BMW Open - Day 3
BMW Open - Day 3 © Getty Images
Lesedauer: 4 Minuten

Tommy Haas freut sich nach seinem Erstrundensieg auf das Duell mit "Kumpel" Roger Federer beim MercedesCup in Stuttgart. Zwei weitere Deutsche gewinnen.

Anzeige

Die kleine Valentina war außer sich vor Glück. Freudestrahlend streckte die Sechsjährige ihre Ärmchen in Richtung ihres Papas Tommy Haas. Und auch der hatte Grund zum Jubeln: Der 39 Jahre alte Teilzeit-Profi erfüllte sich auf seiner Abschiedstournee mit seinem Erstrundensieg beim Tennisturnier in Stuttgart den Wunsch vom Retro-Duell gegen Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer.

"Es ist schon sehr speziell. Roger ist mittlerweile ein guter Kumpel von mir. Klar versuchen wir das morgen auszublenden, gutes Tennis zu spielen und das Spiel zu gewinnen", sagte Haas nach dem 6:3, 4:6, 7:5 gegen den französischen Doppel-Spezialisten Pierre-Hugues Herbert, seinem dritten Achtelfinaleinzug in dieser Saison.

Anzeige

Haas: Federer "einer der Besten"

Das erneute Kräftemessen mit seinem langjährigen Weggefährten Federer im Achtelfinale am Mittwoch (ab 15.30 Uhr im LIVETICKER bei SPORT1) ist für Haas etwas Besonderes: "In meinen Augen ist er einer der Besten aller Zeiten, auf Rasen sowieso. Schauen wir mal, was passiert."

Knapp 17 Jahre ist ihr erstes Duell her. Im Halbfinale der Olympischen Sommerspiele in Sydney hatte der damals 22-jährige Haas das aufstrebende Talent aus der Schweiz glatt 6:3, 6:2 besiegt. Federer, zu diesem Zeitpunkt zarte 19 Jahre alt, musste sich mit Platz vier begnügen und startete im Anschluss eine Weltkarriere. Haas holte Silber.

Ihr letztes Aufeinandertreffen liegt auch schon einige Zeit zurück. 2014 waren die beiden beim Masters in Indian Wells aufeinandergetroffen, wo Haas in diesem Jahr erstmals als Turnierdirektor fungierte.

Damals warf Federer den gebürtigen Hamburger im Achtelfinale aus dem Wettbewerb. Danach ging es schleichend bergab. Nach vier Schulteroperationen und dem vergangenen Jahr ohne Turnierteilnahme soll für Haas Ende dieses Jahres Schluss sein.

Federer voll des Lobes

Doch soweit will er noch nicht denken. Anständiges Wettkampftennis spielen und den Moment genießen, das hat oberste Priorität. Dafür kommt das Match gegen Federer gerade recht. Töchterchen Valentina, die am Dienstag mit Haas' Schwiegermutter aus Los Angeles angereist war, wird auch dann wieder mit von der Partie sein.

Vielleicht gelingt dem 302. der Weltrangliste mit ihr im Rücken ja sogar die große Überraschung. "Er spielt sehr gut auf Rasen, seine Rückhand ist fantastisch und er hat das Publikum im Rücken", sagte Federer anerkennend.

Seinen letzten von insgesamt drei Erfolgen gegen die derzeitige Nummer fünf der Welt und den einzigen überhaupt auf Rasen feierte Haas vor fünf Jahren im Finale der Gerry Weber Open im ostwestfälischen Halle. Dorthin verschlägt es das befreundete Duo in der kommenden Woche noch einmal, ehe Haas im Juli in Hamburg seinen Abschied auf deutschem Boden gibt.

Kohschreiber-Gegner muss aufgeben

Auch Vorjahresfinalist Philipp Kohlschreiber und Qualifikant Peter Gojowczyk sind ins Achtelfinale eingezogen. Kohlschreiber gewann sein Erstrundenmatch gegen den früheren Australian-Open-Finalisten Marcos Baghdatis aus Zypern durch Aufgabe seines Gegners beim Stand von 6:1.

In der nächsten Runde wartet der an Nummer fünf gesetzte Amerikaner Steve Johnson, der am Montag zum Auftakt Wildcard-Starter Maximilian Marterer aus Nürnberg besiegt hatte.

Für den 33-jährigen Kohlschreiber, der bei den French Open in Paris in der ersten Runde ausgeschieden war, ist es die siebte Achtelfinalteilnahme in diesem Jahr.

Saisonpremiere für Gojowczyk

Gojowczyk besiegte den Georgier Nikolos Basilaschwili 2:6, 6:3, 6:1 und erreichte erstmals in diesem Jahr ein Achtelfinale auf der ATP-Tour. Er bekommt es nun mit Benoit Paire (Frankreich) zu tun. Gojowczyk ist nach achtwöchiger Verletzungspause in Stuttgart auf die Tour zurückgekehrt.

Florian Mayer verpasste dagegen als einziger Deutscher am Dienstag das Achtelfinale. Der 33-Jährige unterlag Jeremy Chardy aus Frankreich in der ersten Runde 6:7 (3:7), 4:6, 6:7 (1:7). Außer Mayer war am Montag zum Auftakt nur der Nürnberger Maximilian Marterer als erster von insgesamt acht deutschen Startern ausgeschieden.