Für Venus Williams (l.) und Sloane Stephens (r.) war bereits in Runde 1 Endstation © SPORT1-Grafik: Getty Images

München und Melbourne - Der US-Tennis erlebt am Auftakttag der Australien Open einen schwarzen Tag. Gleich zwölf Spieler scheiden aus - darunter Venus Williams und der US-Open-Champ.

von Stefan Schnürle , Sportinformationsdienst

Gerade einmal vier Monate ist es her, als die US-Spielerinnen die Tenniswelt dominierten.

Obwohl das große Aushängeschild Serena Williams fehlte, standen mit deren Schwester Venus Williams, Sloane Stephens, Coco Vandeweghe und Madison Keys vier US-Amerikanerinnen im Halbfinale der US Open.

Nun folgte die große Ernüchterung: Nur wenige Stunden nach Beginn der Australian Open waren drei der vier Halbfinalistinnen von damals in der ersten Runde ausgeschieden.

Aus für US-Open-Champ und Williams

Erst Stephens, dann Williams und zuletzt Vandeweghe. Für die USA war es der Beginn eines denkwürdigen Tages. Insgesamt spielten am Montag 15 US-Amerikaner - nur drei erreichten die nächste Runde. 

Besonders desaströs war die Bilanz bei den Damen, also dem vermeintlich starken Geschlecht im US-Tennis. Mit Nicole Gibbs erreichte lediglich eine die zweite Runde, neun schieden am Auftakttag aus.

Aber auch die US-Herren haben mit dem Aus der Top-Spieler Jack Sock und John Isner einen schmerzhaften Tag hinter sich.

Eine Sensation ist das kollektive Versagen der US-Spieler allerdings nichts. Betrachtet man die Spieler einzeln, ist lediglich die Niederlage von Vandeweghe, die allerdings von einer Gruppe geschwächt war, eine größere Überraschung.

Williams scheitert an starker Bencic 

Vorjahresfinalistin Venus Williams hatte dagegen viel Lospech und mit Belinda Bencic die wohl neben Maria Scharapowa schwierigste ungesetzte Gegnerin im Draw erwischt.

Die Schweizerin zeigte bei dem 6:3, 7:5-Sieg über weite Strecken der Partie, wieso sie vor ihrer langen Verletzungspause als eines der größten Tennis-Talente galt.

Ähnlich sah es auch Williams, die nach dem Match sagte: "Ich habe nicht so schlecht gespielt, ich habe nicht alles verschlagen - aber sie war einfach besser. Das muss man ihr hoch anrechnen."

Zum ersten Mal seit 1997 stehen damit weder Serena Williams noch Venus Williams in der zweiten Runde eines Grand Slams.

Stephens komplett außer Form

Bei Stephens lag es vor allem an der eigenen Formschwäche. Ihre Niederlage gegen die Chinesin Zhang Shuai war die achte in Folge - seit ihrem Triumph bei den US Open hat sie kein Match mehr gewonnen.

Nach der Partie probierte Stephens es daher mit Galgenhumor: "Irgendwann schlage ich schon wieder jemanden. Und wenn ich diese Niederlagenserie durchbreche, kann ich das beste Instagram-Foto machen." Sie habe gelernt, nicht in Panik zu geraten.

Es hörte sich an wie ein guter Ratschlag für das gebeutelte US-Tennis. Mit Madison Keys ist zumindest noch die Finalistin der US Open im Rennen - und sollten alle Stricke reißen, bleibt für das US-Tennis immer noch die Hoffnung auf ein baldiges Comeback von Serena Williams.