Patrick Franziska zog mit Petrissa Solja ins Mixed-Achtelfinale ein
Patrick Franziska steht mit Petrissa Solja im Halbfinale © Getty Images

Zwei deutsche Mixed-Paare machen bei der Tischtennis-EM mit ihrem Halbfinal-Einzug die ersten Medaillen klar. Timo Boll gewinnt bei seinem Comeback.

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Erfolge für die Topstars Timo Boll und Dimitrj Ovchtarov sowie die ersten beiden Medaillen haben bei der Tischtennis-EM in Alicante für gute Laune im deutschen Lager gesorgt.

EM-Rekordchampion Boll und Weltcupsieger Ovtcharov fuhren am Donnerstag nach längeren Verletzungsproblemen im Vorfeld der EM klare Auftaktsiege ein.

Patrick Franziska/Petrissa Solja und Ruwen Filus/Han Ying freuten sich nach ihrem Halbfinaleinzug über die ersten deutschen EM-Podestplätze im Mixed seit 18 Jahren.

Boll nicht ganz zufrieden mit Comeback

"Für den Anfang ging es ganz gut", sagte der Weltranglistenvierte Boll nach seinem 4:1-Erstrundensieg gegen den 123 Plätze tiefer notierten Schweizer Lionel Weber zunächst. Doch beim Gang in die Katakomben haderte der Topgesetzte nach seiner langen Pause wegen eines Bandscheibenvorfalls auch mit einigen Problemen: "Er hat mich zeitweise wie einen Anfänger aussehen lassen. Ich möchte gerne noch einige Spiele machen, aber dafür muss ich mich schon noch weiter steigern." 

Wie beim "zähen Auftakt" des sechsmaligen Einzel-Europameisters tat sich auch der lange am Oberschenkelhals verletzte Weltranglistenfünfte Ovtcharov beim 4:1 gegen den Belgier Robin Devos etwas schwer. "Ich bin deutlich nicht in Bestform, aber für das erste Spiel war es okay", sagte der zweimalige Europameister.

Durch Ovtcharovs Erfolg spielt am Freitag das komplette Herren-Quintett des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) um Plätze im Achtelfinale.

Vier DTTB-Spielerinnen weiter

Bei den Damen verhinderte nur das Aus von Doppel-Europameisterin Kristin Silbereisen einen Durchmarsch aller fünf DTTB-Spielerinnen in die zweite Runde. In den Doppel-Konkurrenzen sind außerdem die insgesamt vier Teams mit DTTB-Beteiligung noch ohne Ausfälle in den Achtelfinals vertreten. 

Entsprechend positiv fiel die Bilanz von DTTB-Sportdirektor Richard Prause aus: "Nach einem Tag mit 17 Siegen in 18 Spielen und schon zwei Medaillen besteht nur wenig Grund zu Unzufriedenheit." Durch die beiden Podiumsplätze im Mixed hat der DTTB schon die Hälfte seiner Medaillenausbeute von den Titelkämpfen 2016 in Budapest (zweimal Gold sowie jeweils einmal Silber und Bronze) erreicht. 

Solja: "War viel Emotion im Spiel"

Für die erst im Winter nach mehrmonatiger Pause wegen mentaler Erschöpfung an den Tisch zurückgekehrte Mixed-WM-Dritte Solja hat das Edelmetall mit Doppel-Europameister Franziska einen hohen Stellenwert: "Es ist nicht meine erste Medaille, aber es war schon viel Emotion im Spiel."

Die bereits feststehenden Podestplatzierungen in dem ab 2020 in Tokio olympischen Mixed haben im deutschen Tischtennis Seltenheitswert: Die zuvor letzte EM-Medaille für den DTTB war Bronze für die heutige Damen-Bundestrainerin Jie Schöpp bei der Heim-EM 2000 in Bremen mit dem Griechen Ntaniel Tsiokas. Die bislang letzten deutschen EM-Champions im Mixed waren 1978 in Duisburg Wilfried Lieck und Wiebke Hendriksen.