Roger Federer (r.) unterlag im Achtelfinale der Australian Open überraschend Stefanos Tsitsipas
Roger Federer (r.) unterlag im Achtelfinale der Australian Open überraschend Stefanos Tsitsipas © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

Für Roger Federer ist bei den Australian Open im Achtelfinale Endstation. Der Schweizer scheitert an einem Griechen, will von einer Wachablösung aber nichts wissen.

Anzeige

Roger Federer konnte seine tiefe Enttäuschung nicht verbergen, als seine Regentschaft in Melbourne nach zwei Jahren von einem jungen Griechen mit dem Herz eines Champions beendet worden war.

"Sehr frustrierend" sei das Aus im Achtelfinale der Australian Open, sagte Federer nach dem 7:6 (13:11), 6:7 (3:7), 5:7, 6:7 (5:7) in einem mitreißenden Match gegen Stefanos Tsitsipas.

Anzeige

Der 20-Jährige aus Athen schrieb mit dem Einzug in die Runde der besten Acht griechische Tennisgeschichte, kein Landsmann zuvor hatte es je ins Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers geschafft. Dass ihm dieses Kunststück ausgerechnet gegen Federer (37) gelang, verschlug Tsitsipas fast die Sprache.

Tsitsipas überglücklich

"Ich bin der glücklichste Mensch der Welt", sagte er: "Roger ist eine Legende unseres Sports, ich habe so viel Respekt vor ihm."

Nach dem Generationenduell über 3:45 Stunden sprach Tennis-Ikone John McEnroe bereits von einer Wachablösung, so weit wollte Federer jedoch nicht gehen. "Das höre ich jetzt seit zehn Jahren", sagte der Schweizer, der 2017 und 2018 in Melbourne triumphiert hatte, nun aber bereits die dritte Grand-Slam-Enttäuschung nacheinander verkraften muss.

2018 war er in Wimbledon (Viertelfinale) und bei den US Open (Achtelfinale) früh ausgeschieden. (Alle Partien und Ergebnisse im Überblick)

Stattdessen gab sich der "Maestro" angriffslustig und kündigte an, wieder auf Sand zurück zu kehren. In den vergangenen beiden Jahren hatte er die Sandplatzsaison inklusive der French Open ausgelassen.

Federer lobt Tsitsipas

Chancen auf den Einzug in die nächste Runde besaß Federer genug, doch Tsitsipas ließ nicht nach. Alle zwölf Breakbälle wehrte der Weltranglisten-15. ab - acht davon alleine im zweiten Durchgang. "Respekt an ihn", lobte Federer, "er ist ruhig geblieben, das ist nicht einfach für einen jungen Spieler." Vor allem nicht für einen, auf dem Down Under solche Erwartungen lasten.

Wieder waren die griechischen Fans zahlreich in den Melbourne Park gepilgert, obwohl sie keine Karte für die Rod-Laver-Arena ergattert hatten.

Melbourne gilt als die größte griechische Stadt außerhalb Europas, 150.000 Menschen mit hellenischen Wurzeln leben in der Metropole, sie sind ebenso heißblütig wie ihre Verwandten im Süden Europas und mindestens so sportbegeistert. "Hellas, ole, ole, ole", sangen sie wie beim Fußball.

Griechische Fans eskalieren

Im Stadion waren die Sympathien jedoch klar pro Federer verteilt. Der Grand-Slam-Rekordchampion befindet sich bei aller Klasse auf der Zielgeraden seiner Karriere. Niemand weiß, ob er im nächsten Jahr noch einmal nach Melbourne zurückkehrt.

Nach seinem Aus kündigte er an, nach zwei Jahren Pause im Frühling auf die europäischen Sandplätze zurückzukehren, manche Beobachter werten dies als Zeichen für eine Abschiedstour.

In Melbourne, so viel ist sicher, geht das Event aber auch ohne den Maestro weiter - im Viertelfinale mit dem Duell zwischen Tsitsipas und Roberto Bautista Agut. Der Spanier warf den zweiten Finalisten des Vorjahres, Marin Cilic aus Kroatien, mit 6:7 (6:8), 6:3, 6:2, 4:6, 6:4 aus dem Turnier. Keine Blöße gab sich dagegen Federers Dauerrivale Rafael Nadal (Spanien), der nach seinem Sieg über Tomas Berdych (Tschechien) weiter ohne Satzverlust ist und nun auf den 21 Jahre alten Frances Tiafoe (USA) trifft.