Dzumhur droht French Open mit Klage
Dzumhur droht French Open mit Klage © Imago
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München - Corona-Fälle sorgen bereits vor dem Start der French Open für negative Schlagzeilen. Es droht eine Klage von Damir Dzumhur.

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Die French Open (27. September bis 11. Oktober) haben noch nicht einmal begonnen, schon sorgen positive Corona-Fälle für negative Schlagzeilen in Paris.

Wenige Stunden vor Beginn der Qualifikation in Roland Garros schlossen die Organisatoren fünf ATP-Profis aus. 

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Zwei Spieler wurden positiv auf COVID-19 getestet, die anderen drei sollen engen Kontakt zu positiv getesteten Trainern gehabt haben.

Der Weltranglisten-114. Damir Dzumhur will nun gehen seine Disqualifikation vorgehen und droht mit einer Klage.

Dzumhur droht French Open mit Klage

Der Bosnier wurde ausgeschlossen, weil sein Trainer Petar Popovic am Samstag einen positiven Befund erhielt, nachdem noch am vergangenen Donnerstag der Test negativ ausgefallen war. 

Das will Dzumhur aber nicht auf sich sitzen lassen: "Wir haben uns mit einem Anwalt in Verbindung gesetzt. Wenn ich daran gehindert werde, auf dem Platz zu kämpfen, werde ich vor Gericht kämpfen.", sagte er in der L'Équipe.

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Den 28-Jährigen brachte vor allem auf die Palme, dass Popovic nach dem positiven Ergebnis keine Chance auf einen zweiten Corona-Test erhalten habe. Denn Dzumhurs Trainer sei bereits vor einiger Zeit an Corona erkrankt und habe deswegen wohl Antikörper, die das Ergebnis verfälschen könnten.

Nachdem Popovic aus Paris abreisen musste und nach Belgrad zurückkehrte, stellte der Bosnier einen negativen Befund seines Trainers auf Instagram online.

In der französischen Sportzeitung machte Dzumhur seinem Unmut weiter Luft und hegte dabei einen schweren Verdacht. Nämlich, dass nicht alle Spieler bei den French Open gleichbehandelt werden.

Vorwurf: Nadal wäre nicht disqualifiziert worden 

Sein Coach Popovic habe ihn gefragt, ob er denke, dass Rafael Nadal bei einem positiven Test in seinem Umfeld auch disqualifiziert worden wäre. "Ich glaube nicht", sei Dzumhurs Antwort gewesen. Der bosnische Tennisspieler sei sich auch ziemlich sicher, dass bei einem Nadal auf das Ergebnis eines zweiten Tests gewartet worden wäre.

"Sie wollen nicht, dass er (Anm. d. Red.: Nadal) aus dem Turnier geworfen wird, sie wollen sich nicht der besten Spieler berauben", erklärte Dzumhur. "Es ist viel einfacher, dies einem Spieler mit niedrigerem Rang anzutun. Das ist unfair. Wir haben nicht alle die gleichen Rechte und die Regeln sind nicht für alle gleich."

Die Tennis-Profis, die im ATP-Ranking nicht ganz oben mitmischen, bräuchten gerade jetzt viel mehr Unterstützung, so der Weltranglisten-114., der viel Geld in die Hand nahm, um nach Paris zu kommen und nun aber kein Preisgeld verdienen kann.

Milder stimmen könnte den Bosnier, dass Novak Djokovic ihm bereits Hilfe angeboten habe, so Dzumhur.