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München - US-Open-Supervisor Sören Friemel erklärt, warum es nach Novak Djokovics Eklat keine Alternative dazu gab, den Tennis-Superstar zu disqualifizieren.

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Es war der Aufreger der US Open und sorgt noch immer für Gesprächsstoff:

Nach dem neuerlichen Eklat um Novak Djokovic, der in seiner Achtelfinal-Partie gegen den Spanier Pablo Carreno Busta einen Ball wegdrosch und dabei eine Linienrichterin traf, hat Oberschiedsrichter Sören Friemel nun erklärt, warum es für ihn keine Alternative zur Disqualifikation des Tennis-Superstars gab.

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"Auf der Grundlage, dass der Ball wütend und rücksichtslos geschlagen worden war, und zwar direkt auf die Kehle der Linienrichterin, haben wir die Entscheidung getroffen, dass Novak disqualifiziert werden musste", sagte der Turnier-Supervisor in einer virtuellen Medienrunde.

Ungeachtet dessen, dass Djokovic nach einer längeren Diskussion auf dem Platz ihm gegenüber eine Absicht verneint habe, gab es für Friemel keinen Ermessensspielraum.

Absicht spielt keine Rolle bei Djoker-Eklat

"Die Absicht wird miteinbezogen, aber vor allem gibt es zwei Faktoren: die Handlung und das Resultat. Und die Handlung - selbst ohne Absicht - mit dem Ergebnis, dass die Linienrichterin getroffen und verletzt wird, ist in diesem Entscheidungsprozess der wesentliche Faktor", ergänzte der Chef-Referee. "Hätte er es mit Absicht gemacht, hätten wir auch nicht diese lange Diskussion gehabt - so aber wollten wir alles berücksichtigen."

Seinen Status als Nummer 1 der Tennis-Welt habe Djokovic nicht auszunutzen versucht - und hätte Friemel wohl auch nicht beeinflusst.

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"Einen Spieler bei einem Grand Slam zu disqualifizieren, ist eine sehr wichtige, sehr schwere Entscheidung. Daher ist es egal, auf welchem Platz es passiert und ob es die Nummer 1 oder ein anderer Spieler ist. Du musst die richtige Entscheidung treffen. Jeder auf dem Platz war sich dessen bewusst, was auf dem Spiel steht", so der gebürtige Münsteraner.

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Friemel war im April 2014 von der ITF (International Tennis Federation) zum Head of Officiating ernannt worden und damit zum weltweiten Chef des Schiedsrichterwesens. Als so genannter Supervisor ist er bei Grand Slams im Einsatz, fungiert bei den US Open seit dem vergangenen Jahr auch als Oberschiedsrichter.

Serben wittern Verschwörung bei Djokovic

Friemels Entscheidung war vor allem von serbischen Medien mit Empörung kommentiert worden.

"Eine schreckliche Ungerechtigkeit", wetterte das Boulevardblatt Informer. Der Kurir witterte gar eine Verschwörung: "Roger Federer wäre nicht disqualifiziert worden. Dies ist der Beweis, dass Djokovic nicht gleich behandelt wird. Der Schweizer hat 2009 in Melbourne ein Kind getroffen, und alle haben gelacht."