Alexander Zverev soll mit David Ferrer (r.) einen neuen Trainer testen
Alexander Zverev soll mit David Ferrer (r.) einen neuen Trainer testen © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/iStock
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München - Alexander Zverev holt offenbar David Ferrer als Trainer auf Probe. Für Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann könnte die Zusammenarbeit auch langfristig funktionieren.

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So schnell sieht man sich im Tennis wieder.

Im Mai letzten Jahres erst beendete David Ferrer in Madrid mit einer Niederlage gegen Alexander Zverev seine aktive Karriere. Jetzt treffen sich die beiden wieder - als Team.

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Noch ist es nicht offiziell bestätigt. Aber wenn man der gewöhnlich gut informierten spanischen Zeitung Marca glauben darf, steht das Duo bereits am heutigen Montag in Monte Carlo auf dem Trainingsplatz.

In den kommenden zwei Wochen wolle Zverev testen, ob die Zusammenarbeit mit dem 38-jährigen Spanier funktionieren könnte.

Für Michael Kohlmann wäre diese Entscheidung absolut nachvollziehbar.

Kohlmann: "Ferrer steht für intensives Training"

"David Ferrer steht für intensives Training, intensives Arbeiten, für jeden Tag 100 Prozent bringen. Wenn man ihn in welcher Funktion auch immer bekommen kann, ist das eine positive Geschichte", sagt der Davis-Cup-Kapitän bei SPORT1, angesprochen auf den entsprechenden Medienbericht.

Früher waren sie Gegner, nun arbeiten sie zusammen: Alexander Zverev und David Ferrer
Alexander Zverev und David Ferrer nach ihrem Spiel im Mai 2019 in Madrid © Getty Images

Dass das Training erst einmal auf Probe angelegt sei, müsse nicht heißen, dass das Projekt nicht auch langfristig erfolgreich sein könne, meint Kohlmann.

Vor allem auf Sand könne die Zusammenarbeit mit Ferrer die deutsche Nummer eins weiter voranbringen.

"Das Training auf Asche verbindet man ja auch immer mit etwas mehr Arbeit, harten Ballwechseln und Taktik", betont Kohlmann. "Ferrer hat immer sehr schlau gespielt, seine Waffen immer sehr gut eingesetzt. Insofern kann er mit Sicherheit da auch die eine oder andere Hilfe geben."

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Rollenverteilung sollte geklärt sein

Wichtig sei nur, dass die Kompetenzen im Training klar verteilt seien, so der 46-Jährige. Denn: "Saschas Vater wird sicherlich auch weiter mit im Boot sein. Er hat jahrelang gute Arbeit geleistet, das hat man zuletzt vor Australien gesehen." In Melbourne ist Zverev Anfang des Jahres erstmals ins Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers eingezogen.

Die Rollenverteilung sei bei seiner früheren Zusammenarbeit mit Juan-Carlos Ferrero "offenbar nicht komplett geklärt", sagt Kohlmann, ist sich aber sicher: "Daraus wird Sascha seine Lehren gezogen haben."

Zverev hatte in letzter Zeit auch wegen seiner Teilnahme an der umstrittenen Adria-Tour und eines Party-Videos inmitten der Corona-Pandemie für negative Schlagzeilen gesorgt. Eine von ihm selbt angekündigte Selbst-Isolation hat er nicht eingehalten.

Spielt Zverev in Berlin?

Seine Teilnahme am Show-Turnier in Berlin vom 13. bis 19. Juli steht nach Worten des Veranstalters deshalb auf der Kippe.

Er würde sich freuen, so Edwin Weindorfer in der Süddeutschen Zeitung, wenn Zverev "das Thema ernst nehmen" und "sich entschuldigen würde für die Situation, dass er die selbst auferlegte Isolation nicht eingehalten hat".

Wenn Zverev dazu bereit sei, "könnte das auch eine Chance sein, dass er in Berlin die eine oder andere Klarstellung macht. Und zurückkehrt mit sportlichen Leistungen".

Auch in Sachen Disziplin könne Ferrer positiv auf seinen Schützling einwirken, meint Kohlmann, "weil er sehr diszipliniert sein Leben gestaltet hat und deswegen auch so erfolgreich war".

Dazu komme, dass sich beide sehr schätzten, so der Davis-Cup-Trainer: "Die beiden haben oft gegeneinander gespielt und respektieren sich menschlich und sportlich sehr. Das hat man auch an den persönlichen Worten von Sascha für Ferrer nach seinem letzten Spiel gesehen."

Dass er ihm damals schon den Trainer-Job angeboten hat, ist allerdings pure Spekulation.