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Roger Federer (l.) und Rafael Nadal gehören auch in New York zu den ganz heißen Titelkandidaten © Getty Images

München - Seit Jahren dominieren Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic die Tennis-Welt und verschieben den Durchbruch der nächsten Generation.

von Sportinformationsdienst

Roger Federer erinnert sich noch gut daran, obwohl es bald zwei Jahrzehnte zurückliegt. (Alle Infos zu den US Open)

Jung, hungrig, furchtlos: So war auch der ewige Rekordjäger aus der Schweiz einst angetreten, um die Tenniswelt zu erobern. Auf dem Heiligen Rasen von Wimbledon und im gleißenden Scheinwerferlicht von New York gelang Federer der Generationswechsel, gegen den er sich heute im Alter von 37 Jahren selbst unerbittlich und erfolgreich wehrt.

Alexander Zverev, Stefanos Tsitsipas und Denis Shapovalov heißen die Jungstars der Tennistour im Jahr 2018, ihnen wird längst eine große Zukunft prophezeit. Zumindest Zverev gehört mittlerweile zur Weltspitze. Doch wenn es wirklich wichtig wird, waren Federer oder seine Rivalen Rafael Nadal und Novak Djokovic, auch bekannt als Big Three, bislang aber immer zu stark. So auch wieder bei den US Open (täglich im LIVETICKER)

Federer, Nadal und Djokovic trotzen allen Widrigkeiten

Einer, dessen Urteil etwas zählt, weil er selbst lange zu den fast unantastbaren "Big 4" gehörte, ist Andy Murray. Der Brite ist nach langer Verletzungspause zurück auf der Grand-Slam-Bühne, zwar ohne große Ambitionen, dafür mit einer klaren Meinung.

In diesem Jahr, sagt Murray, "ist das Level der drei Jungs, Roger, Rafa und Novak, höher. Wenn sie fit und gesund sind, dann werden sie immer um die Titel der größten Events spielen."

Federer (20), Nadal (17) und Djokovic (13) haben insgesamt 50 Mal bei den vier Majors in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York triumphiert. Sie haben Verletzungen und Operationen überstanden, trotzen dem eigenen Alter und der Jugend ihrer Konkurrenz. 2017, als Djokovic ein halbes Jahr fehlte, gewannen Federer und Nadal je zwei Grand-Slam-Titel, 2018 teilen sich die drei brüderlich die bisherigen Turniere auf.

Durchbruch von "NextGen"? "Es wird passieren"

Ihre Dominanz ist derart erdrückend, dass sich Federer in seiner Rolle als Tennis-Botschafter genötigt fühlt, dem Nachwuchs in New York Mut zuzusprechen. "Es sieht aus, als sei die neue Generation mehr denn je auf dem Weg nach oben", sagte er, die Talente müssten zwar noch den nächsten Schritt gehen, "aber sie klopfen definitiv an die Tür."

Vor allem Zverev werde, so Federer, "unglaublich viel Erfolg haben", vor allem mit dem neuen Trainer Ivan Lendl.

Auch Murray meint, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die sogenannte und von der ATP professionell vermarktete "NextGen" den Durchbruch schafft. "Ob es weitere 18 Monate oder ein paar Jahre dauert. Es wird passieren", sagte er.

Generationswechsel wird warten müssen

Bis es soweit ist, müssen sich der gebürtige Hamburger Zverev (21), der Grieche Tsitsipas (20) und der Kanadier Shapovalov (19) aber wohl noch gedulden. In New York wäre es überraschend, wenn keiner der großen Drei den Pokal mit nach Hause nehmen würde.

Titelverteidiger Nadal (32) bereitete sich nach seinem Masterssieg in Toronto gezielt vor, Wimbledonsieger Djokovic (31) setzte seinen Lauf mit dem Erfolg in Cincinnati fort. Und Federer? In beinahe biblischem Tennisalter kam er nach seiner wochenlangen Sommerpause in Cincinnati aus dem Stand ins Finale.

Zudem kämpfen sich auch die Ex-Champions Murray und Stan Wawrinka wieder heran. Der Generationswechsel wird weiter warten müssen.