Tennis-Partien im Rahmen der Serie des DTB sollen mit Zuschauern stattfinden
Tennis-Partien im Rahmen der Serie des DTB sollen mit Zuschauern stattfinden © Getty Images
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Profisport mit Fans ist aktuell kaum vorstellbar. Doch genau das soll im Rahmen der Serie des DTB möglich sein. Fußball, Handball und Co. werden genau hinschauen.

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Das Ächzen der Profis beim Aufschlag, das Rutschen der Schuhe über den Sand und die Jubelschreie nach einem Matchgewinn werden sich besonders anfühlen. So nah, so echt, so ungewohnt. 

Seit Monaten müssen die deutschen Sportfans ohne Liveerlebnisse auskommen. Nun bietet sich ab Dienstag in Neuss für einige Wenige die Gelegenheit, endlich wieder Profisport mit allen Sinnen zu erleben.

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Bis zu 100 Fans können die Partien von Jan-Lennard Struff und Co. im Rahmen der Serie des Deutschen Tennis Bundes (DTB) live vor Ort verfolgen. Ein wichtiger Schritt, der auch dem Fußball, Handball und Basketball Hoffnung macht.

"Spüren die Verantwortung absolut"

"Wir spüren die Verantwortung absolut", sagte Bernhard Rüsing dem SID am Freitag.

Der Geschäftsführer des Tennis-Traditionsklubs TC Blau-Weiß Neuss, mit zehn Titeln Bundesliga-Rekordmeister der Männer, werkelt seit Tagen mit großem Einsatz an der Planung, die das Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss abgenickt hat.

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Er beschäftigt sich detailliert mit den Wegen der Zuschauer, der geltenden Maskenpflicht und einzuhaltenden Abständen auf der Tribüne. "Wir werden akribisch darauf achten, dass alles umgesetzt wird", sagte Rüsing: "Wir wissen auch, was in Düsseldorf in der Altstadt oder am Rhein los ist."

Nicht überall halten sich die Menschen noch an die Hygienevorgaben, für die Umsetzung von Sportveranstaltungen mit Zuschauern ist dies aber strikt nötig. Eine Sportstätte als Corona-Hotspot ist gesundheitlich nicht zu vertreten und würde den Profisport womöglich noch auch darüber hinaus treffen. Denn es würde eine Schrittweise Rückkehr Richtung Normalität wohl weiter verzögern.

Struff und Siegemund freuen sich

Für den topgesetzten Jan-Lennard Struff ist das Turnier eine willkommene Abwechslung. "Trainingsmatches sind schön und gut, aber es ist echt richtig schön, mal wieder einen Wettkampf zu spielen. Man sieht es momentan beim Fußball, wie tough das ist, sich alles ohne Zuschauer anzugucken. Fans machen sehr viel von der Begeisterung aus. Deswegen habe ich als kleines Kind angefangen zu spielen."

Auch Laura Siegemund, die das Damenfeld anführt, fiebert dem Spielbetrieb entgegen. "Ich bin wirklich gespannt, wie schnell ich wieder in den Turniermodus finden werde."

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Der Hunger nach Matches unter Wettkampfbedingungen ist so groß bei den Profis, dass sich sogar Doppelspezialist Kevin Krawietz mal wieder im Einzel versucht. Der Reiz sei da, "gegen die Jungs zu schauen, wo ich stehe", sagte Krawietz, der 2019 an der Seite von Andreas Mies die French Open gewonnen hatte. 

Hainer und Holz hoffen auf Fans

Wie sehr sich die Verantwortlichen die Rückkehr der Fans wünschen, betonen sie indes mit Nachdruck. Der Sport lebe "von Emotionen von Zuschauern und Fans, deren Emotionen sind das Salz in der Suppe", sagte Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer dem SID. Er veranstaltet seit Samstag das Finalturnier der Basketballer mit seinem Klub - noch ohne Fans. Aber das soll und darf kein Dauerzustand werden.

"Ich denke vermehrt über die neue Saison nach", sagte BBL-Boss Stefan Holz dem SID: "Warten ist keine Strategie." Daher werde man sich daranmachen, ein "Konzept 2.0" zu entwickeln. Fans sollen wieder die Möglichkeit bekommen, den Stars näherzukommen als am TV-Bildschirm oder Stream. Die Einnahmen würden den Ligen enorm helfen - oder den Ligabetrieb erst wieder ermöglichen.

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HBL arbeitet an Hygienekonzept mit Zuschauern

Holz steht im Austausch mit Vertretern anderer deutscher Profiligen. Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) und auch die Handball-Bundesliga (HBL) hatten sich dagegen entschieden, ohne Fans weiterzuspielen. Nun arbeiten sie an einer möglichst raschen Rückkehr.

"Wir sind gerade dabei, ein Hygienekonzept mit Zuschauern zu entwickeln. Das haben wir ja bislang weder im Basketball noch im Fußball", sagte Geschäftsführer Frank Bohmann von der HBL Ende Mai: "Das bedeutet natürlich eine deutliche Erweiterung der bisherigen Konzepte."

Auch im Fußball keimt die Diskussion auf, wann wieder zumindest eine teilweise Öffnung der Stadien erfolgen kann. Womöglich können die ersten Erfahrungen in Neuss wertvolle Hinweise liefern.