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München - Ousmane Dembele und kein Ende: Trotz seines Langzeit-Vertrags wird das Transfer-Thema aus seiner Heimat dauerbefeuert. Soll der BVB mürbe gemacht werden?

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Was haben der FC Barcelona, der FC Bayern, der FC Chelsea, Paris Saint-Germain und Real Madrid, Manchester United und nun auch Manchester City nehmen einer ruhmreichen Geschichte gemeinsam?

Allen wird zumindest ein Interesse an Ousmane Dembele von Borussia Dortmund nachgesagt - kein Wunder.

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Der Franzose hat sich mit seinen Leistungen in der vergangenen Saison in den Fokus der Elite gespielt. Und er liebäugelt angeblich sogar mit einem vorzeitigen Abschied vom BVB nach nur einem Jahr. Das berichtet Eurosport France. So wie auffällig viele französische Medien das Dembele-Thema mit immer neuen Meldungen befeuern.

Frankreichs Medien in Dauer-Wallung

Jüngstes Beispiel: Der Bericht des Portals Le10 Sport, Dembele habe seinen Urlaub unterbrochen und am Montagabend mit ManCity-Coach Pep Guardiola diniert. Auch die Meldung, dass auch der FC Bayern Dembele gern hätte - was im Prinzip ja keine Sensation, sondern nur allzu naheliegend ist - kam am Wochenende aus Frankreich.

"Wir wissen, dass zahlreiche große Klubs an ihm interessiert sind, das ist eine Form der Anerkennung für seine guten Leistungen", bestätigte Dembeles Berater Moussa Sissoko der Zeitung L'Equipe.

Die Dembele-Schlagzahl in Frankreichs Medien ist bei Dembele aber auch für Transfersommer-Verhältnisse atemberaubend. Es drängt sich der Eindruck auf, dass sie gezielt gefüttert werden. Was steckt dahinter? Nur der marktübliche Versuch, Dembele im Gespräch zu halten? Oder soll der BVB mürbe gemacht werden, um in einen vorzeitigen Abgang einzuwilligen?

Dabei hatte Dembele den BVB-Fans erst nach Frankreichs letztem Länderspiel Mitte Juni Hoffnungen gemacht. "Mir geht es gut in Dortmund, ich habe einen Vertrag bis 2021, ich lege keinen Wert darauf, was die Leute reden", so Dembele. Es redeten danach nur eben weiter auffällig viele Leute über ihn.

Dembele war stürmisch in den BVB verliebt

Doch warum eigentlich? Warum überhaupt der Gedanke an einen Weggang aus einer jungen, aufstrebenden, gut zu seiner Spielanlage passenden Mannschaft - in der er massig Spielraum zur Entfaltung hat?

Und über die er kurz nach seiner Unterschrift 2016 noch gesagt hat "Mir war vom ersten Moment an klar, dass ich dort hin muss und es keinen anderen Verein geben kann"?

Klar ist: Mit der Trennung von Thomas Tuchel in Sachen Dembele keinen Gefallen getan. Dessen stürmisches Bekenntnis zum BVB hatte nämlich erklärtermaßen viel mit seinem Zutrauen in Tuchel zu tun.

"Ich bin enttäuscht, weil er ein Trainer war, der mir viel Vertrauen geschenkt hat. Thomas war immer für mich da und hat mir viel beigebracht", sagte Dembele bei Sky: "Er ist ein sehr guter Trainer, mit dem ich tolle Momente hatte."

Auch Aubameyang kritischer Faktor

Auch der drohende Transfer von Pierre-Emerick Aubameyang spielt eine Rolle. Der Stürmerstar, dessen Verbleib trotz der Absagen von Paris Saint-Germain und Tianjin Quanjian alles andere als gesichert ist, ist ein guter Freund Dembeles. "Wir verstehen uns fast blind", sagte Dembele über seinen kongenialen Spielpartner.

Und dann ist da eben noch Dembeles Traum vom Wechsel zu einem ganz großen Klub, vor allem Barca hat es ihm offenbar angetan. "Im vergangenen Jahr hatte ich Kontakt zum Sportdirektor von Barcelona", so Dembele vor zwei Wochen. Damals entschied er sich auch aufgrund der besseren Chance auf Spielzeit für den BVB.

Dembele soll die Katalanen damit vertröstet haben, dass die Zeit noch nicht reif sei. Und der Top-Klub aus La Liga lässt nicht locker, nach Informationen spanischer Medien gibt es bereits eine prinzipielle Einigung zwischen Dembele und Barca.

Laut Mundo Deportivo sei Barcelona kompromissbereit und wäre einverstanden, Dembele erst in ein bis zwei Jahren zu verpflichten. Denn einem sofortigen Wechsel hatte Michael Zorc einen Riegel vorgeschoben.

Zorc erteilt Wechselverbot

"Ousmane Dembele hat einen langfristigen Vertrag - wir planen fest mit ihm", sagte Dortmunds Sportdirektor in der Vorwoche: "Ous wird auch in der kommenden Saison beim BVB spielen." Es gebe keine Verhandlungen.

Eine klare Ansage: Der BVB wird alles in seiner Macht stehende dafür tun, dass Dembele zumindest noch diese Saison das BVB-Trikot bleibt. Wobei das angebliche 90-Millionen-Euro-Preisschild, das der BVB Dembele umgehängt hat, wohl ein wirkungsvolleres Mittel als jedes noch so klare Wort ist.

Was aber, wenn tatsächlich ein Klub bereit ist, diese 90 Millionen Euro zu zahlen? Aus sportlicher Sicht kann Dortmund eigentlich trotzdem kein Interesse haben, Dembele jetzt zu verlieren.

Und auch für Dembele wäre es nicht das Schlechteste, zumindest noch eine Weile im BVB-Biotop zu reifen, ehe er sich an den wohl unvermeidlichen nächsten Transfer-Schritt wagt.