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Alexander Zverev macht seinen erstmaligen Halbfinal-Einzug bei den US Open perfekt. Sein Gegner verlangt ihm alles ab und kostet ihm einige Nerven.

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Der Urschrei nach dem Matchball war vermutlich bis nach Manhattan zu hören: Nach einem Stotterstart, vielen Fehlern und einer kämpferischen Glanzleistung hat Alexander Zverev zum ersten Mal in seiner Karriere das Halbfinale der US Open erreicht.

Deutschlands Topspieler, an Nummer fünf gesetzt, rang den Kroaten Borna Coric nach einer mehr als dreistündigen Energieleistung mit 1:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:1), 6:3 nieder und wartet nun auf den Spanier Pablo Carreno Busta, der den Kanadier Denis Shapovalov nach 4:08 Stunden mit 3:6, 7:6 (7:5), 7:6 (7:4), 0:6 und 6:3 schlug. (Spielplan und Ergebnisse der US Open 2020)

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"Ich habe mir nach dem ersten Satz gesagt, so kann man nicht das Viertelfinale in einem Grand Slam spielen", sagte Zverev. Am Eurosport-Mikrofon ergänzte er: "Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt. Manchmal musst du den Weg finden und dich durchbeißen."

"Ich bin hier zum ersten Mal im Halbfinale, nur das zählt", bilanzierte der Wahl-Monegasse, der der erste Deutsche im Halbfinale der US Open seit Boris Becker 1995 ist.

Zverev startete überraschend verhalten und viel zu passiv ins vierte Grand-Slam-Viertelfinale seiner Karriere. Coric, Nummer 27 der Setzliste, spielte genau das Tennis, das Zverev nicht mag: Er zwang seinen Gegner in lange Ballwechsel und nahm immer wieder clever das Tempo aus dem Spiel.

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Becker moniert "viel zu passive Spielweise"

Zverev reagierte wie von Coric erhofft. Der 23-Jährige machte Fehler über Fehler, zudem wirkte er seltsam emotionslos und ließ sich weit hinter die Grundlinie zurückfallen. "Je länger der Ballwechsel, umso schlechter für Sascha", stellte Eurosport-Experte Boris Becker fest und monierte Zverevs "viel zu passive Spielweise".

Und noch eins passte nicht in Zverevs Spiel: Der Aufschlag, vor allem der erste, in den letzten Spielen ein sicherer Erfolgsgarant, ließ den Hamburger weitgehend im Stich. Mit drei Doppelfehlern im vierten Spiel des ersten Satzes kassierte Zverev das erste Break zum 1:3, nach 24 Minuten war der erste Satz mit 6:1 bei Coric.

Im fünften Spiel des zweiten Durchgangs zeigte Zverev erstmals Emotionen. Er legte sich mit Stuhlschiedsrichterin Eva Asderaki an, weil diese ihm angeblich einen korrekten Punktgewinn nicht zugesprochen hatte. 

Zverev sauer, weil Coric Platz verlässt

Wenig später regte sich Zverev darüber auf, dass Coric in einem Satz zweimal den Platz verließ, um seine durchgeschwitzten Sachen zu wechseln. "Das kannst du doch hier machen", rief er Coric zu. Dessen Antwort: "Ich musste auch die Hose wechseln." Becker gab Zverev recht: "Ich würde durchdrehen."

"Das fande ich komisch, kannst du doch nicht alle zwei Spiele den Platz verlassen. Ich kann es verstehen, der Platz war nass, wo er gespielt hat. Aber ich fand es schon komisch", sagte Zverev nach der Partie. 

Trotz aller Widernisse schaffte Zverev den Satzausgleich. Nach 1:40 Stunden machte er den Punkt zum 7:5 im Tiebreak. "Das war so wichtig", sagte Becker, blieb aber bei seiner Kritik: "Er spielt immer noch zu passiv, vor allem auf den zweiten Aufschlag von Coric muss er mehr draufgehen."

Eine Stunde dauerte der dritte Satz, es ging erneut in den Tiebreak, aber dieses Mal machte es Zverev mit dem 7:1 zur 2:1-Satzführung deutlich weniger spannend. Im dritten Durchgang sah sich Zverev wieder mehr in der Defensive, im fünften Spiel musste er zwei Breakbälle abwehren, holte sich dann aber seinerseits das entscheidende Break zum 5:3.

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mit Material vom Sport-Informations-Dienst