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Alexander Zverev scheitert bei der Generalprobe für die French Open erneut und kündigt einen drastischen Schritt an. Auch sein Team kritisiert Zverev.

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Es hat ein wenig gedauert, doch mittlerweile ist auch in Alexander Zverev die Erkenntnis gereift: So kann es nicht weitergehen!

Die Tenniskrise des erfolgsverwöhnten Jungstars hat wenige Tage vor den French Open (ab 26. Mai) derart dramatische Ausmaße erreicht, dass nur noch drastische Maßnahmen helfen. "Erstmal fasse ich den Schläger ein paar Tage nicht an", sagte Zverev nach seiner Auftaktpleite in Rom. "Ich habe keine Lust, Tennis zu spielen."

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Zverev klagt über Probleme mit Wind

Zumindest nicht in dieser Verfassung. Die Probleme auf und neben dem Platz sind ihm über den Kopf gewachsen. Selbst vermeintliche Kleinigkeiten bringen Zverev derzeit aus der Fassung. Nach dem 5:7, 5:7 im Foro Italico gegen Lokalmatador Matteo Berrettini klagte Zverev über den Wind und die Match-Vorbereitung. "Bei Wind bin ich einer der schlechtesten Spieler, die es unter den Top Ten je gab", ging Zverev hart mit sich ins Gericht.

Auch sein eigenes Team kritisierte er. "Wir waren so weit entfernt von aller Professionalität in dieser Woche", sagte er bei Sky. "Darüber müssen wir reden." Ins Detail ging Zverev nicht, dafür war er zu "sauer und enttäuscht." Bereits nach seinem Aus in Barcelona Ende April gab er eine Krise zu: "Ich bin in einem Loch, und ich weiß nicht, wie ich herauskomme"

Noch vor etwas mehr als zwei Wochen hatte er sich optimistisch gezeigt. "Im Sport ist es so. Manchmal hast Du die beste Zeit deines Lebens, wie in London zum Beispiel (Sieg bei den ATP Finals; Anm. d. Red.), und manchmal läuft es halt nicht so. Aber nach solchen Phasen, wenn man da rauskommt, denke ich, dass man noch besser wird", hoffte Zverev noch am Rande des ATP-Turniers in München. 

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In der Weltrangliste droht ihm durch die verkorkste Sandplatzsaison sogar der Fall aus den Top fünf - erstmals seit August 2017. Im Kampf um die Teilnahme am ATP-Saisonfinale in London, das er im Vorjahr gewann, liegt Zverev aktuell nur auf Rang 15 und würde bei einer Nichtteilnahme massenhaft Punkte verlieren.

Suche nach dem Gleichgewicht

Zverevs enorme Probleme auf dem Platz liegen auch daran, dass er abseits der Courts noch immer auf der Suche nach dem Gleichgewicht ist. "Ich bin auf den Platz gegangen und war vor dem Spiel schon komplett tot", sagte er. Zu viele Termine, zu viele Pflichten belasten ihn. Schon vor dem Match gegen Berrettini hatte Zverev gesagt: "Ich habe letztes Jahr aus einem Grund so gut gespielt: Ich hatte nichts anderes zu tun außer Tennis."

2019 hat Zverev ganz andere Dinge im Kopf. Die Beziehung zu seiner Freundin ging in die Brüche, und nach der Trennung von seinem Manager Patricio Apey ist er noch immer dabei, das Geschäftliche neu zu ordnen. Immerhin will er nicht nur ein erfolgreicher Tennisspieler, sondern auch eine internationale Marke sein. "In den letzten Jahren habe ich Tennis gespielt, aber ein Leben gelebt, in dem mir alles abgenommen wurde. Jetzt habe ich übernommen und mache alles selbst", sagte er.

Noch in München glaubte Zverev, dass er die schlimmste Zeit außerhalb des Platzes überstanden habe. "Die ganze Geschichte mit dem Manager nimmt schon viel weg bei mir. Aber jetzt beruhigt es sich schon ein bisschen. Jetzt kann ich wieder Tennis spielen", schilderte Zverev seine Gefühlslage.

Bringt Lendl die Wende?

Mit 22 Jahren muss Zverev erwachsen werden, er hat erkannt, dass er sein Schicksal nur selbst bestimmen kann. Die vielen Sandplatzturniere nach dem holprigen Saisonstart brachten nicht den erwarteten Erfolg, dem Teufelskreis aus Niederlagen und schwindendem Selbstvertrauen entkam Zverev nicht. Jetzt verordnet er sich selbst eine Pause, in der Hoffnung auf die Trendwende. Denn trotz aller Rückschläge glaubt Zverev "dennoch, dass ich auch die French Open gewinnen kann".

In seiner Wahlheimat Monte Carlo wird er versuchen, den Kopf freizubekommen, ehe die Vorbereitung auf den Höhepunkt der Sandplatzsaison beginnt.

In Paris wird endlich auch wieder sein Trainer Ivan Lendl zum Team stoßen, der das bisherige Frühjahr wegen einer starken Pollenallergie in Florida verbrachte. Es ist kaum vorstellbar, dass der frühere Musterprofi einen Schlendrian duldet. Aus der Krise kann sich Zverev jedoch nur selbst befreien.