Maria Scharapowa feierte in Stuttgart ihre Rückkehr in den Tennis-Zirkus
Maria Scharapowa feierte in Stuttgart ihre Rückkehr in den Tennis-Zirkus © Getty Images
Lesedauer: 2 Minuten

Maria Scharapowa wird bei ihrem Comeback in Stuttgart nicht kontrolliert. Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) reagiert mit scharfer Kritik am Weltverband.

Anzeige

Beim Comeback der ehemaligen russischen Weltranglistenersten Maria Scharapowa beim WTA-Turnier in Stuttgart im April hat es offenbar keine einzige Dopingkontrolle gegeben. Das erklärte die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) in Berlin und kritisierte den Tennis-Weltverband (ITF) deswegen mit deutlichen Worten.

"Es wurde uns verwehrt, Kontrollen durchzuführen. Das ist etwas, was wir nicht gutheißen können. Insbesondere, wenn der internationale Verband bei diesem Turnier selbst keine Kontrollen durchführt", sagte die NADA-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann.  Besonders pikant wird die Tatsache dadurch, dass Scharapowa bei dem Turnier erstmals nach ihrer 15-monatigen Dopingsperre wieder auf die Tour zurückgekehrt war.

Anzeige

Seltsame Begründung des Weltverbandes 

Hintergrund der Weigerung der ITF ist ein Paragraf im Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Nach diesem muss eine nationale Anti-Doping-Agentur zusätzliche Kontrollen mehr als einen Monat im Voraus anmelden. Bei dieser Regelung mache es "keinen Sinn", noch von Zielkontrollen zu sprechen, sagte Gotzmann.

"Es hat bei anderen Verbänden auch ohne Berufung auf diese Regelung geklappt, dass wir kurzfristig zusätzliche Kontrollen machen konnten", sagte NADA-Vorstand Lars Mortsiefer: "Als wir gehört haben, dass dort überhaupt keine Kontrollen durchgeführt werden, war das genau unser Ansatz, dort reinzugehen."

Zudem dienten die zusätzlichen Kontrollen auch dem Schutz der sauberen Athleten. "Wenn man dort Frau Scharapowa testet, und man testet sie negativ - dann kann man auch zeigen, dass sie in ein Dopingkontrollsystem wieder integriert ist", sagte Mortsiefer.

Die Veranstalter des Turniers in Stuttgart erklärten, nicht in das Doping-Kontrollsystem eingebunden zu sein. Scharapowa war in Stuttgart im Halbfinale ausgeschieden.