur noch zweite Wahl, bereits 31 Jahre alt und aktuell verletzt.

Mit Blick auf die WM 2018 ist Giroud an Spielpraxis interessiert und könnte bei Dortmunds Stürmernot schnell Abhilfe schaffen - wenngleich der bullige 1,92-Meter-Mann (88 kg) ein anderer Spielertyp ist als Aubameyang. Allerdings wären weder Giroud noch Aubameyang bei einem Tauschgeschäft für den jeweils neuen Verein in der UEFA Europa League spielberechtigt.

Watzke will Aubameyang neue Chance geben

Der BVB will dem zuletzt suspendierten Aubameyang noch eine Chance zur Besserung geben. "Auba muss jetzt mit dem Trainer klären, ob er bereit ist oder nicht, alles für Borussia Dortmund zu geben", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Zeitungen der Funke-Gruppe. "Das werden Peter Stöger und Michael Zorc mit ihm besprechen."

Aubameyang fehlte vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Wochenende bei der Mannschaftsbesprechung und war wegen dieser wiederholten Disziplinlosigkeit aus dem Kader geworfen worden.

Watzke betonte, Aubameyangs jüngste Eskapade habe "eine andere Qualität" als seine vorherigen: "Für das unentschuldigte Fernbleiben von einer Mannschaftssitzung kann man ihn nicht in Schutz nehmen."

Für zusätzlichen Wirbel sorgte am Sonntag sein Rassismus-Vorwurf gegen ein Journalisten, Aubameyangs Vater drohte im Zuge dessen am Sonntag bei Instagram den Abgang seines Sohns an - löschte den Post später aber wieder.

Am Montag war zwischenzeitlich Deeskalation angesagt: Aubameyang nahm regulär (und pünktlich) am Training teil, Trainer Stöger bezeichnete einen Einsatz des 28-Jährigen am Freitag bei Hertha BSC als möglich.

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