Michael Jordan - die legendäre Nummer 23 der Chicago Bulls
Michael Jordan - die legendäre Nummer 23 der Chicago Bulls © Getty Images
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München - Michael Jordan ist der beste Basketballer der Geschichte, prägte die NBA wie kaum ein anderer. SPORT1 blickt auf eine einzigartige Karriere mit Rekorden und Rücktritten.

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Niemand prägte den Basketball so wie "His Airness". Die National Basketball League (NBA) selbst kürte Michael Jordan zum besten Basketballspieler aller Zeiten. SPORT1 blickt auf seine einzigartige Karriere voller Rekorde und Titel zurück.

Sechs NBA-Titel, fünf Auszeichnungen als Most Valuable Player (MVP) und zwei Olympia-Siege: Die Liste der Titel ist lang, die der Rekorde nahezu endlos. Ob Michael Jordan sich diese Karriere einmal erträumt hätte? In der High School nahm ihn das Basketball-Team seiner High School nicht auf. Dennoch startet er eine beispiellose Karriere, die zeigt, was ein starker Glaube an sich selbst bewirken kann.

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Dabei beginnt die Laufbahn für Jordan an einem unbedeutenden Fleck in North Carolina. Michael Jeffrey Jordan, der am 17. Februar 1963 in New York geboren wird, wächst in Wilmington auf. Einer mittelgroßen Hafenstadt in North Carolina.

1977: Der Startschuss für die Basketball-Karriere

An der Laney High School schafft es Michael Jordan nicht ins Basketball-Team, dafür ist er nicht gut genug. Für den 14-Jährigen damals Grund genug, sich ins Zeug zu legen. Erst an der University of North Carolina gelingt ihm dann der Durchbruch.

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Die UNC Tar Heels gewinnen zwei Jahre in Folge die NCAA-Meisterschaft. "Das war der Wendepunkt", sagt Jordan später. Dabei entwickelt sich der junge Jordan zum wichtigen Spieler seines Teams, der an eine Basketball-Karriere glaubt. 

1984 wird Michael Jordan von den Chicago Bulls gedraftet. Vor ihm werden an Position eins und zwei Hakeem Olajuwon und der später ständig verletzte Sam Bowie rekrutiert. Bis dahin sind die Bulls eher Lachnummer als Spitzenteam in der NBA.

Jordan verhilft dem Team schnell zu Erfolg, Ansehen und neuem Glanz. Bereits in seinem ersten Jahr übertrifft er die Erwartungen um ein vielfaches. Er schafft es auf durchschnittlich mehr als 28 Punkte pro Spiel.

1985: Jordan fährt als Rookie zum All-Star Game

Schon als Rookie, also in seiner ersten Saison, erreicht ihn eine außergewöhnliche Ehre: Er wird zum All-Star Game eingeladen und tritt dort als Starter an - auch wenn es für die NBA-Stars der Eastern Conference, darunter Isiah Thomas, befremdlich wirkt und sie ihm die kalte Schulter zeigen.

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Für den ehrgeizigen jungen Profi ist das noch mehr Ansporn. Respekt verschafft er sich gegen eines der besten Teams aller Zeiten. In einem Playoff-Spiel gegen die Boston Celtics um Larry Bird gelingen ihm 63 Punkte. Dieser Rekord ist bis heute nicht geknackt. In diesem Spiel hilft ihm das trotzdem wenig: Die Bulls verlieren die Serie zu Null. Larry Bird ist bis zu dessen Karriereende 1992 einer seiner größten Konkurrenten in der NBA.

1987: König der Lüfte: Jordan gewinnt Dunking-Contest

Während Jordan zwar besser und besser wird, scheitern die Chicago Bulls zwei weitere Male in den Playoffs. Sein Team kommt nicht hinterher. Also muss der Shooting Guard seine Mitspieler besser machen - etwa Scotty Pippen oder Horace Grant.

Schon zuvor gelingt Michael Jordan als zweitem Spieler überhaupt in der NBA ein Meilenstein: Nach Wilt Chamberlain erreicht er die Marke von 3000 Punkten in einer NBA-Saison. Er kommt auf einen Punkteschnitt von unglaublichen 37,1 Zählern. Insgesamt schaffte Jordan neun Spielzeiten mit mindestens 2400 Punkten - Chamberlain schaffte das nur sieben Mal.

Er selbst nutzte jede Gelegenheit um zu zeigen, welch großer Basketballer er ist. Zum Showdown kommt es im Slam Dunk Contest 1987 gegen Dominique Wilkins, der den Wettbewerb zwei Jahre zuvor gegen Jordan bereits gewonnen hatte und mit seinen Dunkings für Aufsehen sorgt. Jordan gewinnt den Contest und geht mit seinem Sprung in die Geschichte ein.

Sein Dunking von der Freiwurflinie wird zum Logo seiner Sportartikellinie beim Hersteller "Nike".

Wisconson v Michigan
ANN ARBOR, MI - FEBRUARY 16: Detail of Nike Air Jordan shoes worn by the Michigan Wolverines while playing the Wisconsin Badgers at Crisler Center on February 16, 2017 in Ann Arbor, Michigan. Michigan won the game 64-58. (Photo by Gregory Shamus/Getty Images) © Getty Images

1991: Mit Trainer Jackson zur Meisterschaft

Eine seiner legendärsten Aktionen stürzt die Stadt Cleveland in eine jahrelange Depression. 1989 treffen die Bulls in der ersten Runde der Playoffs auf die Cavaliers. Jordan trifft im entscheidenden fünften Spiel mit der Schlusssirene über Craig Ehlo hinweg zum Sieg. Wohl erst durch die Ankunft von LeBron James 2003 werden die Cavs in der NBA wieder lebendig.

Auf seinen ersten Meistertitel muss Michael Jordan jedoch weiter warten. Entscheidend auf dem Weg ist der Trainerwechsel zu Phil Jackson 1989, der in den kommenden Jahren die Offensive seines Teams umstellt und Jordan als Mittelpunkt einsetzt.

Dadurch schaffen es die Chicago Bulls 1991 endlich, die verhassten Detroit Pistons zu schlagen und ins Finale einzuziehen. Hier treffen die Bulls auf die Los Angeles Lakers um NBA-Star Magic Johnson, der seine letzte Saison absolviert. Jordan wächst erneut über sich hinaus und führt Chicago zum schnellen 4:1 - und zur Meisterschaft. Der ersten Meisterschaft der Chicago Bulls.

Michael Jordan #23...
5 Jun 1991: Michael Jordan #23 of the Chicago Bulls reacts during game two of the NBA Finals against the Los Angeles Lakers. The Bulls defeated the Lakers 107-86. Mandatory Credit: Jonathan Daniel /Allsport © Getty Images

Es ist der Beginn der Weltmarke Michael Jordan. Er machte den Basketball und die NBA so populär wie sie nie zuvor war.

Jordans defensive Stärken

Ein Jahr später wiederholen die Bulls das Kunststück - mit einer makellosen Saisonbilanz von 67:15. Im Finale warteten die Portland Trail Blazers um Jordans Rivalen Clyde Drexler. Wieder lief "MJ" zur Höchstform auf und erzielte in Halbzeit eins des ersten Spiels unfassbare 35 Punkte.

Häufig wird Jordan ausschließlich als Scorer wahrgenommen, dabei hat er beeindruckende Defensiv-Statistiken aufzuweisen. 1988 wird er gar zum besten Abwehrspieler der Liga gewählt. Neun Mal steht er im All-Defensive-Team. Drei Mal gelingen ihm die meisten Steals in einer NBA-Saison.

1992: Weltweite Anerkennung durch Olympia

Weltweiten Ruhm erfährt "Air Jordan" durch die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona. Das Team der USA wird bis heute als "Dream Team" bezeichnet. Neben Jordan sind unter anderem Clyde Drexler, Larry Bird, Karl Malone, Magic Johnson, Charles Barkley und Scotty Pippen Teil des Teams.

Für Jordan ist es nach 1984 bereits der zweite Olympiasieg. Das "Dream Team" prägt Generationen von Basketball-Fans und löst eine nie da gewesene Basketball-Euphorie aus.

Croatian Drazen Petrovic (L) is guarded by U.S. Mi
BARCELONA, SPAIN: Croatian Drazen Petrovic (L) is guarded by U.S. Michael Jordan (C) and Magic Johnson 08 Aug during the final game of the basketball competition at the '92 Olympic Games. The U.S. won the Olympic gold by winning 117-85. (Photo credit should read CHRIS WILKINS/AFP/Getty Images) © Getty Images

1993: Jordans Rücktritt und die Karriere im Baseball

Auf seinem Karrierehöhepunkt folgt der größte Schock. 1993 gewinnen die Bulls erneut den Meistertitel. Kurze Zeit später kündigt Michael Jordan seinen Rückzug vom Basketball und eine Karriere im Baseball an. Vom Basketball in den Baseball?

Zwei Monate zuvor war Jordans Vater James ermordet worden. Der Wunsch seines Vaters war es, Michael im Baseball zu sehen. Also wechselt er kurzerhand die Sportart, geht zu den Chicago White Sox. Doch der Baseballer Jordan ist einfach nicht derselbe wie der Basketballer Jordan. Weder bei den White Sox, noch beim Farmteam Birmingham Barons, läuft es rund.

In die Major League Baseball (MLB) schafft er es nie. Muss er aber auch gar nicht.

1995: "I'm back!": Jordan kehrt zurück

Als der Spielbetrieb im März 1995 wegen eines Spielerstreiks zum Erliegen kommt, zieht sich Jordan aus dem Baseball zurück und trainiert heimlich bei den Chicago Bulls. Wenig später dringt die sensationelle Nachricht mit den berühmten Worten "I'm back!" in einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit.

Die Meldung schlägt ein wie eine Bombe, sofort läuft die Werbemaschinerie heiß. Als Michael Jordan am 19. März 1995 mit der Nummer 45 - die er aus dem Baseball übernommen hat - wieder für die Bulls in der Halle steht, bringt das so viele Zuschauer vor die Bildschirme wie beim Basketball seit 20 Jahren nicht mehr.

Bis 1998: Bulls werden drei weitere Mal NBA-Meister

"MJ" beendete die Spielzeit 1994/95 mit den Chicago Bulls - ohne Meistertitel und schwächer als vor seinem Rücktritt. Dazu sagte Jordan dem Chicago Tribune einmal: "Die Leute sagten, du zerstörst dein Image als Basketballspieler, wenn du zum Baseball gehst. Aber das geht nicht. Ich kann niemals das zerstören, was ich im Basketball erreicht habe. Das kann man mir niemals wegnehmen."

Er wechselt also die Rückennummer - von der 45 zu seiner 23 zurück - und kämpft sich zu seiner früheren Glanzform. Zusätzlichen Push erreichen die Bulls durch den Wechsel seines alten Feinds Dennis Rodman zu den Bulls, durch den das Team defensiv ganz neu aufgestellt ist.

Schon in der Saison 1995/96 sind die Bulls wieder die Alten. Mit einer Rekordbilanz von 72:10 Siegen zieht die Franchise in die Playoffs ein. Michael Jordan krönt sich zum MVP der Saison, der Playoffs und des All-Star Games. Das schaffte vor ihm einzig Willy Reed. Auch in den Spielzeiten 1996/97 und 1997/98 gewinnen Michael Jordan und die Chicago Bulls die Meiterschaft

1999: Als Spieler und Manager: Jordan bei den Wizards

Im Januar 1999 kündigt "His Airness" erneut seinen Rücktritt an, nachdem seine Mitspieler Pippen und Rodman sowie Trainer Jackson gegangen sind. Er schließt sich den Washington Wizards an - allerdings als Team-Manager und nicht als Spieler.

Zwei Jahre später packt es den inzwischen 38-Jährigen wieder: Die NBA-Legende kehrt zurück aufs Feld und arbeitet nebenbei als Manager. Sein Gehalt, rund eine Million Euro, spendet er den Angehörigen der Opfer des 11. September 2001.

Sein letztes Liga-Spiel bestreitet die Legende am 16. April 2003 gegen die Philadelphia 76ers. Im gleichen Jahr, seinem Abschiedsjahr, nimmt er zum 14. Mal am All-Star Game teil. Inzwischen sind Kobe Bryant und Kareem Abdul-Jabbar mit 18 Teilnahmen aber Rekordhalter.

Mit 32.292 Punkten liegt er in der ewigen Scorerliste der NBA auf Platz vier. Kein anderer Spieler hat einen höheren Gesamt-Punkteschnitt in der NBA als Michael Jordan (30,1 Punkte pro Spiel). Auch der Playoff-Punkteschnitt (33,4 Punkte pro Spiel) ist unerreicht.

2006: MJ wird Miteigentümer der Charlotte Bobcats

Als Manager der Washington Wizards beweist er jedoch kein gutes Händchen. Neben dem desaströsen Trade von Rip Hamilton für Jerry Stackhouse nach Detroit wird 2001 der Draft von Kwame Brown direkt aus der High School beispielhaft für die schwachen Entscheidungen, die Jordan bis heute verfolgen.

Im Jahr 2006 wird er Miteigentümer der Charlotte Bobcats, die seit 2014 wieder als Charlotte Hornets bekannt sind, in seinem Heimatstaat North Carolina. Seit 2010 ist er sogar Haupteigentümer.

2009 wird Jordan beim ersten Versuch in die Hall-of-Fame aufgenommen. In seiner Rede sagt er: "Ihr solltet nicht überrascht sein, wenn ihr mich mit 50 Jahren noch einmal in der NBA seht." Diese Ankündigung macht der vielleicht größte Basketball-Star aller Zeiten bislang nicht wahr.