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London - Alexander Zverev greift bei den ATP-Finals in London nach dem Titel. Er hat einen nicht zu unterschätzenden Vorteil - aber auch ein Problem.

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An einem der letzten Arbeitstage eines erfolgreichen Jahres nahm Alexander Zverev die Bahn.

Für sieben Stationen auf der Jubilee Line zwischen North Greenwich und Westminster mischte sich der 21-Jährige mit seinen Tenniskollegen unter die Berufstätigen der Millionenmetropole London. Ein seltenes Erlebnis für den Jungstar aus Hamburg, aber auch eine willkommene Abwechslung vor seinem Auftaktmatch beim Saisonfinale der besten acht ATP-Profis.

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Zverev zum Auftakt gegen Cilic

Am Montag trifft Alexander Zverev in seinem ersten Match bei den ATP Finals auf den Kroaten Marin Cilic (ab 15 Uhr im LIVETICKER). Vor den weiteren Gruppenspielen gegen Top-Favorit Novak Djokovic (Serbien) und den Aufschlagriesen John Isner (USA) eine Partie mit richtungweisendem Charakter: Bei einer Niederlage rückt der Urlaub näher und das Halbfinale in weite Ferne.

Doch Zverev ist zuversichtlich, zumindest lässt er sich bei seiner zweiten Teilnahme in der Londoner o2-Arena die Nervosität nicht anmerken. Gelöst scherzte er auf dem Weg ins House of Parliament und erklärte sich selbst zum "am besten gekleideten" Spieler unter den Superstars. Beim Training mit Coach Ivan Lendl wirkte Zverev konzentriert und fit, allerdings werden erst die Matches zeigen, wie er die Strapazen der Saison überstanden hat.

Ivan Lendl gehört seit August 2018 zum Trainerteam von Alexander Zverev
Ivan Lendl gehört seit August 2018 zum Trainerteam von Alexander Zverev © Getty Images

Der Jüngste - und der Fitteste?

Zuletzt hatten Zverev Schulterprobleme geplagt, beim Masters in Paris behinderten sie ihn vor allem beim zweiten Aufschlag. "Ich fühle mich deutlich besser und bin bereit loszulegen", sagte er vor Turnierbeginn kämpferisch.

Gleichzeitig schöpft Zverev seine Hoffnung aus der Tatsache, dass alle Spieler in London müde sind. Nach beinahe elf Monaten auf der Tour sind diejenigen im Vorteil, die über die größten Reserven verfügen.

Gar nicht erst dabei ist der verletzte Spanier Rafael Nadal, auch US-Open-Finalist Juan Martin del Potro (Argentinien) sagte seinen Start ab. Für Zverev ergibt sich daraus ein deutliches Bild. "Wir sind der Sport, der die wenigsten Pausen kennt. Du hast keine wirkliche Erholungszeit, einen viel zu kurzen Urlaub", sagte er im Gespräch mit tennisnet.com.

Als mit Abstand jüngster Spieler in London könnte er derjenige sein, der aus den speziellen Umständen des Turniers Kapital schlägt - wenn er den letzten mentalen und körperlichen Kraftakt packt.

Modus der ATP Finals kommt Zverev entgegen

Der Modus mit Matches über zwei Gewinnsätze und einem Tag Pause zwischen den Partien kommt Zverev entgegen. Auch in dieser Saison hat er auf der hochkarätig besetzten Mastersserie überzeugt, in Madrid den Titel geholt und insgesamt fünf von neun Halbfinals erreicht. Dagegen bleibt seine Bilanz bei den Grand Slams mit Matches über drei Gewinnsätze ausbaufähig.

Dennoch sagt Zverev: "Es war ein gutes Jahr. Ich habe mich in den Top 5 der Welt behauptet, das ist nicht selbstverständlich für einen 21-jährigen Burschen." Eine endgültige Bilanz will er erst nach seiner letzten Arbeitswoche ziehen.

Mit dem Titel in London würde aus einem guten Jahr ein herausragendes.

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