Boris Becker gewann 1989 Wimbledon
Boris Becker gewann 1989 Wimbledon © Imago
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Tennis-Ikone Boris Becker kritisiert den Umgang mit Ikonen des Sports in Deutschland. Außerdem erklärt er, warum es momentan keinen Tennis-Boom gibt.

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Mit seinen Wimbledonsiegen versetzte Boris Becker Deutschland in den 80er Jahren in einen Tennis-Rausch - dass die Aufmerksamkeit für den Sport heute wesentlich geringer ist, sieht er in den ausbleibenden Erfolgen seiner Nachfolger in dieser Größenordnung begründet.

"Im Tennis fehlen uns die nationalen Helden. Wir würden wieder mehr Fans haben, wenn Struff oder Zverev die US Open gewinnen würden", sagte Becker dem Nachrichtenportal t-online.de vor dem Start des Grand-Slam-Turniers in New York.

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Der Weltranglistensiebte Alexander Zverev und Jan-Lennard Struff sind die derzeit besten deutschen Tennisspieler.

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Während Zverev im Januar bei den Australian Open erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale erreichte, hat Struff als bestes Major-Ergebnis das Achtelfinale in Roland Garros aus dem Vorjahr in seiner Vita stehen. Beide starten am Montag in die US Open, Zverev spielt in der ersten Runde gegen Kevin Anderson (Südafrika), Struff gegen Pedro Martinez Portero (Spanien).

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Bestätigt sieht sich Becker in seiner Ansicht durch den Vergleich mit dem Fußball. "Der Sport ist deswegen in Deutschland so erfolgreich, weil die Bayern gewinnen", sagte der 52-Jährige: "Man identifiziert sich gerne mit Gewinnern. So wie sie in der Champions League auf internationaler Bühne aufgetreten sind, das war sensationell. So wird man automatisch zum Fußballfan." 

Gleichzeitig kritisierte Becker aber auch den Umgang mit deutschen Sportikonen. "In Deutschland sehen wir unsere Helden einfach sehr einspurig. Sie werden nach der letzten Schlagzeile bewertet", monierte er: "In anderen Ländern ist das egal, dort liegt der Fokus mehr auf der Lebensleistung."