© SPORT1-Grafik: Getty Images/Philipp Heinemann
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München - Nach dem Transfer von Corentin Tolisso nimmt der FC Bayern die Rolle des Beobachters auf dem Markt ein. Der Fall Alexis Sanchez ist aber noch längst nicht vom Tisch.

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Karl-Heinz Rummenigge lässt sich nicht gerne in die Karten schauen.

Selbst nach der Verpflichtung von Corentin Tolisso am Mittwoch, der bereits vierten in diesem noch jungen Transfer-Sommer, gab der Vorstandschef des FC Bayern keinen Fingerzeig zur weiteren Kaderplanung des Rekordmeisters.

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"Der Markt ist noch bis Ende August auf", sagte Rummenigge, "wir werden sicherlich nicht frühzeitig die Tür abschließen. Aber ich kann auch nicht garantieren, dass und was noch kommen wird."

"Abwarten und den Markt beobachten"

Worte, die wohl auch in dem Wissen gewählt wurden, dass von der im vergangenen Monat angekündigten "Granate" (Zitat Uli Hoeneß) trotz bisheriger Ausgaben von rund 90 Millionen Euro noch jede Spur fehlt.

Die Bayern-Bosse werden laut Rummenigge daher "in aller Ruhe abwarten und den Markt beobachten".

Das betrifft vor allem die Personalie Alexis Sanchez. Der Top-Torjäger des FC Arsenal bleibt, obwohl es zuletzt etwas ruhiger um ihn wurde, nach wie vor ein Thema an der Säbener Straße - allein wegen seiner Qualität.

Sanchez ist vielseitig einsetzbar - nicht nur auf den mit alten Hasen (Arjen Robben, Franck Ribery) und Grünschnäbeln (Kingsley Coman, Serge Gnabry) bestückten Bayern-Außenbahnen, sondern auch im Sturmzentrum, wo sich immer noch keine Alternative zu Goalgetter Robert Lewandowski bietet.

Sanchez nach wie vor ein Thema

Den Hauptgrund für die anhaltenden Spekulationen um den chilenischen Ausnahmekönner liefert aber Douglas Costa.

Der Brasilianer steht unmittelbar vor einem Engagement bei Juventus Turin. Der Spieler soll sich mit der Alten Dame schon einig sein, es gehe nur noch um die Ablösesumme. Juve bietet nach Angaben der Gazzetta dello Sport 35 Millionen Euro, der FCB soll jedoch 50 verlangen.

Ein Betrag, mit dem man einen Großteil des angeblich auf 70 Millionen Euro taxierten Sanchez-Deals stemmen könnte und auch würde - sofern der Spieler denn seine angeblichen Gehaltsvorstellungen (25 Millionen Euro pro Jahr) etwas zurückschraubt.

Dazu passt, dass sich Arsenal laut der englischen Presse allmählich mit einer Trennung von Sanchez (Vertrag bis 2018) abfindet und nach einem Nachfolger für den 28-Jährigen sucht. Nach Angaben der Sun gilt dabei ausgerechnet ein Flügelflitzer von Juventus Turin, Juan Cuadrado, als heißester Kandidat.

Domino zwischen Bayern, Arsenal und Juve?

Juve plant wegen Costa nicht mehr mit dem Kolumbianer, soll allerdings ein erstes Angebot der Londoner über knapp 20 Millionen Euro für ihn abgelehnt haben. Die "Alte Dame" möchte den 29-Jährigen demnach mindestens für 30 Millionen Euro verkaufen - auch, um den Costa-Deal ohne ein allzu großes Minusgeschäft einzutüten.

Kurzum: Sollten die Wechsel von Cuadrado und Costa über die Bühne gehen, wäre der Weg für Sanchez nach München frei.

Was den Bayern extrem in die Karten spielt: Arsenal will den Angreifer in keinem Fall an einen direkten Konkurrenten aus der Premier League verlieren.

Die zuletzt stark interessierten FC Chelsea und Manchester City scheinen deshalb aus dem Rennen - ebenso wie Paris Saint-Germain, das sich eher um das 18-jährige Monaco-Juwel Kylian Mbappe bemüht.

Karl-Heinz Rummenigge bleibt trotzdem entspannt. Schließlich ist der Markt "noch bis Ende August auf".