Benoît Paire fällt nicht zum ersten Mal negativ auf
Benoît Paire fällt nicht zum ersten Mal negativ auf © Imago
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München - Im Tennis ist nicht nur Nick Kyrgios für Eklats bekannt. Benoît Paire legt sich mit Referees und Gegnern an. Bei seinen Frauen-Geschichten weist er ein Muster auf.

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Bei Spielen von Benoît Paire auf der ATP-Tour und bei Grand-Slam-Turnieren wird den Zuschauern regelmäßig Unterhaltung geboten - positiv wie negativ. 

Zum einen verblüfft der 31-Jahre alte Franzose mit Zauberschlägen, wie sie sonst kaum ein anderer Profi kann bzw. zeigt. Seine Spezialität sind ansatzlose Stoppbälle, sowie ein Tweener, also ein Schlag durch die eigenen Beine mit dem Gesicht zum Netz.

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Mit solchen Aktionen sorgte er in der Vergangenheit schon oft für große Begeisterung bei den Zuschauern - und für Kopfschütteln bei den Gegnern.

Das andere Gesicht des 1,96-Meter-Hünen mit dem markanten Bart war in dieser Woche beim Masters-Turnier in Rom zu erleben: Bei seinem ersten Match nach dem positiven Corona-Test vor den US Open gegen den Italiener Jannik Sinner knallte Paire die Bälle immer wieder lustlos ins Netz, fluchte wiederholt, legte sich mit dem Schiedsrichter an und schmiss mehrfach mit Bällen und seinem Schläger um sich - und wollte schließlich noch einen Balljungen zwingen, diese aufzuheben.

Paire festigte damit seinen Ruf als Rüpel und Skandal-Profi, der ihm bereits seit vielen Jahren vorauseilt. SPORT1 zeigt eine Auswahl seiner früheren Eklats und erklärt, was es mit seiner Bewunderung für Nick Kyrgios und seiner Vorliebe für Sängerinnen auf sich hat.

2014: Zoff mit Aufschlag-Riese Karlovic

Im Erstrundenmatch beim ATP-Turnier in Washington machte Paire 2014 im dritten Satz mehrmals abfällige Bemerkungen in Richtung seines Gegenspielers Ivo Karlovic. Da Paire diese in seiner Muttersprache tätigte, dachte er, der Kroate Karlovic würde dies nicht verstehen. Doch Karlovic, der längere Zeit in Frankreich gelebt hatte, war der französischen Sprache sehr wohl mächtig. Beim Hankshake nach dem Match kam es dann beinahe zu Handgreiflichkeiten.

2016: Ausschluss aus dem Olympischen Dorf

Schlechtes Benehmen und kein Teamgeist: Dies führt bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio zu Paires' Verbannung aus dem Olympischen Dorf. Aus dem Lager der Franzosen hieß es damals: "Er hat 'die Regeln mit Füßen getreten'". 

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2017: Paire beleidigt Haas 

In der ersten Runde von Monte Carlo muss sich Paire klar Tommy Haas geschlagen geben. Die Niederlage gegen einen fast 40-Jährigen war offenbar zu viel für den Heißsporn. "Er ist eine Null. Wenn ich zwei Sekunden vernünftig spiele, gewinne ich 6:2, 6:2", rief der Franzose schon während der Partie in die Richtung seiner Box.

Und auch nach dem Spiel gab er sich als schlechter Verlierer: "Heute spielt das Alter keine Rolle. Ich hätte hier sogar gegen einen 70-Jährigen verloren, da ich nicht in der Lage war, richtig zu spielen."

Die verbalen Entgleisungen wollte sich Sara Foster, die Ehefrau von Tommy Haas, nicht gefallen lassen und konterte die Angriffe des Franzosen. Via Twitter erinnerte sie an das Duell der beiden bei den Australian Open, bei dem Haas aufgeben musste: "Tommy hatte eine Lungenentzündung in Australien. Hat er das in der Pressekonferenz erwähnt? Nein, hat er nicht."

2018: Drei Schläger gehen zu Bruch

Beim Hartplatz-Turnier in Washington D.C. belegte die ATP im Anfang August Paire mit einer Geldstrafe in Höhe von 16.500 Euro, nachdem er während seines Erstrundenmatches gegen den Zyprioten Marcos Baghdatis wutentbrannt mehrere Schläger zerstört hatte. 

Im letzten Satz hatte Paire einen vermeintlich einfachen Schmetterball ins Netz geschlagen und damit das Break zum 2:5-Rückstand kassiert. Anschließend schlug er mehrfach mit seinem Schläger auf den Hartplatz ein und warf ihn frustriert auf das Feld. In der Folge bekamen noch zwei weitere Schläger seinen Zorn zu spüren. 

2020: Bier bei der Siegerehrung

Im Januar schnupperte Paire an seinem vierten Turniersieg auf der ATP-Tour. Im Finale von Auckland verlor er das Finale gegen Landsmann Ugo Humbert mit 6:7, 6:3, 6:7. Während der Siegerehrung gönnte sich Paire auf der Bank eine Flasche Bier. 

Anders als bei den meisten seiner Profikollegen geht es in seinem Leben einfach "nicht nur um Tennis", sagte er 2019 in einem Interview der L'Equipe

Bewunderung für Kyrgios

Der französischen Sport-Tageszeitung gestand er auch seine Bewunderung für Nick Kyrgios, einem weiteren Skandal-Profi: "Ich liebe Kyrgios. Kyrgios ist ein sehr wichtiger Typ für Tennis. Er ist ein Publikumsmagnet. Viele Leute haben ihn kritisiert, aber jeder freut sich, ihn spielen zu sehen. Er kann zu weit gehen, aber er sagt, was er denkt. Es ist cool für das Spiel. Ich freue mich, Kyrgios auf dem Platz zu sehen. Ich hoffe, er wird nicht verboten."

Vorliebe für Sängerinnen

Paire ist aber nicht nur auf dem Platz ein Draufgänger. So ziemlich überall, wo er danach gefragt wird, was er an einem bestimmten Land am meisten schätze, antwortet der Franzose unter anderem mit den schönen Frauen des Landes.

Bei seinen Beziehungen hat Paire dabei offenbar eine Vorliebe für Sängerinnen. Nach dem Ende seiner Beziehung mit der französischen Sängerin Pauline Vasseur war er laut Medienberichten zwei Jahre mit der französischen Sängerin Tamara Marthe, die unter dem Künstlername Shy'm bekannt ist, zusammen.