Alexander Zverev soll das deutsche Davis-Cup-Team in die Finalrunde führen
Alexander Zverev soll das deutsche Davis-Cup-Team in die Finalrunde führen © Getty Images
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Frankfurt am Main - Alexander Zverev soll das deutsche Team beim Davis Cup gegen Außenseiter Ungarn ins Finale führen. Zuletzt hadert er mit seiner eigenen Fehleranfälligkeit.

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Den Frust von den Australian Open hatte Alexander Zverev mit in die Heimat gebracht. Keine zehn Minuten war seine erste Trainingseinheit vor dem Davis-Cup-Auftakt in Frankfurt alt, da zerstörte der 21-Jährige bereits wieder wutentbrannt einen Schläger.

Wie schon in Melbourne beim sang- und klanglosen Aus im Achtelfinale zürnte Zverev über die eigene Fehleranfälligkeit. Schließlich will er die deutsche Mannschaft am Freitag (ab 16.00 Uhr) und Samstag (ab 12.00 Uhr) im Erstrundenduell mit Ungarn in das neugeschaffene Finalturnier des Teamwettbewerbs führen.

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Zverev genießt Teamgeist

Die Matches mit Deutschland, das betont er selbst immer wieder, sind Zverev wichtig. Der Jungstar genießt vor allem den im Einzelsport Tennis so seltenen Teamgeist. "Die Stimmung ist wahnsinnig, wir verstehen uns alle einfach unheimlich gut", schwärmte er jüngst im Videomagazin "Tiebreak" des Deutschen Tennis Bundes (DTB): "Es freut mich immer wieder, so in der Mannschaft zusammenzuspielen."

Und doch ist die Situation in diesem Jahr eine besondere. Denn schon jetzt ist klar, dass der Auftritt in Frankfurt in diesem Jahr Zverevs einziger im Kreise der Davis-Cup-Mannschaft bleiben wird. Für das Finalevent Ende November in Madrid, am Ende eines ohnehin schon langen Tennisjahres also, hat der Weltranglistendritte wie so viele der internationalen Topspieler bereits abgewunken.

Davis-Cup-Reform trotz viel Widerstand

In Bestbesetzung - so wie jetzt beim voraussichtlich ausverkauften Heimspiel gegen Ungarn - wird die deutsche Mannschaft dort nicht antreten können.

Der traditionsreiche Nationenwettbewerb ist in dieser Saison gegen den Widerstand vieler Spieler, Funktionäre und auch des DTB radikal reformiert worden. Anstelle von vier über das Kalenderjahr verteilten Spieltagen mit Heim- und Auswärtsmatches gibt es künftig ein einwöchiges Turnier für 18 Mannschaften.

Einzig in der Qualifikationsrunde wird nach dem alten Modus mit maximal vier Einzeln und einem Doppel gespielt - allerdings nur noch über zwei Tage und jeweils zwei Gewinnsätze. Qualifizieren für das Finalevent wollen sich die Deutschen ungeachtet aller Kritik am Format trotzdem.

Ungarn reist als Außenseiter zum deutschen Team

"Um wirklich ein Fazit ziehen zu können", müsse man schließlich dabei sein, sagte Teamkapitän Michael Kohlmann am Dienstag. Auch die deutsche Nummer zwei, Philipp Kohlschreiber, steht der Neuerung zunächst offen gegenüber. "Ich würde mir das anschauen", sagte der Weltranglisten-32.: "Ich will dem Ganzen einigermaßen neutral gegenüberstehen. Vielleicht wird es ein tolles Event."

Die Auftakthürde auf dem Weg dorthin sollte immerhin keine wirkliche sein. Ohne seinen einzigen echten Topspieler Marton Fucsovics (ATP Nr. 47) reist Ungarn als krasser Außenseiter nach Frankfurt. 

Weil ihr zweitbester Akteur, der Weltranglisten-258. Attila Balazs, zudem nur für das Doppel zur Verfügung steht, wäre alles andere als ein müheloser deutscher Erfolg eine Sensation. "Ich bin ganz ehrlich: Ich kenne keinen von ihnen", bekannte Kohlschreiber mit Blick auf den Gegner.