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München - Carlos Alcaraz gewinnt sein Debütmatch auf Sand gegen einen prominenten Namen. Vergleiche mit Rafael Nadal werden laut, Alcaraz selbst denkt eher an Federer.

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Baby-Rafa oder doch eher Baby-Roger?

Der erst 16-jährige Carlos Alcaraz ist die neueste Tennis-Attraktion nach seinem sensationellen Sieg gegen Albert Ramos-Vinolas bei den Rio Open in Brasilien.

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Aufgrund seiner spanischen Herkunft sind die Vergleiche mit Rafael Nadal naheliegend, zumal Alcaraz diesen als großes Idol nennt.

Alcaraz vergleicht Spielstil mit Federer

Doch sein forscher offensiver Spielstil erinnert wenig an den jungen Nadal und viel mehr an eine andere Tennis-Legende, findet Alcaraz. 

"Ich mag es, sehr aggressiv zu spielen, mit vielen Gewinnschlägen. Mein Stil ist mehr oder weniger der von Roger Federer, aggressiv ans Netz zu kommen und viele Stopps zu spielen", charakterisiert er im Video der ATP sein Spiel.

Mit seinem 3:36 Stunden lang erkämpfen Sieg über Ramos-Vinolas gelang Alcaraz zumindest bereits etwas, was Federer nicht schaffte – sein Debütmatch auf der ATP-Tour zu gewinnen.

Auch in seiner zweiten Partie gegen Federico Coria verkaufte er sich in einem Drei-Satz-Krimi teuer.

Alcarez klar Bester seines Jahrgangs 

Dennoch ist der Teenager natürlich meilenweit entfernt von dem Niveau, das Federer und Nadal seit mehr als einem Jahrzehnt an den Tag legen - doch Alcaraz bringt vielversprechende Anlagen mit.

Nicht umsonst ist der junge Spanier der jüngste Spieler, der unter den Top 800 im ATP-Ranking steht, im Live-Ranking steht Alcaraz sogar bereits auf Rang 313. Von den unter 18-Jährigen steht lediglich der Italiener Lorenzo Musetti, der Anfang März 18 Jahre alt wird, mit Rang 310 noch hauchdünn vor ihm.

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Sein Sieg in dieser Woche in Rio ist auch beileibe nicht das erste Mal, dass Alcaraz, der bereits drei ITF-Titel einfahren konnte, auf sich aufmerksam machte. Im April bezwang er beim Challenger in Alicante mit Pedro Martinez Portero als erst fünfter 15-Jähriger einen Top-200-Gegner.

Zu diesen fünf gehört wenig überraschend auch Nadal. Die anderen vier Namen (Richard Gasquet, Ryan Harrison, Bernard Tomic) zeigen aber auch deutlich, dass große Erfolge in der Jugend nicht zwingend Grand-Slam-Siege als Erwachsener zur Folge haben.

Ex-Coach von Zverev trainiert Alcaraz 

Sein Coach ist mit dem ehemaligen Weltranglistenersten Juan Carlos Ferrero ein alter Bekannter, der kurzzeitig Deutschlands Starspieler Alexander Zverev trainierte. Dessen Einstellung gefiel ihm aber nicht immer, weshalb der als harter Arbeiter geltende Ferrero sich eine neue Aufgabe suchte.

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"Er hat das Level, den Speed, er wird körperlich immer stärker, daher denke ich, dass er einer der Besten werden kann", sagte Ferrero: "Ich habe viel Erfahrung mit dem, was er durchmachen wird, und stehe ihm mit Rat und Tat zur Seite."

Alcaraz besiegt sogar Wunderkind Sinner 

Seit 2018 trainiert Alcaraz in der Akademie von Juan-Carlos Ferrero im spanischen Alicante. Dort besiegte er als 15-Jähriger den als Wunderkind gepriesenen Jannik Sinner. Umso bemerkenswerter, da der aktuelle Next Gen ATP Finals-Sieger zwei Jahre älter als Alcaraz ist.

"Ich will die Nummer 1 werden. Und so viele Grand Slams wie möglich gewinnen", gibt sich das Nachwuchstalent selbstbewusst. Ferrero achtet aber darauf, dass sein Schützling auch in diesem Punkt Nadal als Vorbild nimmt und "seine Füße schön auf dem Boden behält".

Alcaraz weiß, was er will - aber ist sich dabei auch bewusst, dass er noch viel von anderen lernen kann und muss: "Wenn ich Zeit mit Tennis-Größen wie Rafa oder Ferrero oder jeden anderen Spieler verbringen, sage ich nichts. Ich höre auf allem, was sie sagen, weil es sehr wertvoll für mich ist."