Robin Söderling erreichte 2009 das Finale von Paris
Robin Söderling erreichte 2009 das Finale von Paris © Getty Images
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München - Robin Söderling schreibt mit einem Sieg über Rafael Nadal Tennis-Geschichte. Aber er leidet auch so sehr unter Krankheit und Druck, dass er an Selbstmord denkt.

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Mit seinem Sieg im Achtelfinale von Paris 2009 gegen Rafael Nadel hat sich Robin Söderling in die Geschichte es Tennis eingetragen.

Er war der erste und lange Zeit einzige Spieler, der den Spanier bei den French Open besiegen konnte. Zwischenzeitlich stand der Schwede auf Platz vier der Weltrangliste.

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Und dennoch hat Söderling als Profi eine unglaublich schwere Zeit durchlebt. Er war so verzweifelt, dass er manchmal sogar an Selbstmord dachte.

Söderling: "Warf mich heulend ins Bett"

"Ich kam im Hotel an und warf mich heulend ins Bett", erinnert er sich im Interview mit Radio of Sweden. Irgendwann konnte er nicht einmal mehr zu Matches anzutreten: "Ich hätte nicht einmal gekonnt, wenn sie mir eine Waffe an die Schläfe gehalten hätten."

Er habe nach verschiedenen Methoden gesucht, Selbstmord zu begehen. Dabei wusste er lange Zeit gar nicht, was die gefährliche Depression ausgelöst hat.

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"Ich war sehr besorgt, fühlte mich überhaupt nicht gut, saß zu Hause und verstand nichts. Beim geringsten Geräusch hatte ich Panik", erklärte er. Teil des Problems: Söderling litt unter dem Pfeifferschen Drüsenfieber. Das stellte sich jedoch erst später heraus. 2011 machte er die Krankheit öffentlich.

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Anmerkung der Redaktion: Wenn Sie sich selbst von Depressionen und Suizidgedanken betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge (http://www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in zahlreichen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten.

Söderling litt unter Erfolgsdruck

Dem heute 36-Jährigen machte aber auch der enorme Erfolgsruck auf dem Tennisplatz zu schaffen. "Je mehr Erfolge ich seit 2009 hatte, desto größer wurde er", sagte Söderling, der in seiner Karriere zehn Turniere gewann. "Ich dachte, ich dürfte nur gegen drei Spieler verlieren. Den Rest müsste ich schlagen, sonst wäre ich ein Verlierer oder Versager."

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Auch wenn 2015 ein Comeback-Versuch als Spieler scheiterte, blieb der Paris-Finalist von 2009 (Niederlage gegen Roger Federer) dem Tennis verbunden. Heute ist er Kapitän der schwedischen Davis-Cup-Mannschaft.

Ihm ist es wichtig, dass es anderen Sportlern nicht so ergeht wie ihm. Deshalb habe er den Schritt in die Öffentlichkeit gewagt.

Obwohl der mentale Aspekt im Tennis eine große Bedeutung habe, sprächen die Spieler nur selten über psychischen Probleme.

Sie sollten ihrem Sport aber niemals nur aus Druck nachgehen, sondern aus Freude, fordert Söderling.