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Juan Carlos Ferrero legt nach mit seiner Kritik an der Einstellung von Alexander Zverev: Seinem Ex-Schützling fehle vor allem Disziplin und mentale Stärke.

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Wenig schmeichelhafte Worte vom Ex-Trainer für Alexander Zverev:

Juan Carlos Ferrero hat die deutschen Nummer 1 im Tennis erneut harsch kritisiert - und seinem früheren Schützling dabei vor allem Defizite an dessen Berufseinstellung vorgeworfen.

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"Um Federer, Nadal oder Djokovic und den Rest zu überflügeln, müssen sich Zverev und die anderen, die danach kommen, abseits des Platzes verbessern: von der Ernährung bis zur Fitness",  sagte Ferrero in einem Podcast mit 3iGuales. "Ich habe Zverev acht Monate trainiert und das erkannt."

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"Ich sah ihnen zu, wie sie auf Instagram herumtollten und nicht an Tennis dachten, wie es in unserer Zeit der Fall war", fügte der Spanier an, der Zverev von Mai 2017 bis zu den Australian Open 2018 coachte, ehe die Zusammenarbeit recht unerwartet endete.

Ferrero wirft Zverev Unpünktlichkeit vor

Zverev hatte bei der Trennung fehlenden Respekt von Seiten des früheren French-Open-Siegers von 2003 bemängelt: "Er wollte aus mir einen ruhigen, balancierten Kerl machen – der ich nie war und nie sein werde", äußerte er sich damals in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Ferrero wiederum, einst Weltranglisten-Erster, war aufgestoßen, dass sein deutscher Schützling Regeln der Zusammenarbeit nicht eingehalten habe. "Ich habe ihn vom ersten Tag an um Respekt für das Trainer-Team gebeten", erklärte er der Marca.

Und weiter: "Unter anderem habe ich ihn gebeten, etwas pünktlicher zu sein. Ich habe ihn darauf hingewiesen, dass es nicht richtig ist, wenn er 20 oder 30 Minuten zu spät zum Training kommt. Ein bisschen mehr Disziplin hätte ihm gut getan – auch um sich spielerisch zu verbessern.“

Vorwürfe, die Ferrero nun bekräftigte: "Zverev war zum Beispiel drei Stunden auf dem Platz, konnte aber anderthalb Stunden lang kein qualitativ hochwertiges Training durchführen. Es gab Proteste. Stopps. Wut. Ablenkungen. Damals sind wir aneinandergeraten wegen seiner mangelnden Pünktlichkeit und seines fehlenden Respekts gegenüber den Teammitgliedern."

Ferrero: Viel Geld macht einen schwindlig

Um den letzten Schritt an die absolute Weltspitze zu gehen und auch Grand-Slam-Niveau Erfolge einzufahren, müsse Zverev nicht zuletzt an seiner mentalen Stärke arbeiten. 

"Früher ist er im gleichen Spiel oft stark hin- und hergeschwankt. Ich glaube, dass er deshalb noch kein Grand Slam gewinnen konnte", so Ferrero. "Diese Unkonstanz führt dazu, dass er im fünften Satz Kopf oder Zahl spielt."

Tatsächlich war der 22 Jahre alte Hamburger bis zu den Australian Open in diesem Jahr nicht über das Viertelfinale bei einem Major hinausgekommen. Auch wenn der Weltranglisten-Siebte unter Ferrero 2017 die Turniere in Washington und in Montreal, nach der Trennung zudem beim Triumph im ATP-Finale 2018 bewies, die Gigantenspieler schlagen zu können.

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"Viel Geld zu verdienen, wenn man jung ist, kann einen schwindelig machen. Dann ist das Umfeld der Spieler und deren Rolle ein Schlüsselfaktor. Sie haben zu viele Ablenkungen abseits des Platzes: Anrufe, Social Media, Freunde, die plötzlich auftauchen", sagte Ferrero.

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Dass die sozialen Netzwerke mitunter für ihn mehr Fluch als Segen sein könnten, hatte Zverev selbst während der Australian Open festgestellt - und versichert, seinen Umgang damit verbessern zu wollen. 

Allerdings rückte Zverev via Social Media unverhofft doch wieder in den Fokus, als zum Jahresbeginn bekannt wurde, dass er nach dem Beziehungsaus mit Freundin Olya Sharapova nun mit Model Brenda Patea liiert ist - die die Öffentlichkeit daran gern via Instagram teilhaben lässt...