Bronze-Gewinner Rob Muffels gratuliert Axel Reymond zu Silber
Bronze-Gewinner Rob Muffels gratuliert Axel Reymond zu Silber © Getty Images

Rob Muffels darf sich über die nächste Medaille bei der Freiwasser-EM freuen. Der Deutsche muss sich über 10 km im Loch Lomond nur zwei Gegner geschlagen geben.

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Nach seinem Bronzerennen im kalten Loch Lomond wurde Rob Muffels ganz warm ums Herz.

"Viel Taktik und ein spannender Endspurt - genau das, was ich gut kann. Das macht einfach Spaß", schwärmte der Freiwasserschwimmer und blickte auf die EM-Medaille, die er nach zehn kräftezehrenden Kilometern bei nur 16,7 Grad Wassertemperatur mit seiner Sprintstärke auf den letzten Metern gewonnen hatte.

Im Neoprenanzug bei grenzwertigen Bedingungen im größten See Schottlands war der ehemalige Teamweltmeister ein taktisch hervorragendes Rennen geschwommen und musste nach 1:49:33,7 Stunden über die olympische Distanz nur dem niederländischen Olympiasieger und Weltmeister Ferry Weertman und dem Ungarn Kristof Rasovsky, die fast zeitgleich anschlugen, den Vortritt lassen  (SERVICE: Medaillenspiegel).

Wunram verpasst Bronze

Für die deutschen Open-Water-Schwimmer war es bei den European Championships in Glasgow die zweite Medaille nach Silber für Leonie Beck über fünf Kilometer. Die WM-Siebte Finnia Wunram verpasste am Morgen als Fünfte Bronze um knapp eine Minute. 

Tags zuvor hatten Muffels im Schlussspurt über die halbe Distanz noch elf Sekunden zu Edelmetall gefehlt. Doch in der deutlich wichtigeren olympischen Disziplin bewies der 23-Jährige aus Magdeburg seine Qualitäten. Er trotzte der Kälte, hielt sich stets in der Spitzengruppe und kraulte am Ende noch vom fünften auf den dritten Rang (SERVICE: Zeitplan).

Die extrem niedrigen Temperaturen störten ihn nicht. "Am Anfang friert das Gesicht", sagte er, "aber wenn man auf Touren kommt, ist es kein Problem."

Muffels mit vereinsinterner Konkurrenz

Auf Touren kam Muffels deutlich besser als vor einem Jahr, als er bei der WM in Ungarn nur 25. wurde. Für den Magdeburger ist es wichtig, sich für die Olympischen Spiele 2020 zu positionieren, denn die Konkurrenz ist groß und vereinsintern: 1500-m-Europameister Florian Wellbrock, ebenfalls in Magdeburg von Bernd Berkhahn trainiert, wird bei der WM im nächsten Jahr auch im Freiwasser um ein Tokio-Ticket kämpfen.

Der 20-Jährige, der mit Gold und Bronze im EM-Becken in Glasgow zum neuen deutschen Schwimmstar aufstieg, will bei den Sommerspielen drinnen und draußen Medaillen gewinnen. Um sich für das Open-Water-Rennen in Tokio zu qualifizieren, ist ein Platz unter den ersten Zehn bei der WM 2019 in Südkorea notwendig.

Muffels sieht die namhafte interne Konkurrenz als Ansporn und hofft, "dass wir uns mit Blick auf Olympia beide durchsetzen und am Ende vielleicht Platz eins und zwei erreichen".

Die Sommerspiele in zwei Jahren hat auch Wunram im Blick. Der fünfte Rang über die zehn Kilometer nach 1:56:26,5 Stunden war für die 22-Jährige deshalb ein kleiner Rückschlag. "Ganz zufrieden bin ich nicht. Mein Ziel war es, eine Medaille zu holen", gab die Magdeburgerin zu.